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 Vielleicht schon bald 12-Dollar-Computer für Entwicklungsländer?

Notebooks | 06.08.2008, 14:21
Der Trend zum Billig-Notebook ist ungebrochen und soll vor allem in den Entwicklungsländer mehr Bildung in allen Schichten ermöglichen. Nachdem One Laptop per Child (OLPC) mit seinem 100-Dollar-Projekt klaglos gescheitert ist und eher den Grundstein für mehr eine neue Produktgattung in den Industriestaaten gelegt hat, haben sich nun Designer ein noch größeres Ziel gesetzt: Ein Computer für nur 12 US-Dollar.

Im Gegensatz zum Laptop-Projekt setzen die Entwickler von Design for Development jedoch auf ein vollkommen anderes Konzept. Der Computer soll kein neu entwickeltes Mobil-Gerät werden, sondern vielmehr aus Komponenten hergestellt werden, die bereits vor über 20 Jahren am Markt vertreten waren. Das Ergebnis ist ein TV-Computer, der auf 8-Bit-Hardware setzt und nur minimalsten technischen Ansprüchen gerecht wird.

Unter dem Namen Educational Home Computer Initiative (eHCI) sollen dabei das Nintendo Entertainment System die Basis bilden, welches erweitert mit Flash-Speicher und Internet-Zugang die grundlegenden Fertigkeiten im Umgang mit Computern trainieren soll. Als Ziel setzt man sich vor allem das Verständnis für die Technologie, Umgang mit der Tastatur und die Programmierung unter der Programmiersprache Basic. Dafür soll eigenes ein spezielles Software-Development-Kit entwickelt werden, mit dem man später auch weiterführende Lernsoftware erstellen kann. Ein anderes Team soll zudem an vergleichbaren Zielen auf Basis von Apple-II-Hardware arbeiten.

Realistisch ist dieses Konzept vor allem in der Hinsicht, dass sich die Mittelschicht in Indien derartige Geräte viel eher leisten kann. Zudem befindet sich bereits jetzt in jedem zweiten Haushalt ein Fernseher, der als Bildschirm für den TV-Computer dient. Man erwartet zudem, dass sich der Einkommenszuwachs durch PC-Kenntnisse von einem Dollar pro Tag auf einen Dollar pro Stunde steigern ließe und man damit zum breiteren Wohlstand der immernoch weitestgehend armen Gesellschaft beitragen könnte.

Für One Laptop per Child erwartet man hingegen, dass sich erst ab 2011 das gesetzte Ziel von 100 US-Dollar pro Gerät erreichen lässt. Zur Zeit schlagen die Low-Cost-Laptops mit nahezu 200 US-Dollar zu Buche und werden primär über die Industrieländer finanziert, die jeweils ein zweites Gerät als Spende im Paket kaufen. Vielleicht haben die Menschen bis dahin ja durch den cleveren TV-Computer ihr Einkommen so weit verbessern können, dass sie dann auch einen OLPC für 100 US-Dollar aus der eigenen Tasche finanzieren können...
[rl]



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