Mit dem Zukauf der Video-Plattform Maven hat Yahoo sein Geschäftsfeld erweitert und setzt dabei wohl auf die Kontakte des Unternehmens zu Fox News, CBS oder Sony BMG. Rund 160 Millionen US-Dollar hat der Suchmaschinenbetreiber in den Video-Lieferanten investiert, um ihn in Zukunft weiter auszubauen und damit das Werbegeschäft zu vervollständigen. Besiegelt wurde das Geschäft bereits am 31. Januar — kurz bevor Microsoft sein Milliarden schweres Übernahmenangebot veröffentlichte.
Yahoo selbst zeigte sich von dem Angebot der Redmonder bisher wenig begeistert und schlug die Preis von fast 45 Milliarden US-Dollar als zu niedrig aus. Fraglich ist allerdings, was das Unternehmen tatsächlich für die Zukunft im Schilde führt. Berichten zufolge, sollen die Aktionäre dem Angebot von Microsoft weit weniger abgeneigt sein. Es könnte also sogar Gegenwind aus den eigenen Reihen aufkommen. Möglich wäre aber auch, dass man schlicht um einen höheren Kaufpreis pokert.
Sollte Yahoo tatsächlich planen, in Zukunft allein weiter zu machen, hat man als Zweiter im US-Markt eine recht ordentliche Ausgangsbasis. Im Gegensatz zu vielen Unternehmen zur Jahrtausendwende kann man sich auch noch immer an Gewinn erfreuen, obgleich dieser in den vergangenen Quartalen weit weniger ansehnlich wächst als von einem besser positionierten Konkurrenten.
Einen Schritt nach vorn kam Yahoo in jedem Fall durch die Partnerschaft mit T-Mobile für die Mobilfunk-Anzeigen in Großbritannien auf Basis von Web'n'Walk. Weitere Technologien wie Yahoo oneConnect für das Handy
stellt Yahoo außerdem zum aktuellen World Mobile Congress in Barcelona vor, der die Kommunikation mit anderen Netzteilnehmern per Instant Messaging, E-Mail oder SMS deutlich vereinfachen soll.
[rl]