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ENMIC 8TTX+

Intro

Nachdem bereits Roman als ehemals eingefleischter "Intelianer" kürzlich das Vergnügen hatte, einen Testbericht eines VIA/AMD-Boards zu präsentieren, konnte jetzt auch ich mich als langjähriger Inteluser, gestählt durch Peters VIA-Config-Guide, intensiver mit den Vorzügen, aber auch den Besonderheiten dieser Kombination auseinandersetzen. Anlass dazu gab das 8TTX+ von ENMIC (ehemals NMC), ein brandneues und erst seit ganz kurzer Zeit im Handel erhältliches Board für den Athlon/Duron mit VIA KT133A-Chipsatz.

Neben der üblichen Bewertung von Design und Ausstattung wurden natürlich auch die Overclocking-Fähigkeiten ausgiebig getestet (es sei schon mal verraten, dass mit diesem Board die 150 MHz FSB ohne große Verrenkungen "drin" waren). Zu guter Letzt habe ich das Board drei Wochen lang einem Dauertest mit den gängigen Applikationen unterzogen - Office, Internet und natürlich so schöne Sachen wie Quake 3 und Co. ;-). Was daraus geworden ist, findet Ihr auf den nächsten Seiten.

Zunächst noch ein herzliches "Danke schön" an ENMIC Deutschland für die Bereitstellung des Testmusters.

Der Kandidat

Das 8TTX+ von ENMIC ist baugleich mit der 8KTA3-Platine von Epox. Daran ist nichts ungewöhnliches, denn dies ist schon bei vielen Boards dieser Hersteller der Fall gewesen. Einiges wird Euch daher aus dem 8KTA3-Bericht von Peter bereits bekannt vorkommen. Als zusätzliches Schmankerl bietet das 8TTX+ einen in die Southbridge integrierten IDE-RAID-Controller von Highpoint, der den Betrieb von bis zu vier Festplatten im RAID 0, RAID 1 oder RAID 0+1 Level ermöglicht. Zusammen mit den beiden Standard-IDE-Kanälen können somit bis zu 8 IDE-Geräte angeschlossen werden.

RAID 0 erzielt eine deutliche Performancesteigerung der Festplattenleistung, indem durch das gleichmäßige Verteilen der Daten auf zwei oder mehr Festplatten von diesen gleichzeitig gelesen oder geschrieben werden kann, was bei zwei gleich schnellen Festplatten z.B. zu einer etwa 80prozentigen Beschleunigung der Lese- und Schreibvorgänge führt (die theoretisch mögliche Verdoppelung wird in der Praxis nie ganz erreicht). Die Speicherkapazität beider Festplatten addiert sich, falls beide die gleiche Größe haben, ansonsten steht nur die doppelte Kapazität des kleineren Partners zur Verfügung. Fällt jedoch eine dieser Festplatten aus, sind alle Daten rettungslos verloren.

RAID 1 bedeutet fast das genaue Gegenteil. Hierbei werden die Daten auf eine zweite Festplatte gespiegelt, so dass im Falle eines Crashs mit der zweiten Festplatte ohne Datenverlust weitergearbeitet werden kann. Hinsichtlich der Performance gibt es immerhin noch den Vorteil, dass die Daten, weil ja doppelt vorhanden, von beiden Platten gleichzeitig gelesen werden können. Die Schreibvorgänge lassen sich verständlicherweise nicht beschleunigen, da ja auf beide Platten die Daten doppelt geschrieben werden müssen. Dies geschieht jedoch gleichzeitig, sodass es nicht zu Verzögerungen kommt. Bei RAID 1 entspricht die nutzbare Speicherkapazität derjenigen einer Einzelfestplatte, bei unterschiedlicher Größe steht nur die Kapazität der kleineren Platte zur Verfügung. RAID 0+1 ist eine Verbindung beider Level und nur mit 4 Festplatten zu realisieren. Bewerkstelligt wird das Ganze über das controllereigene BIOS, mit dem die genannten RAID-Festplatten-Arrays konfiguriert werden und das wie ein SCSI-BIOS auch bootfähig ist.

So, Ende des RAID-Exkurses (das Thema werde ich demnächst in einem eigenen Artikel beleuchten) und zurück zur ENMIC-Platine. Die restliche Ausstattung ist wie gesagt identisch zur Epox 8KTA3:

  • Unterstützte Prozessoren:
    AMD Athlon / Duron Sockel A Prozessoren
  • Chipsatz:
    VIA KT133A (KT133A + VIA Southbridge VT82C686B)
  • RAM-Support:
    4 DIMM-Bänke für PC100/PC133 SD-RAM sowie VC-RAM bis max. 1,5 GB
  • Ausstattungsmerkmale:
    1 AGP-Slot (AGP 4x)
    6 PCI Slots (davon 1 Shared)
    1 ISA-Slot (Shared)
    2 IDE Ports UDMA 100 (33/66)
    OnBoard AC97 Digital Audio (in der Southbridge integriert)
    Highpoint 370 RAID-Controller (in der Southbridge integriert)
    4x USB (2 interne und 2 externe Ports)
  • Formfaktor:
    305 x 245 mm (ATX)

Das beigelegte Zubehör entspricht dem, was man inzwischen erfreulicherweise von jedem renommierten Mainboardhersteller erwarten darf:

  • Ausführliches deutschsprachiges Handbuch
  • Treiber-CD (u.a. mit den aktuellen Via 4in1 Treibern in der Version 4.28)
  • 1 UDMA66/100-Kabel
  • 1 UDMA33-Kabel
  • 1 Floppy-Kabel.

Dazu kommt noch eine CD mit den sehr nützlich Tools AntiVirus und Ghost von Norton. Zusätzlich fand sich ein USB-Kabel mit Slotblende, somit konnte auch der zweite USB-Anschluß sofort genutzt werden - sicher ein Lob wert. Das Ganze wäre nur noch mit einem zweiten UDMA66/100-Kabel zu toppen gewesen, um den RAID-Controller sogleich in Betrieb nehmen zu können. Aber als Tester hat man ja immer noch ein paar passende Kabel in seiner Grabbelkiste ;-).

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