Wie in Star Trek müssen sich zeitweilig die Gäste der Eröffnungsfeier von Ciscos neuer Konzernzentrale im indischen Bangalore gefühlt haben. Dort holte Cisco Chef John Chambers in einer Konferenzschaltung seinen Vize-Chef Marthin de Beer auf die Bühne - als Hologramm. De Beer befand sich dabei in Kalifornien, mehrere tausend Kilometer entfernt auf der anderen Seite der Erde. Dennoch war das Gespräch zwischen Mr. Chambers und De Beers lebensgroßer, holographischer Darstellung erstaunlich frei von Verzögerungen, sehr darstellungs- und sprachsynchron und damit letztendlich sehr lebensecht. Die Vorführung war eine Technologie-Demonstration der neuen "Telepresence Magic"-Entwicklung.
Cisco hält sich über genaue technische Details verständlicherweise bedeckt, bekannt ist nur, dass für die Darstellung des Hologramms ein Glasquader verwendet wird. Ein in 90nm gefertigter
ASIC soll die Full-HD-Bilddaten in einen 10MBit/s Datenstrom komprimieren. zwischen den Gesprächsteilnehmern darf laut Cisco jedoch nur eine maximale Latenz von 160ms herrschen.
Eine marktreife Lösung soll ab Ende 2008 den Endkunden ereichen. Dieser sollte aber über eine gut gefüllte Kasse verfügen: bedenkt man den Preis von ungefähr 300.000$ für die
"herkömmliche" Telepresence 3000 Lösung wird "Telepresence magic" sicher keine billige Anschaffung werden. Damit sollte wohl klar sein, dass die Zielgruppe größere Unternehmen und Konzerne sind, welche auch über die notwendigen Anbindungen an das Internet verfügen. Nichtsdesto unterstreicht damit der derzeit weltweitführende Netzwerkhersteller seine Ankündigungen, stets nach neuen Anwendungsmöglichkeiten für breitbandige Netzwerktechnik zu suchen.
Ein eindrucksvolles Video der Konferenz ist
auf YouTube zu sehen.
[ri]