Autor Thema: [News] Datenverlust durch virtuelles Dual-BIOS bei Gigabyte-Mainboards möglich  (Gelesen 34744 mal)

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Offline HT4U_Newsbot

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Datenverlust durch virtuelles Dual-BIOS bei Gigabyte-Mainboards möglich
                 



Hier geht es zur News: http://ht4u.net/news/19913_datenverlust_durch_virtuelles_dual-bios_bei_gigabyte-mainboards_moeglich            

Offline crishan

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Darauf hat euch bestimmt jemand mit dem Handle Ernst@ aufmerksam gemacht?  ;)

Im offiziellen deutschen Gigabyte-Forum (ich bin jetzt zu faul, die Threads herauszusuchen) hat er viele
sehr kenntnisreiche Postings verfasst, um auf dieses Problem hinzuweisen  [doubletumbup]

Leider wurde Ernst@ innerhalb seiner eigenen Threads dann auch mehrfach äußerst ausfallend und
persönlich (einem anderen User und jz-...ähhh....electronic-shop-Inhaber).
Gigabytes Foren-Moderatoren haben dann leider die Threads zu diesem Virtuell-Dual-BIOS gesperrt,
da es ihnen wohl wichtiger ist, besagtem User Puderzucker in seine Orifizien zu pusten...  [ironie]

Auf das eigentliche Problem wurde nur halbherzig eingegangen, insbesondere gab es IIRC keine
glasklare Aussage dazu, ob diese Virtuelle-Dual-Bios Funktion in späteren Versionen abschaltbar sein wird.

Offline ernst@at

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Darauf hat euch bestimmt jemand mit dem Handle Ernst@ aufmerksam gemacht?  ;)

Nein, hab ich nicht - es gibt auch noch andere Leute, welche die Problematik der latenten Bedrohung des Datenverlustes verstanden haben und sich von den offiziellen Mitarbeitern und deren technisch unbeleckten Beratern nicht monatelang an der Nase herumführen lassen. So stellt die gleiche Feature (seit dem ersten Auftreten vor mehr als 15 Monaten) ja bis heute noch Benutzer vor ein überraschendes Dilemma, wenn 1TB Platten eine unerklärlicher Schrumpfung auf 32MB(!) erleiden oder neuerdings von 1,5TB Platten nur mehr 500MB ansprechbar sind.

Es ist Geschmackssache, was man unter "ausfallend" versteht.
Ich - mit 35 Jahren technischer IT-Erfahrung und detaillierter Kenntnis bis in den Microcodebereich habe mir nur erlaubt, ***, der keine Ahnung hat, wovon er eigentlich redet, in die wohlverdienten Schranken zu weisen, damit die ewige Threadverwässerung ohne technische Argumente ein Ende hat.
Immerhin stehen Userdaten dabei auf dem Spiel - und da kenne ich in meiner Kompetenz als Recoveryspezialist keinen Spass...
***...So kam es, wie es kommen musste...

Falls hier jemand an den Zusammenfassungen dieser potentiellen Datengefährdung interessiert ist, poste ich gerne die Links dazu

Wie es scheint, ist man von dem Unsinn bei den neuesten Boards jetzt wieder abgekommen und macht statt Quad-BIOS auf halblang mit Dual-BIOS ohne Backup auf HDD weiter - leider gibt es aber abertausende alte Boards, deren Besitzer keine Ahnung haben, welche Zeitbombe sie da erworben haben.

EDITIERT: Ob die subjektiven Vorwürfe gerechtfertigt sind oder nicht, soll nicht unsere Sache sein. Nach deutscher Rechtsprechung zur Forenhaftung müssen wir allerdings nach Kenntnis reagieren. Gegen eine sachliche Diskussion gibt es nichts einzuwenden, allerdings bitte ich auf jegliche Beleidigung, oder Ausführungen die als solche verstanden werden kann,  von Personen zu verzichten.
[pg]


