Vor wenigen Wochen
berichteten wir darüber, dass in Intels kommenden Quad-Core-Prozessoren in 45nm Fertigung, aber auch schon beim am Markt vorhandenen
QX9650, ein Fehler im FSB (FrontSideBus) aufgetaucht sei, wodurch Intel die Vorstellung der neuen Modelle verschieben würde. Nach einem
Gespräch mit Intel bestätigte man uns, dass ein Fehler festgestellt worden sei, sich aber nicht näher dazu äußern könne. Zudem bliebe man mit dem Fahrplan der Einführung der neuen Prozessoren auf Kurs. Inzwischen erfolgte das regelmäßige Update der Fehlerliste bei Intel.
Im aktuellen
Specification-Update behandelt Intel den angetroffenen Fehler als Errata AV51:
| In a synthetic testing environment, Intel has observed that some processor, chipset, and motherboard configurations may experience reduced Front Side Bus (FSB) voltage margin during some certain die-to-die data transfers. This combination of configurations and data transfers is rare. This lower voltage margin could lead to FSB data bit errors, which can lead to unpredictable system behavior. | |
Wie Intel uns im seinerzeitigen Gespräch schon grob anriss, liege das unter Laborbedingungen angetroffene Problem bei Signalqualitäten im FSB. Das Errate geht noch einen Schritt weiter und nimmt die Konstellation aus Mainboard, Chipsatz und Prozessor mit auf. Solche Konfigurationen könnten unter gewissen Bedingungen zu einem Abfall der FSB-Spannung bei manchen
die-to-die transfers (Kommunkikation / Datenaustausch zwischen den vier Kernen) führen.
Aus dem Dokument geht derzeit auch weiter hervor, dass man bei den derzeitigen Prüfungen noch keine kommerzielle Software gefunden habe, mit welcher sich das Problem nachstellen lasse. Einen Workaround gibt es derzeit nicht für das Problem und wird es evtl. auch nicht geben. Mit einem neuen Prozessorstepping wird Intel dem Problem Herr werden wollen.
Wie
heise offenbar
erfahren hat, scheint das Problem sich insbesondere mit kostengünstigen Vier-Layer-Platinen nachstellen lassen. Durch die verminderten Mainboardschichten und damit auch die reduzierten Masseschichten leiden auch die Signalqualitäten. Intels eigenes P35 Mainstream-Board ist beispielsweise bislang noch immer nicht für Vier-Kern-Prozessoren freigegeben.
Vor einigen Tagen hatten wir erst - unter Berufung auf die taiwanischen
DigiTimes berichtet, dass Intel angeblich plane verschiedene Vier-Kern-Modelle in 45nm Fertigung zu verschieben. Als Grund hierfür nannten die Quellen der DigiTimes fehlende Konkurrenz seitens AMDs Produktpalette.
Andere Prozessoren sollen jedoch wie geplant im Januar folgen. Es bleibt nach den Informationen nun abzuwarten, ob Intel im Januar nun doch die neuen Vier-Kern-Modelle ausliefern wird, oder bis Ende März abwarten wird.
[pg]