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 Viren für mehrere Plattformen immer wahrscheinlicher

Software | 30.05.2007, 15:39
In nicht allzu ferner Zeit dürften Viren, die auf mehreren Plattformen funktionieren, keine Ausnahme mehr sein. Bisher hatten sich die Entwickler der Schadprogramme immer auf lediglich eine Plattform wie etwa Microsoft Windows beschränkt, doch könnte das Bestreben der Software-Industrie, ihre Anwendungen für viele Plattformen anzubieten, den Nährboden schaffen, den die Viren für ihre Verbreitung auf verschiedene Betriebssysteme benötigen. Ein Beispiel hierfür lieferte ein Wurm für Office-Suite OpenOffice.org, der sich durch die eingebauten Makro-Funktionen verbreiten konnte.

Makrovieren sind bereits seit Microsoft Office bekannt und nutzen die Möglichkeiten der entsprechenden Anwendung, die Schnittstellen bereit stellt, um sowohl auf interne Funktionen aber auch auf externe Betriebssystemfunktionen zugreifen zu können. Der OpenOffice-Wurm arbeitet mit dem gleichen Prinzip und betrifft dadurch gleich drei Plattformen — Windows, Mac OS X und Linux. Für alle drei gibt es OpenOffice.org, das quasi als Hostsystem mit einheitlicher Systemumgebung herhält und die entsprechenden Zugriffe auf das Betriebssystem ermöglicht.

Nun lässt sich das Makroproblem einfach umgehen, indem man nur Dokumente verwendet, die aus vertrauten Quellen kommt. Doch eröffnen sich durch die Cross-Plattform-Software zahlreiche weitere Möglichkeiten, die bisher durch die Heterogenität der Betriebssysteme nicht bestanden. So könnten auch Spiele wie etwa Doom 3 oder Unreal Turnament 2004 als Basis für Schadcode missbraucht werden. Auch APIs wie QT oder Mono, die Systemaufrufe für unterschiedliche Systeme normieren oder die Plattformunabhängige Programmiersprache Java könnten entsprechenden Nährboden für findige Virenprogrammierer bieten.

Im Ergebnis bedeutet das schlicht, dass das Zusammenwachsen der Betriebssysteme auch die Basis für Viren vergrößert. Der Traum der Anwender, ihre Lieblingsapplikationen unabhängig vom Betriebssystem einzusetzen, hat damit auch eine Kehrseite, der man sich bewusst sein muss. Natürlich heißt das nicht, dass sich die zunehmende Zusammenarbeit der Plattformen negativ zu werten ist, da sie eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten eröffnet, die bisher nicht gegeben waren — ganz abgesehen von der Unabhängigkeit einzelner Hersteller. Doch sollten sich auch Anwender vermeintlich sicherer System wie Linux oder MacOS X bewusst werden, dass ihre Systeme bei allzu leichtsinniger Bedienung ein Ziel für Angreife von außen sein könnten. Vorsichtsmaßnahme Nummer Ein: Keine Software von Unbekannten ausführen, gilt damit umso mehr.
[rl]

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