Nachtrag: Ich danke für die Objektivierung meines Beitrages und werde in Zukunft darauf achten. ernst@at
« Letzte Änderung: 03. Februar 2009, 09:51:41 von ernst@at »

pcfreak

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Pustekuchen ist...........Gigabyte verbaut das achso tolle neue Feature "Virtual Bios" nun auf den NEUEN AM3 Platinen "Gigabyte GA-MA790FXT-UD5P" + "Gigabyte GA-MA790GP-DS4H" siehe unter <Specification>Unique Features (Support for Virtual Dual BIOS)

http://www.gigabyte.com.tw/Products/Motherboard/Products_Spec.aspx?ClassValue=Motherboard&ProductID=3005&ProductName=GA-MA790FXT-UD5P

Gigabyte wollte sich ja durch "NEUE" Features von den anderen Mitbewerbern (wie u.a. Asus, MSI) hervortun bzw. sich absetzen...............Und das gelingt Gigabyte sogar sehr gut, nur im negativen Sinn!!! Denn ich werde solange kein Board mehr von Gigabyte kaufen bis dieses Feature entweder komplett entfällt oder der Endkunde es wenigstens im Bios deaktivieren kann!!!! Servus Gigabyte!!!

Gigabyte scheint absolut uneinsichtig in Bezug auf die Kundenwünschen wo ja gefordert wird diese Funktion im Bios deaktivieren zu können! Außerdem können die Mitarbeiter von Gigabyte  das Problem angeblich noch nicht einmal reproduzieren und deswegen ist es bei Gigabyte nicht relevant respektive überhaupt KEIN Problem!


Offline Fabian O

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Moin,

uns ist das Problem bei aktuellen Tests über den Weg gelaufen, daher hatten wir auch die Möglichkeit auf einem zweiten Board die letzten Sektoren wiederherzustellen.

Wie es scheint, ist man von dem Unsinn bei den neuesten Boards jetzt wieder abgekommen und macht statt Quad-BIOS auf halblang mit Dual-BIOS ohne Backup auf HDD weiter - leider gibt es aber abertausende alte Boards, deren Besitzer keine Ahnung haben, welche Zeitbombe sie da erworben haben.
Nein dem ist nicht so! Alle neuen P45-Mainboards haben beispielsweise zwei BIOS-Bausteine und nutzen trotzdem noch ein Backup auf einer HDD. Die einzig sichere Möglichkeit ist im Moment wohl der Blick ins Handbuch, wie es in der News geschrieben wurde.

Entgleisungen gegenüber Dritten, bitte ich außerdem zu unterlassen! (Danke Peter ;))

Grüße
Daniel: "Tanzen ist der vertikale Ausdruck des horizontalen Verlangens!"

Offline wolf-cottbus

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Ich habe, dank Ernst@at, mein DQ6 im Schrank verbannt. Ein gutes Board, ohne Frage, aber mit dem Future nicht zu gebrauchen.
Nun werkelt ein Asrock Board im Rechner. Nur diese Sprache versteht ein Konzern. Schade eigentlich. Ich werde auch in Zukunft um Produkte von Gigabyte ein Bogen machen.

Gruß Wolf
Twelve Hundred | SyncMaster 225BW |
P45XE-R| Q9550 | 8GB Xtune+4GB mushkin | XpertVision GTX 280|3x32GB Mobi@Areca1210+1x120 Super*Talent

Offline ernst@at

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Nein dem ist nicht so! Alle neuen P45-Mainboards haben beispielsweise zwei BIOS-Bausteine und nutzen trotzdem noch ein Backup auf einer HDD. Die einzig sichere Möglichkeit ist im Moment wohl der Blick ins Handbuch, wie es in der News geschrieben wurde.

Tut mir leid, dass ich das nur stichprobenweise geprüft habe.
Tatsächlich steht bei allen neuen AM3-Boards und bei den EX58-Boards UD4,UD4P und UD3R immer noch "Virtual Dual BIOS" unter den Unique Features.
Beim EX-58 Extreme, -UD5 und -UD3R hingegen steht unter "Unique Features" nur mehr "Dual BIOS", was mich zu dieser Annahme verleitete. Vielleicht ist das aber auch nur ein Fehler in den Spezifikationen, wie er schon häufiger vorgekommen sein soll.

