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 Hiobsbotschaften von AMD - Abschreibungen in Milliardenhöhe

Wirtschaft | 12.07.2008, 14:27
Einmal mehr hat AMD für negatives Aufsehen in der Wirtschaftswelt gesorgt und kündigt erneut Abschreibungen in Milliardenhöhe an. Grund dafür ist der Wertverfall des Grafikspezialisten ATI, für den der Prozessorexperte vor zwei Jahren nach heutigen Maßstäben deutlich zu viel bezahlt hat. Diesmal handelt es sich um den Bereich "handhelds and digital television", dessen Wert um 880 Millionen US-Dollar nach unten berichtigt wird. Insgesamt hat AMD mit 3 Millarden US-Dollar damit nun rund die Hälfte des ATI-Kaufpreises von 5,6 Milliarden US-Dollar abgeschrieben.

Neben den Abschreibungen im Zusammenhang mit der ATI-Übernahme stehen bei AMD auch weitere zusätzliche Ausgaben für Abfindungen und kurzfristige Investitionen für die kommende Woche erwartete Bilanz zum zweiten Quartal auf dem Programm. Hier handelt es sich insgesamt um 68 Millionen US-Dollar, von denen 32 auf die Abfindungen und 24 Millionen auf die Wertberichtigung der Flash-Speicher-Tochter Spansion entfallen. Gleichzeitig verzeichnet AMD aber auch Einnahmen durch den Verkauf von Halbleiter-Technik aus den eigenen Fabriken.

Aussagen zur Geschäftsentwicklung selbst behält sich AMD wohl noch bis nächste Woche vor. Das Unternehmen wiederholt beständig, wie wichtig der Kauf von ATI war, um sich langfristig auf dem Markt zu positionieren und Grafik und Prozessor zu vereinen. Analysten hatten schon damals diese Entscheidung kontrovers diskutiert und festgestellt, dass die Übernahme für das Unternehmen extrem kompliziert und aufwändig werden dürfte.

Bei AMD gilt es noch immer, die Geschäftsprozesse zu optimieren und viele Einsparungen durch Synergieeffekte zu erzielen, was wohl besonders auf Entwicklungs- und Verwaltungsebene der Fall sein dürfte. Abzuwarten ist außerdem, wie weit AMD in Zukunft die eigenen Werke auslasten kann. Zwar tauchten immer wieder Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Fabriken auf, doch ließ sich bisher noch nichts handfest belegen.

Der Aktienkurs von AMD ist zur Zeit für Anleger wohl mehr als ein Trauerspiel. Binnen eines Jahres fiel der Wert von rund 16 um 70 Prozent auf nur noch 5 US-Dollar. Ein Bereich, der wohl auch bei Übernahmen interessant sein dürfte, wenn man bedenkt dass der Wert an der Börse mit 2,9 Milliarden US-Dollar nicht einmal den im zweiten Quartal bilanzierten Wert des Sachanlagevermögens abdeckt. Die allgemein schlechte Stimmung im Technologie-Sektor, die quer durch alle Bereiche auch auf Intel und NVIDIA, sowie auf die zahlreichen Elektronik-Unternehmen wie Sony oder Microsoft und natürlich die gebeutelten Halbleiter-Spezialisten Infineon oder Qimonda drückt, verschlimmert den Effekt.

Versteht man die Kursentwicklung allerdings als Erwartungen an die Zukunft, scheinen die Anleger derzeit kein Vertrauen in den langjährigen Intel-Konkurrenten zu pflegen. Entsprechend gut stehen die Chancen auf eine baldige Erholung, wenn AMD sein Versprechen einlöst und wieder operative Gewinne einfährt.

[rl]

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