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 Was kommt nach der Spinne? - AMDs Plattform-Pläne

Chipsätze | 02.03.2008, 21:49
Mit Einführung des AMD Phenom Prozessors hatte AMD nicht nur eine neue CPU-Generation vorgestellt, sondern ein geschnürtes Plattform-Paket unter dem Namen "Spider". Die ATI-Übernahme, welchen den Konzern soviel Geld kostete und soviel Ärger bereitete, sollte mit Spider erste Früchte tragen, indem man dem Markt fertige Bundles auf Motherboard-Chipsatz, Grafikkarte und Prozessor bieten konnte. Spider ist in seiner Konfiguration auf den High-End-Markt ausgerichtet, soll Phenom Vier- und Drei-Kern-Prozessoren beherbergen und die Plattformen basierend auf AMD 790FX-Chipsätzen können auch schnellsten DDR2-1066 Speicher ansteuern und bieten gar 2- oder 4-Wege CrossFire. Die passenden Grafikkarten dazu stellen die AMD Radeon HD 3850, 3870 und 3870 X2 dar. Doch nicht jeder braucht High-End und möchte soviel Geld ausgeben und natürlich nützt eine Plattform-Strategie auch nur dann was, wenn man verschiedene, breite Anwenderschichten gleichzeitig bedienen kann. Und so liegt auf der Hand, dass Spider nicht alleine sein darf. Inzwischen liegen Informationen vor, wie AMDs Pläne zu weiteren Plattformen in diesem Jahr, aber auch zu kommenden Nachfolgern im nächtsten Jahr aussehen sollen.

Perseus wird wohl als erste weitere Plattform Spider ergänzen und richtet sich an die Business-Class - also vom einfachen Heimrechner bis hin zum Office-PC. Als Prozessoren sollen hier neben Agena (Phenom X4) und Toliman (Phenom X3) vor allem auch die kommenden Zwei-Kern-Prozessoren auf Basis des Kuma-Kerns zum Einsatz kommen. Als Plattform soll dabei weiterhin die AMD 7-Series-Chipsätze zum tragen kommen (RS780), welche wohl in Kürze um den AMD 780G erweitert werden. In der Feature-Liste der DDR2-Chipsätze wird vor allem mit den Möglichkeiten der integrierten Grafiklösung geworben: DVI, HDMI, Display-Port und "Native Multi Monitor" geworben, aber auch mit "IGP-Power-Management" - ein Feature welches Energieeffizienter arbeiten soll. Vermutlich gruppiert AMD diese Plattform von daher auch in die Gruppe "Green IT Plattform" ein - was immer ein jeder Hersteller darunter auch verstehen mag.

Als passende separate Grafikkarten steht hier ebenfalls die HD3000-Familie zur Seite, allerdings bezieht man sich bei dieser Plattform wohl eher auf die kleineren Modelle wir HD 34xx bis 36xx. "Industrie best 24-month stability" zeigt, dass wir mit der Einschätzung zur Ausrichtung dieser Plattform an die genannte Zielgruppe richtig liegen. AMD gewährt darin gewisse Garantien über Verfügbarkeiten, Aufrüst- und Nachliefermöglichkeiten.

Nächster im Bunde ist das "Wagenrad" - die deutsche Übersetzung für AMDs Cartwheel Plattform, die ebenfalls noch in diesem Jahr erscheinen wird. Dabei hat es von den Eckdaten ein wenig den Eindruck, dass durch den Cartwheel die Spinne zum fünften Rad am Wagen wird.

Bei den Prozessoren spricht AMD ebenfalls nur von Multi-Core-Lösungen - allerdings soll hier natürlich auch Toliman und Kuma zum Einsatz kommen. Eine breiter ausgerichtete Plattform, vermutlich der AMD Mainstream-Bereich. Bei der möglichen integrierten Grafik kommen alle Eigenheiten des Perseus zum tragen, bei den separaten Grafikkarten weist der Hersteller aber ausdrücklich auch noch auf Hybrid CrossFire hin. Ebenfalls taucht wieder der Hinweis auf "Green PC" auf, allerdings treffen wir einen alt bekannten, fast schon wieder vergessenen Namen an: DTX Open Standard - AMDs offenes Entwicklungskonzept zur Herstellung kleinerer Form Factors.