Offline 'Sascha'

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So stellt die gleiche Feature (seit dem ersten Auftreten vor mehr als 15 Monaten) ja bis heute noch Benutzer vor ein überraschendes Dilemma, wenn 1TB Platten eine unerklärlicher Schrumpfung auf 32MB(!) erleiden

In wie weit betrifft das Festplatten, die an Zusatzcontroller angeschlossen werden?

Im Prinzip finde ich das Feature ja nicht schlecht aber das dort einfach Datenverluste in Kauf genommen werden, ist doch sehr unschön (vorsichtig ausgedrückt).
Gamer System @SysProfile - aufgerüstet 01.05.2011
Silent Server & HTPC @Nethands - aufgerüstet 22.07.2011

Offline ernst@at

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    In wie weit betrifft das Festplatten, die an Zusatzcontroller angeschlossen werden?
    Da diese Funktion des BIOS während des POST abläuft, besteht für an PCI(e) Zusatzcontrollern oder über USB angeschlossenen Platten keinerlei Gefahr, derart missbraucht zu werden. Auch nicht, solange die internen Controller diese Platten als RAID-Member betrachten.
    Wird allerdings die BIOS-Einstellung unwillkürlich zurückgesetzt (bei BIOS-Flash, primary BIOS Error etc) oder bewusst eine Platte zum Firmwareupdate (aktuell bei Seagate) alleine am internen Controller angeschlossen, ist ein überschreiben des oberen Plattenbereiches die zwangsläufige Folge. Auch interne Controlleranschlüsse, welche für eSATA verwendet werden, bergen diese Gefahr, wenn der Anschluss bei POR (ungewollt z.B. nach einem Netzausfall) bereits besteht.
    Das schädigt dynamische MBR- oder GPT-partitionierte Platten genauso wie RAID-Memberplatten, wenn diese noch keine HPA enthielten. 

    Die allgemeine Problematik ist im Jahresrückblick des Gigabyte-Forums behandelt worden.
    Da man der mangelnden Verfügbarkeit des Forums in den letzten Monaten nicht Herr wurde, setze ich keinen Link, sondern zitiere das Originalpost, um den Server vom Zusammenbruch zu verschonen:
    Zitat
    BIOS-Backup auf HDD
    Eine Idee, die besser nicht geboren worden wäre
    Schon lange vor 2008 wurde bei Gigabyte praktiziert, ein BIOS-Image nicht nur auf einem zweiten Chip am Board, sondern auch auf einer an das Board angeschlossenen HDDs abzuspeichern. Das wäre an und für sich eine auf den ersten Blick unverfängliche und feine Sache, soferne die dazu gewählte Methode fehlerfrei wäre und auf bereits auf der HDD abgespeicherte Daten Rücksicht genommen würde. Beides ist jedoch nicht der Fall, womit diese „Feature“, welche dem Kunden unter dem Deckmäntelchen erhöhter Sicherheit angepriesen wird, fallweise ins Gegenteil umschlägt und den Anwender  vor die Situation eines Datenverlustes einer oder mehrerer HDD’s stellen kann.

    Die Tücke
    Oft ist sich der Kunde gar nicht bewusst, dass er ein Board mit diesen Eigenschaften besitzt. Entweder hat er ein Komplettgerät gekauft oder aus zweiter Hand, meist wurde ein Board mit derartigen Eigenschaften primär wegen ganz anderer Vorzüge angeschafft und ganz sicher nicht ausschließlich wegen dieser einzigartigen Feature – So wird das Vorhandensein dieser Funktion entweder erst gar nicht wahrgenommen oder gerät nach dem ersten Blick ins Handbuch nach kurzer Zeit in Vergessenheit, denn es ist von außen nicht einmal in den Startup-Meldungen ersichtlich, dass eine der angeschlossenen(oder gar welche) HDD darin involviert ist.
    Im Falle eines der nachfolgenden Szenarien wird daher nie oder nur in den allerseltensten Fällen diese Feature des Boards als Ursache für plötzlichen Datenverlust in Betracht gezogen.

