Der offene Standard für Textformate OOXML von Microsoft könnte nach der bis zum Wochenende gelaufenen Abstimmung
womöglich offizieller Standard nach ISO-Normierung werden. Bis Samstag Abend lief eine weltweite Abstimmung zur Aufnahme des Standards, die im ersten Anlauf im September 2007 aufgrund massiver Kritik gescheitert war. Neben dem Office Open XML Standard gibt es bereits eine Alternative unter dem Namen Open Document Format (ODF).
Unter Kritik steht OOXML von Mircrosoft aus verschiedenen Gründen. Zum einen umfasst die Spezifikation über 6000 Seiten und ist damit nur schwer erfassbar. Weiterhin sei es laut dem Förderverein für Freie Informationelle Infrastruktur FFII ein Minenfeld von unbekannten gewerblichen Schutzansprüchen. Sie verbergen unkalkulierbare Risiken im Hinblick auf die Lizenzbedingungen und machen eine Implemntierung daher für Entwicklung teilweise unmöglich. Außerdem enthält der Standard zahlreiche Fehler, die bis zum Stichtag bereits mit über zehntausend Verbesserungsvorschlägen kritisiert wurden und damit einen neuen Weltrekord darstellen.
Kritiker stellen bereits das Abstimmungsverfahren in Frage und fordern eine weitere Überprüfung. So wolle Microsoft den Standard nur unter massiver Lobby-Arbeit und unter Zuhilfenahme von Strohmännern in mehreren Ländern durchdrücken. Im Vergleich zu den geschlossenen Dokumentenformaten, die bisher in Microsoft Office zum Einsatz kamen, ist ein geöffneter Standard aber ein guter Schritt nach vorn, auch wenn sich objektiv nur schwer erklären lässt, warum man nicht einfach auf vorhandene Standards zurückgreift.
[rl]