Der BTX-Standard (Fortsetzung)
Die Verkleinerung der Nutzfläche des I/O-Shields ist aus unserer Sicht völlig unverständlich. Das Verhältnis zwischen Breite und Länge mag besser gewählt sein und sich das Backpanel somit effektiver nutzen lassen. Jedoch hätte man von einem komplett neuen Formfaktor, der für sich beansprucht allen ATX Problemen Herr zu werden, erwarten können, dass er auch eine langfristige Lösung und Spielraum für die sich ständig vergrößernde Zahl der Anschlüsse bietet. Derzeit sind zwei zu einem Mainboard mitgelieferte Slotbleche z.B. mit USB- oder Firewire-Ports keine Seltenheit. Jede dieser Karten blockiert einen Steckplatz, der nicht selten eigentlich für einen PCI-Slot gedacht war und erfordert eine oft unglückliche Kabelverlegung im Gehäuse.
Einem ebenfalls veränderten Standard unterliegen die Netzteile. Sah der bisherige ATX Standard 20 Pins und neben der -12V Leitung auch noch eine -5V Leitung vor, so besitzt ein BTX kompatibles Netzteil einen 24 Pol Stecker, der nur noch über einen -12V Anschluss verfügt. Alle anderen negativen Pole entfallen, dafür kommt nach der BTX Norm ein weiterer 4poliger Stecker hinzu der die 12V Leitung unterstützt um dem wachsenden Leistungshunger aktueller CPUs gerecht zu werden.

Dies alles hat natürlich zur Folge, dass BTX nicht nur ein neuer Standard für Gehäuse ist, sondern auch die Mainboard- und Netzteilhersteller entsprechend kompatible Hardware entwickeln und herstellen müssen. Bisherige Hardware ist ebenso wenig BTX kompatibel wie neue BTX Hardware ATX kompatibel ist.
Beurteilung
Damit fangen die Kritikpunkte an, denn man muss sich ehrlich fragen, ob BTX durch seine vermeintlichen Vorteile einen solchen Aufwand rechtfertigt. Denn nimmt man das offizielle ATX Schema zur Hand und spiegelt es vertikal, so erhält man im Vergleich zum aktuellen BTX Schema ein interessantes Ergebnis.