    Datenverlust in der Praxis (auch noch 2009 !)
    Wen kann es treffen?
    Jeden, der ein Board mit der Eigenschaft „BIOS-Backup to HDD“ besitzt (in der allgemeinen Boardausstattung auf der Herstellerseite weit unten unter „BIOS Safety“ angeführt) UND
    • >= 1TB HDD’s daran betreibt, wenn eine alte, fehlerhafte BIOS-Version aktiv ist
    • >= 1TB HDD’s daran betreibt, wenn eine alte, fehlerhafte BIOS-Version am Backup-Chip (keine Updatemöglichkeit) vorliegt
    • HDD’s beliebiger Größe daran betreibt, die nicht als Basis-MBR Datenträger partitioniert sind (z.B. MBR-dynamische, EFI/GPT-dynamische Arrays oder Einzelvolumes)
    • der RAID-Arrays am System betreibt

    Szenario 1 - Der günstigste (Un)Fall:
    Der Platz wird knapp, man schafft sich eine größere Platte an, welche (seit über einem Jahr erhältlich) 1000GB=1TB oder (seit einigen Monaten verfügbar) 1500GB=1,5TB Kapazität besitzt. Die Freude wird beim ersten Anstecken an das Board jäh getrübt, denn sie hat plötzlich  nur mehr 32MB oder 500MB. Ohne Kenntnis der Ursache wandert die Platte zum Lieferanten zurück. Hat man das Glück, im Internet auf einen Forumsthread anderer Betroffener zu stoßen, wird man der zwingenden Notwendigkeit eines BIOS-Updates belehrt und erhält Information über eine Methode, die volle Kapazität wiederherzustellen.
    Glück gehabt, da noch keine Daten zu verlieren waren!

    Szenario 2:
    Wie 1, nur mit dem Unterschied, dass der Fall erst eintritt, wenn schon Daten auf der Platte waren. Gerät man nicht an die richtige Recovery-Informationen, kann man die ursprüngliche Kapazität nicht wiederherstellen, um wieder an seine Daten zu kommen. - Totalverlust*)

    Szenario 3:
    Wie 1 oder 2, mit dem Unterschied, dass man feststellen muss, dass es für dieses Board kein neueres BIOS mehr gibt, welches den Fehler behebt, da der Service eingestellt wurde (EOL).
    Dumm gelaufen... Totalverlust*) .

    Szenario 4:
    Wie 1 oder 2, man hat zwar glücklicherweise eine neue Version des BIOS aktiv, dieses wird aber in einem Fehlerfall(z.B. Checksum Error) durch eine am zweiten Chip liegende ältere Version ersetzt und ... PUFF! Totalverlust*)

    Szenario 5:
    Wie 1 bis 3, man tauscht bei Konfigurationen mit mehreren Platten irgendwann die Anschlussreihenfolge, oder entfernt eine bis dahin vom BIOS verwendete Platte, bzw. diese wird einmal nicht erkannt(entweder ist sie gestorben oder es ist bloß ein Stecker locker) ... Das BIOS sucht sich ein neues Opfer... PUFF! Totalverlust*)

    Szenario 6:
    Bei
    auch anderen als 1TB oder 1,5TB HDD’s jeder Kapazität möglich!!!
    Aktuellstes BIOS, man hatte einen RAID-Array mit mehreren Platten am System.
    Beim flashen einer neuen BIOS-Version oder bei einem Recovery des BIOS vom zweiten Chip geht die Controller-Einstellung ‚RAID’ verloren. BIOS wählt eine der Platten des Arrays für sein HDD-Backup und überschreibt dort die RAID-Information.
    Nach Setzen der richtigen Controllerkonfiguration ist diese HDD aus der RAID-Konfiguration gefallen und lässt sich nicht mehr einbinden. Bei RAID0 Totalverlust, bei RAID1 oder 5 stundenlanges Rebuild. Bei falscher Vorgangsweise (durch probeweises Kabel herumstöpseln) ist auch bei RAID5 ein Totalverlust*) denkbar.

