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  Windows Vista trotz Rekord-Verkaufszahlen erfolglos

Software | 09.01.2008, 12:01
Erst dieses Wochenende verkündete Bill Gates stolz 100 Millionen verkaufte Vista-Lizenzen und damit einer circa 10 Prozent größeren Nachfrage als nach Windows XP im vergleichbaren Zeitraum, aber dennoch kann Windows Vista die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Trotz überarbeiteter Oberfläche freunden sich deutlich weniger Nutzer mit dem neuen Betriebssystem an und wechseln als noch zu XP-Zeiten.

Zwar mögen die absoluten Zahlen für den Erfolg von Windows Vista sprechen, doch wenn man die 100 Millionen Lizenzen im Vergleich zu 89 Millionen Windows-XP-Lizenzen auf die Größe des Gesamtmarktes bezieht, wird das wahre Ausmaß des mangelnden Erfolges sichtbar. So hat sich der Markt für Computer seit 2001 nach Angaben der InformationWeek, als Windows XP eingeführt wurde, nahezu verdoppelt. Der Anteil der Computer, die zu dieser Zeit mit XP betrieben wurden, lag im ersten Jahr bei circa 67 Prozent — das heißt, zwei von drei Computern arbeiteten mit XP. Im Vergleich dazu deckt Windows Vista im gleichen Zeitraum gerade einen Anteil von 39 Prozent des gesamten PC-Marktes ab und erreicht damit nicht einmal jeden zweiten Computer.

Natürlich mögen die Gründe für die mangelnde Akzeptanz vielfältig sein. Ein Faktor dürfte auch klar der sogenannte "Grenznutzen" darstellen, der beschreibt, wie groß der Vorteil für einen Nutzer ist, wenn er ein bestimmtes Gut erwirbt. Vergleicht man den Fortschritt von Windows 98 auf Windows XP im Vergleich zum Unterschied zwischen Windows XP und Windows Vista wird zwangsläufig klar, dass weniger Nutzer ein Bedürfnis haben, sich das neue Betriebssystem zu installieren. Frei interpretiert kann man behaupten, dass XP einfach "zu gut" ist und Vista zu wenig weitere Vorteile bietet.

Ob sich dieser Faktor allerdings in Zukunft noch einmal wesentlich ändert, kann an dieser Stelle kaum allgemeingültig beantwortet werden. Erwartet man das nächste Betriebssystem von Microsoft um 2011, dann dürfte dessen Erfolg genauso stark an den nützlichen Neuerungen abhängen. Die technologische Entwicklung dürfte in den nächsten drei bis vier Jahren allerdings so weit fortgeschritten sein, dass sich dann auch für die Nutzer ein weiteres Upgrade lohnt.

Kritisch muss man allerdings in den Raum stellen, ob überhaupt noch der Markt an Personal Computern abgegrenzt betrachtet werden darf. Vielmehr dürften dann auch mobile Endgeräte wie Kleinstcomputer, PDAs und Mobiltelefone eine tragende Rolle im IT-Markt übernehmen. Sektoren, bei denen der Anteil von Microsoft nochmals deutlich geringer und die Konkurrenz wie Nokia oder Google erheblich stärker ist.

[rl]

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