Auf dem Intel Developer Forum lag das besondere Augenmerk auf dem neuen Core i7 alias Nehalem und Larrabee, doch neben diesen beiden Konzepten sind bereits weitere
Informationen über die Zukunftspläne des Prozessorspezialisten bis 2012 aufgetaucht. Neben dem 32-nm-Prozessor
Sandy Bridge rückt damit auch
Haswell ins Blickfeld, der 2012 erstmals in 22-nm-Strukturen hergestellt werden soll.
Nehalem startet erstmals im vierten Quartal 2008 als 45-nm-Prozessor für den Sockel 1366 mit vier Kernen. Sie verfügen über jeweils 256 KB L2-Cache und teilen sich gemeinsam 8 MB L3-Cache. Die
Nehalem-Spezifikationen sind im wesentlichen seit März bekannt und haben wir erst kürzlich detailliert
beschrieben. Neu hinzugekommen sind jedoch
Spekulationen über die Taktraten, die wohl bei 2,66 GHz, 2,93 GHz und 3,20 GHz liegen sollen. Offiziell hat sich Intel hierzu aber noch nicht geäußert. Auch der Turbo-Mode, der vom Prinzip her aus dem Notebook-Bereich bekannt ist, wurde erst vergangene Woche ausführlicher vorgestellt und verspricht mehr Performance bei geringerem Verbrauch.
Im Rahmen der Tick-Tock-Strategie von Intel dürfte Nehalem Ende 2009 einen ersten Die-Shrink erfahren und als funktionsgleicher
Westmere in 32 Nanometern hergestellt werden.
Sandy Bridge und Haswell mit 8 Kernen
Als Nachfolger steht schließlich
Sandy Bridge auf der Roadmap. Der Prozessor vereint erstmals acht Kerne auf einem Chip und verfügt über 16 MB L3-Cache. Durch die Hyper-Threading-Technologie finden sich dann im Betrieb 16 logische Prozessoren wieder. Neu sind weiterhin die
Advanced Vector Extendsions (AVX) als Nachfolger für die 128-Bit-SSE-Befehlssatzerweiterungen, die erstmals 256 Bit breite Befehle mit insgesamt vier Operanden zulassen und Floating-Point-Operationen wesentlich beschleunigen. Auch
Sandy Bridge erfährt voraussichtlich 2011 einen Die-Shrink auf 22 Nanometer und soll dann als
Ivy Bridge ausgeliefert werden.
Als architektonischer Nachfolger steht schließlich
Haswell auf dem Programm, der ebenfalls als 22-nm-Prozessor geplant ist. Mit acht Kernen unterscheidet er sich zumindest in diesem Fall nicht vom Vorgänger, soll dafür aber neue Optimierungen erfahren, um Programmcode noch schneller ausführen zu können. Wesentlicher Bestandteil hierbei ist
Fused Multiply Add (FMA), eine Instruktion, mit der in einem Schritt multipliziert und addiert werden kann.
Die wichtigsten Projekte sind damit neben der Integration des Speicher-Interfaces in den Prozessor wohl die Vereinigung von CPU und GPU auf einem Chip. Während vom ersten Schritt aber alle Anwendungsbereiche profitieren, ist letzterer insbesondere für den Bereich hochintegrierter Systeme nützlich, wie sie etwa in mobilen Computern unterschiedlichster Größe zum Einsatz kommen.
An diesem Punkt setzt schließlich
Tolapai an, der genau auf den
Markt für Embedded-Systeme, PDAs oder MIDs zielt. Im Gegensatz zu Nehalem oder Larrabee setzt er auf
Dothan oder
Yonah und vereint noch in diesem Jahr sowohl CPU, Grafik, Speicher, und Chipsatz auf einem ganzheitlichen System-on-Chip. Features sind hier sowohl DDR2-Support, PCI Express und Gigabit-Ethernet. Die Taktraten sollen nach aktuellen Informationen bei maximal 1,2 GHz liegen, was als prädestinierter ARM-Konkurrent wohl auch vollkommen ausreicht.
[rl]