    Szenario 7:
    Bei allen SATA-HDDs und eventuell auch allen PATA-HDD’s ab UDMA/66
     
    Die Platten hingen an einem anderen Rechner und wurden z.B. als dynamische Datenträger (oder mit einer anderen, nicht-Basic-MBR-Methode oder einem Partitionmanager) initialisiert/partitioniert. Beim Anschluss an ein Board mit BIOS, welches sein Backup rücksichtslos über auch nur eine der am Ende jeder Platte liegende Datenbanken schreibt, ist der gesamte Plattenverbund (aus einer oder mehrere HDD’s bestehend) weder an diesem noch an irgendeinem anderen Board mehr ansprechbar – Totalverlust*).

    Szenario 8: 
    Wie Szenario 6 oder 7; Die Platten wurden erst nachträglich auf diesem Board angeschlossen, nachdem schon eine Platte mit einem BIOS-Backup darauf existierte, und  als dynamische Datenträger formatiert – wird nun aus irgendeinem Grund die BIOS-Backup-HDD entfernt (z.B. beginnender Defekt) sucht sich das BIOS ein anderes Opfer - Totalverlust*) .
    Gleiches ist möglich, wenn ein RAID mit mehreren Platten an den ersten Anschlüssen nachträglich eingerichtet wird - bei Rücksetzten des Controllers auf non-Raid (bei BIOS recovery) - von Rebuild bis Totalverlust*) .

    *)  Unter „Totalverlust“ versteht sich die nicht-mehr-Ansprechbarkeit  der Daten einer oder mehrerer HDD’s. Ohne geeignete und richtige Recoverymaßnahmen kann dieser Zustand nicht aufgehoben werden. Falsch durchgeführte Rettungsversuche können sehr schnell zu einem endgültigen Verlust führen, obwohl nach Eintritt eines derartigen Ereignisses der Zugriff darauf zu 100% wiederherstellbar gewesen wäre.

    Der Rückblick
    Was geschah, und was (oder was auch nicht) dagegen unternommen wurde...

    Herbst 2007
    Als die HDD-Backup-BIOSse noch alle fehlerhaft waren und erstmals vor über einem Jahr bei 1TB Platten eines der Szenarien (1,2) hervorriefen, gingen diese Platten (die Modelle alle Hersteller waren betroffen) erstmal zu den Händlern zurück, auch noch Anfang des Jahres 2008.

    Als schuldhaft wurde entweder eine fehlerhafte HDD-Firmware publiziert oder Märchen über angebliche  Inkompatibilität mit den Boards, welche diese Plattentypen noch nicht unterstützen, in die Welt gesetzt und verbreitet. Vom technischen Standpunkt unter Berücksichtigung der ATA-Spezifikationen unterscheiden sich jedoch 1GB Platten in keiner Weise von den Vorgängermodellen mit geringerer Kapazität – außer einer größeren Anzahl vorhandener Sektoren. Betriebssysteme und Treiber konnten damit hervorragend umgehen, und auf anderen Boards funktionierte das klaglos. Natürlich hatten die ersten 1TB-Modelle auch ihre Probleme, die aber in anderen Bereichen angesiedelt waren, hinter denen sich diese „Inkompatibilität“ in den Anfangswirren recht gut verstecken konnte. In Wahrheit jedoch wäre das BIOS inkompatibel zu den ATA-Spezifikationen, wenn es Platten bis 2TB nicht ohne Einschränkungen bedienen könnte. Solange es nicht versucht, ein Backup draufzuschreiben, funktioniert ja auch alles bestens. Tut es das aber, wird die Platte wegen eines Programmierfehlers im BIOS geschrottet.

