NVIDIA wird seit Monaten nicht müde sein eigenes
CUDA-Programmierkonzept zu vermarkten, um damit Rechenaufgaben auf die Grafikhardware auszulagern, was abhängig vom Anwendungszweck große Performancezuwächse ermöglichen kann. AMD hat mit Close-To-Metal (CTM) und dem C-Dialekt Brook bereits seit längerem ein ähnliches, wenn auch aufwendigeres Konzept im Gang. Während NVIDIA sein Modell in einer Hochsprache umsetzte, ging AMD den Weg der hardwarenäheren und damit weniger abstrahierten Programmiersprache, die damit aber weniger Programmierer überzeugen konnte. AMD scheint sich von diesem Weg nun aber zu verabschieden.
Auf
TG Daily ist von einer Aussage von Raja Koduri, CTO von AMD GPG (das, was früher ATI war) zu lesen, dass man die Zeit der proprietären Lösungen als beendet ansehe. Dies betreffe sowohl das eigene CTM als auch NVIDIAs CUDA. Auf dem GPG CTO Technology Day verkündete er, dass man CTM zugunsten der Programmiermodelle von
DirectX 11 und OpenCL aufgeben will. Gerade letzteres aus der gleichen Quelle wie das erfolgreiche OpenGL wird aufgrund der breiten Unterstützung von Firmen wie z.B. CyberLink eine gute Chance eingeräumt, während DirectX traditionell einen hohen Stellenwert im Windows-Bereich geniest, aber gerade im professionellen Simulationsumfeld eher keine Rolle spielte.
Entsprechende Produkte sollen bereits im ersten Quartal 2009 auf den Markt kommen, was die Vermutung nahelegt, dass damit die
RV870-Grafikchips gemeint sein könnten. Daneben soll es die Accelerated Processing Unit (APU) genannten
CPU/GPU-Hybride auf der gleichen Programmierachitektur nun im ersten Halbjahr 2009 geben.
Grundsätzlich wäre es zu begrüßen, wenn sich die drei Hauptteilnehmer im Grafikmarkt, nämlich Intel, NVIDIA und AMD auf eine gemeinsame Lösung einigen, um möglichst große Unterstützung seitens der Softwareindustrie und damit auch der Anwender zu erreichen. Doch gerade NVIDIA hat bereits sehr viel Energie in CUDA gesteckt, so dass hier mit der Haltung "
CUDA ist für alle da" natürlich ein gewisses Sendungsbewusstsein zu erkennen ist. Das Jahr 2009 wird zeigen, wie viel CUDA in DirectX 11 und OpenCL steckt und wie weit die anderen die Programmiertechniken auf ihre Hardware zurechtbiegen können. Sicher wird es noch mindestens eine weitere Generation dauern, bis alle drei Effizienz auf Augenhöhe aus dem Quellcode schöpfen können - doch das war mit den bisherigen DirectX-Versionen ja nicht anders.
[tm]