Eine US-Richterin in Washington hat eine Sammelklage gegen Microsoft zugelassen, die von knapp 10.000 Personen getragen wird. Sie richtet sich gegen den Vertrieb von Desktop-PCs und Notebooks im Winter 2006 die das Logo "Windows Vista Capable" aufwiesen, denn manche dieser Computer waren nicht in der Lage die "Aero Glass" Oberfläche, den “Movie Maker“ oder andere Anwendungen zu nutzen.
Das Logo "Windows Vista Capable" dient dazu, um Rechner zu kennzeichnen, die für die Vista Grundversion "Home Basic" spezifiziert sind. Für die Nutzung der Versionen "Home Premium" oder gar "Ultimate" musste der Rechner das Logo "Vista Premium ready" aufweisen. Genau hier sehen die Kläger eine absichtliche Täuschung. Die Redmonder bestreiten dies und weisen daraufhin, dass man versucht hat über die verschiedenen Anforderungen der einzelnen Version und des Label-Programms zu informieren. Aber selbst in internen Kreisen war das Programm in die Kritik geraten, weil es zu undurchsichtig war, was sicherlich auch daran lag, dass selbst hochrangige Mitarbeiter, wie der Leiter des Produkt-Managements, auf das eigene Label-Programm reingefallen sind.
Das größte Problem der in der Sammelklage angesprochenen Computer stellt eine fehlende DirectX-9-Grafikkarte dar. Dies tritt besonders häufig bei integrierter Grafik auf und hier vor allem bei Notebooks. So wurden im Winter 2006 vor allem Notebooks mit einem Intel-Chipsatz der 915-Generation verkauft, jedoch wird DirectX 9 erst aber 945-Generation unterstützt. Aber auch andere Anforderungen seien nicht immer erfüllt worden. So beklagen einige einen mangelnde Größe des Arbeitsspeichers, da sie lediglich über 512 MB verfügen, was wiederum eine minimal Anforderung bei Vista darstellt und so auch zu Problemen bei einigen Anwendungen führt.
Nun ist zu
lesen, dass Microsoft das "Windows Vista Capable" Logo nur eingeführt hat, um Intel bei den Quartalszahlen für den Winter 2006 und bei dem Absatz des 915-Chipsatz zu helfen. Dabei beruft sich der Blogger der Tageszeitung "Seattle Post Intelligencer" vorwiegend auf eine E-Mail eines Microsoft Mitarbeiters. Intel dementierte entsprechende Gerüchte umgehend und betonte das der angesprochene Mitarbeiter John Kalkman bei Intel überhaupt nicht bekannt sei. Aber auch in den veröffentlichen
Unterlagen tauchen entsprechende Behauptungen auf.
[dk]