    Februar 2008
    Taiwan hatte still und heimlich (da in den changelogs nicht ersichtlich) den BIOS-Bug in einigen der bordspezifischen Versionen behoben. Jene Boards, für die ein neues BIOS verfügbar gemacht wurde, zeigten daraufhin keinen wundersamen Schrumpfungsprozess mehr bei den 1TB HDD’s. Trotzdem dauerte es noch lange, bis zumindest Beta-Versionen die angebliche „Inkompatibilität“ bei den meisten Boardtypen behoben hatten. Die Verwirrung der Benutzer wurde durch geflissentliche Nichtmitteilung in den Changelogs auch im Unklaren gelassen, welches die meisten Kunden vom Einsatz einer Beta-Version überzeugen hätte können. Ganz abgesehen von jenen Boards, die ihr End-of-Lifetime erreichten – deren Besitzer werden von Taiwan nie mehr eine „Kompatibilität“ zu stinknormalen SATA-Platten über 750GB erhalten...

    Mai 2008
    Erstmals hier im Forum ein Beitrag von mehreren an anderem Rechner erstellten 1TB-Platten, wovon plötzlich eine geschrumpft war, als sie auf das neues Board gesteckt wurde. Das rege Interesse auch von anderen ebenfalls gerade Betroffenen, führte nach der Fehlerbehebung zu einer Diskussion, welche sich nach 3 Monaten und 250 Postings später totgelaufen hatte – Es gab zwar massenweise BIOS-Betas, aber keine Information, ob genau dieser Fehler darin gefixt ist – womit dem Kunden vorbehalten blieb, es selbst auszuprobieren. Auch Ende August gab es noch Boards, für die immer noch keine 1TB-„Kompatibilität“ verfügbar war.

    Juli 2008
    Ein Post mit gemeldeter Datenträgerkorruption von 500+750GB HDD’s zeigt, was auch mit Platten anderer Größen passiert, wenn die nicht Basic-MBR partitioniert sind. Die Datenrekonstruktion war mühsam, wie alles, dass man das erste Mal abcheckt, aber erfolgreich.
    In der daraufhin entfachten Diskussion Bios schreibt auf Festplatte? wurde die Wende (weg von der 1TB-Schrumpfung, da allgemein alle andenen Größen auch irgendwie betroffen sein können) vollzogen, welches Gefahrenpotential nach wie vor schlummert - und jederzeit akut werden kann.
    Aber auch dieses Thema mündete nach 4 Monaten phasenweisen Schweigens und Wartens auf ein Wunder letztendlich nur in der kindischen und technisch völlig unbeleckten Vorstellung eines GB-nahen Moderators, dass es sich hier überhaupt um kein Problem handelt.
    Gigabyte.de Mitarbeiter hielten es in diesem Thread nie für notwendig, eine Stellungnahme abzugeben – offenbar in Erinnerung, dass ihre leichtfertige und tatsachenverfälschende Antwort schon im 1TB-Thread  nicht besonders gut ankam. Von einem anderen (ehrenamtlichen) Moderator verlautete, dass dieses Problem durchaus gewissenhaft und eingehend diskutiert wurde, und man daraufhin nach Zuziehung von „Experten“ zu dem Schluss gekommen sei, dass es sich hier um ein nebensächliches und daher gänzlich unwichtiges Problem handle. Abschließend wurde der Thread mit technisch absurdem Unsinn moderatorseitig zugemüllt.

    Dezember 2008
    Ein neuer Anlauf im Thread Mal wieder Dual BIOS Backup wurde genommen, der nach einer Woche in der Menge neuerer Vorweihnachts-Posts unterging, der Ersteller wird seit 3 Wochen vermisst.(ich hoffe, er und sein PC sind wohlauf)...
    Schon in den Vormonaten gab es vereinzelte Forumsposts, wo sich RAID-Arrays nach  derartiger BIOS-Aktivität zerlegt hatten, zwei im Dezember gemeldeten Fälle mit kleineren Platten sind zweifelsfrei darauf zurückzuführen.

    Neues von der BIOS-bug-Front ist nun ebenfalls zu vermelden: Bei den 1,5TB Platten wird nicht ganz so rigoros geschrumpft: Es bleiben immerhin noch 500GB (also ein Drittel) zur freien Verschwendung. Der Kundensupport (von Seagate, denn die bieten es bisweilen als einzige an) und einige Betroffene staunen und rätseln darüber gerade wieder im Seagate-Benutzerforum, um welchen Firmware-Bug der HDD es sich da jetzt wieder handeln könnte. Die Platten werden wieder auf Garantie ausgetauscht ... Hatten wir das nicht schon mal?

