Nach der angekündigten Offerte von Microsoft, Yahoo für einen Rekordpreis von 44,6 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen, hat sich der Suchmaschinen-Zweite nach reichlicher Überlegung entschieden, das Angebot auszuschlagen. Das Angebot läge massiv unter dem tatsächlichen Wert des Unternehmens und berücksichtige nicht das Risiko, durch zusätzliche Regulation behindert zu werden. Man wolle sich nicht "stehlen" lassen.
Man wolle laut
Wall Street Journal nicht, dass Microsoft die aktuelle Schwächesituation von Yahoo für sich ausnutzt, sondern erwartet ein aus Sicht von Yahoo faires Angebot von mindestens 40 US-Dollar — oder fast 60 Milliarden US-Dollar.
Ob Microsoft diese Forderungen erfüllt, bleibt abzuwarten. Schon beim aktuellen Angebot müsste das Unternehmen sich erstmals seit Jahren wieder verschulden. Ein Aufschlag von weiteren 25 Prozent dürfte da nicht leicht von der Hand gehen. Weiterhin sucht Yahoo derzeit aktiv nach "Weißen Rittern", die das Unternehmen im Kampf gegen Microsoft unterstützen und landete dabei auch beim Erzfeind Google. Auch diesem würde ein erstarkender Konkurrent wohl deutlich auf den Magen schlagen, obgleich Google gerade in Europa unangefochten an die Spitze des Suchgeschäftes anführt. Als weitere Partner werden unter anderem Time Warner gehandelt.
Sollte Microsoft trotz des Widerstandes versuchen, Yahoo zu übernehmen, besteht hier neben Verhandlungen mit den Großinvestoren auch die Chance stetig Anteile über den täglichen Börsenhandel aufzukaufen. Die Frage ist allerdings, ob über diesen Weg, der nicht nur deutlich länger dauern und aufwändiger ausfallen würde, der Preis für die Übernahme nicht noch zusätzlich in die Höhe geschraubt wird.
[rl]