Nun muss man aktuell um die Situation beim Hersteller AMD kaum noch etwas schreiben. Es dürfte hinreichend bekannt sein, dass die Vier-Kern-Server Prozessoren (Barcelona), wie auch die Desktop-K10-Ableger (Phenom) aktuell in den Schlagzeilen durch einen Prozessor-Fehler von sich reden machen. Eine
Streichung der Benchmark-Resultate bei der SPEC,
Verschiebungen von schneller getakteten Prozessoren und BIOS-Fixes mit Leistungseinbrüchen bis zu
50 Prozent bestimmten die AMD-Schlagzeilen der letzten Monate, ganz zu schweigen vom Einbruch der
AMD-Aktien.
AMD hat angeblich erkannt, dass die Abnehmer von AMD Prozessoren vom Unternehmen weniger auf Leistung, sondern mehr auf Energieeffizienz setzen. So zumindest sind die Ausführungen bei den
X-Bit-Labs zu deuten. So habe AMD am vergangenen Freitag geäußert, dass die Anwender vom Unternehmen kleinere Phenom-CPUs mit weniger Leistungsaufnahme fordern würden, statt höhere Leistungsklassen wie die noch nicht verfügbaren 9700 und 9900 Modell der Phenom-Serie.
Auch mitbetroffen
sei hier die Nachfrage nach den
Drei-Kern-CPUs. Und so will AMD hunderdtausende Chips der kleineren Serien, auch Triple-Core, noch im ersten Quartal 2008 zur Verfügung stellen, darunter auch ein Phenom 9100e, welcher mit 1,8 GHz takten wird.
Gleichzeitig bestätigt der Hersteller abermals unsere
Meldung von gestern, dass schnellere Phenom-CPUs im gefixten B3-Stepping erst im zweiten Quartal 2008 zu erwarten sind.
Ungeachtet einer lobenswerten Denkweise in Richtung Energieeffizienz, erscheinen die Aussagen dann definitiv als
"Notlüge" zur erklärenden Darbietung der erneuten Verzögerung der schnelleren Prozessoren. Nichts mehr würde dem Unternehmen aktuell weiterhelfen, als positive Schalgzeilen über Leistung, natürlich auch mit einhergehender Energieeffizienz, insbesondere auch im Server-Segement, in welchem AMD aktuell um den Verlust hart erkämpfter Anteile fürchten muss. Es wird sich zeigen, wie die Anwender denn letzten Endes auf die "kleinen", sparsamen Phenom oder Triple-Core-Modelle reagieren werden. Es wird sich ebenfalls zeigen, wie der Markt reagiert, sollte Intel sich abrupt dazu entschließen, kleinere Vier-Kern-Modelle als den Q6600 anzubieten. Denn kleiner als 2,4 GHz geht es dort allemal. Allerdings auch deutlich schneller und natürlich auch sparsam, blickt man den 45nm-Modellen entgegen.