    --------------------------------------------------------------------------
    Zum Abschluss noch ein kleines Ratespiel: Wenn 1TB Platten auf 32MB, 1,5TB Platten auf 500GB geschrumpft wurden, was ist dann bei künftigen 2TB Platten fallweise zu erwarten?
    a) 32MB
    b) 64MB
    c) 500GB
    d) 1000GB
    e) keine Schrumpfung

    ernst@das-bios-ist-schuld

    Beitrag vom 31.12.2008 Nachtrag vom 06.01.2009 in Violett*)


    Nach den Ereignissen des Seagate-Debakels rate ich jedenfalls allen HDD-Firmware-flashwütigen DRINGENDST davon ab, dies unüberlegt an einem dieser betroffenen Boards durchzuführen.
    Durch die spezielle Anordnung der Platte als einzige beim Firmwareupdate  können damit nicht-Basis-MBR partitionierte Platten unter der Überschreibung durch das BIOS leiden, bei der Entfernung der Platten aus dem RAID-Verbund kann es passieren, dass diese danach nicht mehr vom Controller als Array-Platten erkannt werden. 

    Noch ein Auszug aus dem gesperrten Diskussionsthread - die Zukunftsperpektiven:
    Zitat
    Seagate hat, wie die Fachpresse verlautet, mit der Anlieferung von 500GB Laufwerken mit nur einem Platter unter 50€ begonnen, womit die Uhr für 2TB Platten tickt und vielleicht noch 2009 die erste HDD erhältlich sein wird, welche die 2,2TB Barriere durchschlägt.

    Werden dann automatisch alle bisherigen, selbst die noch in Verkauf stehenden Boards zu dieser HDD inkompatibel? Oder wird für die betreffenden Boards mit BIOS-Backup-to-HDD damit das EOL eingeläutet?

    Warum? Jede Platte über 2,2TB kann leider nur mehr im Vista mittels EFI/GPT(=dynamische) Partitionierung in voller Kapazität betrieben werden, und damit ist dann unter Windows wirklich jede dieser von einem anderen Board eingeschleppten HDD's (und auch alle neu ans Board gehängte Kapazitätsmonster) vom Szenario 4 bis 8 betroffen, und nicht nur ein paar bedauernswerte exotischen Einzelfälle.

    Schöne Aussichten also...

    (Auszug meines Beitrags vom 07.01.2009)

    Abschließend noch ein Kommentar zum zugehörigen HardTecs4U Artikel:

    Zitat
    Ist die Festplatte in den hinteren Bereichen leer, oder die Partitionierung wurde mit dem Windows-Setup oder dem Linux-Tool "fdisk" durchgeführt, so besteht keine Gefahr. Die beiden genannten Partitionierungs-Tools lassen am Ende jeder Festplatte einige Megabyte Platz, so dass es zu keinem Verlust durch die Kopie kommt.

    Das ist nur bedingt richtig. Bei HDD’s über 80GB ist mir noch keine untergekommen, welche nicht genügend Platz selbst bei Anlegen einer maximal möglichen Basic-MBR-Partition lassen würden.
    Es gibt aber einen feinen Unterschied in der Methode, welche die beiden genannten Komponenten unterscheidet: während im Windows darauf geachtet wird, dass mindestens 2048 Sektoren hinter dem letzten Partitionsende für eine spätere Umwandlung in eine „dynamic disk“ freigehalten werden, bietet das Linux-Tool diesen Platzhalter nicht. Bei kleineren Platten, z.B. 20GB,  kann daher dieser freie Bereich gar nicht oder nur in ungenügender Größe vorhanden sein.
    « Letzte Änderung: 03. Februar 2009, 17:42:28 von ernst@at »

    Offline pcfreak

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      • Datenverlust durch virtuelles Dual-BIOS bei Gigabyte-Mainboards möglich
    Richtig interessant wird das ganze ja jetzt erst, denn bisher war die Unterstützung von GPT für die 64 Bit Betriebssysteme zwingend notwendig, aber nun wo 2 TB HDDs  (Seagate, WD, Samsung haben ja Platten mit 500GB Plattern angekündigt= 4*500GB Plattern=2TB) in den Startlöchern stehen wird es OHNE GPT-Partitonen nicht mehr gehen....und dann fängt das Dilemma mit Gigabytes neues Feature "Virtual Bios" erst richtig an!!!