Fassen wir all diese Informationen bis dahin zusammen, ist die AMD Plattform-Architektur in drei Lager gespalten: Spider stellt das High-End-Segment dar, Cartwheel ist für den Mainstream und auch gehobenen Bereich gedacht und Perseus ist AMDs Angebot für Einsteiger- und Business-Computer.

AMDs Planungen für die Plattformen ab 2009

Durch die bevorstehenden 45-nm-Prozessoren (Star-Cores) hat AMD allerdings gleich auch die passende Plattform-Planungen für 2009 mit berücksichtigt und die Nachfolger stehen bereits fest.

"Leo" - wir wissen nicht genau an was sich AMD hier bei der Namensgebung orientierte (Leopard, Leonidas?) - wird 2009 der offizielle Nachfolder der Spider-Plattform und wird mit DDR3-Support auf Sockel AM3 die CPUs Deneb FX (Quad-Core Phenom FX, 45 nm), Propus (Quad-Core Phenom 45 nm) und Heka (Tri-Core Phenom) beherbergen. Einschränkungen an AM3 macht AMD in seinen akutellen Roadmaps aber - diese Plattform könnte nach aktuellem Stand der Dinge auch DDR2 unterstützen.

Als Unterbau, Chipsatz also, wird die AMD 8-Series zur Verfügung stehen, über welche AMD derzeit in seinem Fahrplan noch keine Angaben macht. Gleiches gilt für die separaten Grafikkarten, die AMD nur mit AMD R700-Generation nennt. Nichts desto trotz steht fest, dass AMDs Gruppierung in AMD Game! und der Hinweis auf 2- und 4-Wege CrossFire keinen anderen Rückschluss zulässt, als dass Leo AMDs Hig-End-Plattform 2009 wird.

Der Nachfolger der Einsteiger- und Business-Plattform Perseus soll 2009 Kodiak werden. Deneb, Propus, Heka und Regor (Dual-Core 45nm) stehen auf der Prozessor-Support-Liste, ebenso wie DDR3- und DDR2-Unterstützung. Beim Chipsatz bleibt er hier aber vorerst beim RS780, allerdings will man diesen mit der SB800 Southbridge im Peripherie-Bereich weiter ausbauen. Die passende separate Grafikkarte wird dann wohl über kleinere Ableger des R700-Grafikkerns dargestellt werden.

Den Mainstream-Bereich, der 2008 von Cartwheel abgedeckt werden soll, wird 2009 mit "Cartwheel-Refresh" einen Nachfolger finden. Prinzipiell lassen sich hier keine Abweichungen in der Feature-Liste zum Kodiak finden. Abermals erfolgt seitens AMD der Hinweis auf DTX.

Zusammenfassend darf man sagen, dass AMDs Plattform-Planungen sich in der Roadmap schlüssig lesen und zudem steht Spider schon viel zu lange ohne Unterstützung da. Cartwheel und Perseus sind wichtige und wesentliche Merkmale für AMD Planungen, um aus der Übernahme von ATI endlich den gewünschten Erfolg zu erzielen. Wollen wir hoffen, dass AMD sich nicht wieder selbst Fallstricke gelegt hat, wie bei der Einführung der Spider-Plattform.

Zu den Nachfolgern lässt sich aktuell einfach noch wenig sagen. Die Geschichten Leo, Kodiak und Cartwheel-Refresh brauchen schlicht noch Zeit bis zur offiziellen Vorstellung einer AMD R700-Grafikkarte, bis sich abschätzen lässt, wo sich AMD mit den Planungen für 2009 bewegen kann.
[pg]

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