Damit in Zukunft auch der Strom ohne störendes Kabel aus der Steckdose bezogen werden kann, forschen zahlreiche Unternehmen an neuen Technologien in dieser Richtung. Intel hat im Rahmen des Intel Developer Forums seinen eigenen Stand
vorgestellt und Eindrücke zur aktuellen Forschungsarbeit in Sachen Wireless Strom vermittelt. Dabei handelt es sich um eine Technologie unter dem Namen
Wireless Resonant Energy Link (WREL), die es über kurze Distanzen ermöglicht, Strom zu übertragen und damit zum Beispiel Akkus aufzuladen. Derzeit kann Intel eine 60-Watt-Glühbirne zum leuchten bringen, will in Zukunft aber noch deutlich weiter gehen.
Derzeit wird bereits unbewusst kabelloser Strom im Badezimmer genutzt, wenn man zum Beispiel eine elektrische Zahnbürste auflädt. Auch RFID nutzt kabellose Energie durch Induktion, um die Chips auslesen zu können. Hier sind allerdings sowohl die Entfernungen als auch die erreichbare Leistung noch sehr gering. Während andere Projekte wie Kontenda daran arbeiten, kabellosen Strom für die Industrie einsatzfähig zu machen, zielt Intel gemeinsam mit dem MIT besonders auf den Elektronikbereich bis 100 Watt.
Wann hier allerdings mit ersten markttauglichen Ergebnissen zu rechnen ist, steht noch in den Sternen. Bisher gilt es noch, zahlreiche technische Hürden zu lösen — vor allem um die Übertragung so umzusetzen, dass keine Leben gefährdet werden. Wenn es dann einmal so weit ist, darf man sowieso gespannt sein, was Strahlenschützer vom Wireless-Strom halten werden. Schon bei vergleichsweise geringer Energie für Mobilfunknetze ist die Diskussion um gesundheitliche Risiken regelmäßig neu aufkochen, ohne dass eindeutige Nachweise in die eine oder andere Richtung erbracht werden können. Spannend dürfte außerdem die Effizienzfrage sein, die insbesondere in Zeiten von aktivem Umweltschutz und Klima-Katastrophen in vielen Bereichen eine Rolle spielen dürfte. Lassen wir uns also überraschen.
[rl]