    Das Thema wird im Gigabyte Forum (einzig gute von Giga ist das Forum mit seinen hilfsbereiten Moderatoren, bis auf eine Ausnahme) schon seit gut einem Jahr diskutiert, als damals die ersten User mit den ersten 1TB Platten Datenverlust hatten, jeder hat an "fehlerhafte" Firmware der HDD-Hersteller geglaubt und niemand ist auf die Idee gekommen das es an den Boards von Gigabyte liegt......bis dann "ernst@at" aufgetaucht ist und darauhin gewiesen hat.....

    Zum Abschluß möchte ich mich bei den Moderatoren/Team von Ht4u bedanken das ENDLICH mal eine Online Fachseite über das Gigabyte Problem "Virtual Bios" berichtet und die User respektive Öffentlichkeit davon in Kenntniss setzt!!!! DANKE!!!


    « Letzte Änderung: 03. Februar 2009, 19:39:56 von pcfreak »

    Offline pcfreak

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    @ ernst@at........

    hihihi witzig.........haben ja beide was ähnliches in Bezug auf GPT-partitionierte Platten, 64 Bit OS+ 2TB HDDs geschrieben...........warst nur einen Hauch schneller.....immerhin schonmal min. 2 User denen das Debakel klar ist.....

    LG
    pcfreak

    Offline Fabian O

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    Das ist nur bedingt richtig. Bei HDD’s über 80GB ist mir noch keine untergekommen, welche nicht genügend Platz selbst bei Anlegen einer maximal möglichen Basic-MBR-Partition lassen würden.
    Es gibt aber einen feinen Unterschied in der Methode, welche die beiden genannten Komponenten unterscheidet: während im Windows darauf geachtet wird, dass mindestens 2048 Sektoren hinter dem letzten Partitionsende für eine spätere Umwandlung in eine „dynamic disk“ freigehalten werden, bietet das Linux-Tool diesen Platzhalter nicht. Bei kleineren Platten, z.B. 20GB,  kann daher dieser freie Bereich gar nicht oder nur in ungenügender Größe vorhanden sein.
    In der Tat stimmt es nur bei größeren HDDs, allerdings sind Exemplae mit weniger als 100 Gigabyte heute doch eher die Seltenheit... ;)

    grüße
    Fabian
    Daniel: "Tanzen ist der vertikale Ausdruck des horizontalen Verlangens!"

    Offline Peter

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    @pcfreak: sei doch bitte so nett und splitte deinen Off-Topic Teil hier aus dem Thread heraus und pack ihn in ein separates Thema, ggf. mit der Überschrift "was taugt heutige Hardware?" oder sonst etwas, was du damit aussagen willst. Ich hätte sicherlich die eine oder andere Anmerkung zu deinem Beitrag, allerdings mag ich diesen Thread jetzt nicht komplett ins Off-Topic abdriften lassen.

    @ernst: du hast ne PM.
    Gruß

    Peter

    Offline Leander

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    Ähm Peter. Themen teilen ... das können nur Moderatoren/Admins ;D.
    There are only 10 types of people in the world: Those who understand binary, and those who don't.
    --
    The World Wide Web is the only thing I know of whose shortened form takes three times longer to say than what it's short for. – Douglas Adams
    --
    Ihr werdet es sehen! Direct3D 10 wird exklusiv für Windows Vista bleiben

    Offline Fabian O

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    Daniel: "Tanzen ist der vertikale Ausdruck des horizontalen Verlangens!"

     

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