Autor Thema: Kompakter ATX-PC? - Eine Zusammenstellung für das Lian-Li PC-A55  (Gelesen 9487 mal)

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Offline Rick

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Ich hab die letzte Woche über ein Ersatzsystem für meinen Bruder ausgeknobelt, da sein P55/i5 750 System von Anfang an Probleme hatte im idle stabil zu bleiben, und zuletzt die neue Grafikkarte auch Probleme bereitete. Meinen Rat einfach mal das Netzteil zu tauschen hat er erfolgreich über ein Jahr ignoriert...

Nunja, die Einschränkungen waren PCI-Slot für seine Soundkarte, und ich habe empfohlen einen DP mit auf's Board zu nehmen, damit er bei eventuellen Grafikproblemen darauf zurückfallen kann, oder sogar Virtu MVP nutzen kann. Ich meine, dass das zusammen mit ZeroCorePower der gewünschten 7970Ghz funktioniert. Wieso soviel Grafikleistung? Er spielt gern Battlefield 3 auf dem 30-Zoller...

Die Wahl des Boards fiel demnach auf ein ASUS P8P77V-LK, die CPU ist ein i5 3570K. Er wird wohl für das Studium hier und da mal rendern müssen, deshalb war die Leistung eines Quadcore unumgänglich. Bei der Grafik fiel die Wahl wohl zuletzt auf die HIS mit IceQ2, da die Vapor-X von Sapphire bei dem von ihm gewählten Händler nicht zum günstigen Preis vorrätig war.

Nun wird es interessant. Er hatte eigentlich vor ein gedämmtes Nanoxia zu nehmen, aber nachdem ich ihm den magischen "Aluminium" Filter bei Geizhals gezeigt hat, war er doch recht schnell von der Ästhetik überzeugt, die eine gut verarbeitete Alufront so bringt.
Das PC-A55 fiel da schnell in die engere Wahl, auch weil es günstig im Preis ist, und es vorgeschnittene Dämmmatten gibt (Caseking vertreibt auch ein vorverklebtes Gehäuse). Dann allerdings bin ich auf die Reviews für das Gehäuse gestoßen, und hab mir genauer angeschaut, wie die Kühllösung aussieht, die einzigartig ist.
Bei PCexperience zum Beispiel, testete man mit passivem Netzteil - allerdings ist der Netzteillüfter ein wichtiger Abluftkanal, der passiv nicht funktioniert: Die Luft muss durch einen Schlitz vorne aus dem Gehäuse geblasen werden. Die Wahl des Netzteils fiel auf ein 450W Gerät der Seasonic G-Serie. Das passt auch von der Länge unproblematisch in das Gehäuse.
Zweites Problem war die PCI-Soundkarte. Das Gehäuse begünstigt eine Grafikkarte die weit unten, und insbesondere ohne Karte darunter installiert ist. Das heißt, die Karte muss in den PCIe x8 slot, für ideale Ergebnisse. Ich hoffe mal, dass das funktioniert. Die Soundkarte wäre dann direkt darüber.
Aufgrund der maximal 150mm Bauhöhe für den CPU-Kühler, war die erste Wahl der kleine "Macho" HR02. Allerdings bei eingehender Studie des Gehäuses, erwies sich das als riskant. zumindest wäre eine andere Orienterung empfehlenswert, mit potentiell enttäuschender Kühlleistung.
Deshalb habe ich in letzter Sekunde zum Corsair H90 empfohlen. Zwar bin ich für gewöhnlich kein Fan dieser überteuerten Lösungen, hier allerdings eröffnet der an der Gehäuseoberseite installierte 140mm Radiator einige Vorteile. Zum Einen kann man einen Lüfter einsparen, zum Anderen wird bei ausblasender Installation alle verfügbare Frischluft zur CPUkühlung eingesetzt. Weiter kann man den Lüfter saugend montieren. Das erfordert zwar einen zusätzlichen Staubfilter, und geht gegen die eigentliche Intention des Gehäuses, aber man bekommt kühle Luft an den Radiator, und die warme Abluft wird komplett nach vorne (durch das Netzteil) und hinten herausgedrückt, in einem "positive pressure"-Modell. Ich werde meinem Bruder erstmal empfehlen den Lüfter ausblasend zu betreiben, aber je nach Geräuschkulisse und Kühlleistung kann man die andere Option zumindest versuchsweise betreiben.

Beim Speicher fiel die Entscheidung übrigens auf den VLP-Crucial Speicher. Der ist zwar etwas teurer, aber dank der VLP-Bauweise in jedem System einsetzbar, unabhängig des CPU-Kühlers. Das spielt zwar mit dem H90 keine Rolle mehr, aber der Mehrpreis ist so gering, dass Einsparung dort kaum auffallen. Als Massenspeicher wird eine alte 80GB Intel SSD übernommen, und es kommt eine 250GB Samsung 840 hinzu, um die alte 200GB Festplatte zu ersetzen. Damit bleit noch mindestens ein 3.5 Zoll Rahmen frei, und im Fünf-ein-Viertel wird auch erstmal nichts verbaut - er wird wohl auf ein externes optisches Laufwerk zurückgreifen.
Was ich noch nicht weiß, ist wie er dann Windows das erste Mal installieren will. Naja, vermutlich bootet die alte Installation, die auf der 80GB SSD ist noch genug, um die notwendigen Treiber zu installieren. Oder er muss doch die Front mit einem optischen Laufwerk ästhetisch zernichten.

Die Ware wurde heute morgen 11:00 MEZ bestellt - ich berichte wenn es die ersten Probleme gibt. Vielleicht kann ich ihm auch ein paar Fotos abringen.

Ist jedenfalls nach meinem FT03 mal wieder ein spannendes Gehäuse geworden - aber ich hab da auch ne Schwäche für. 'Nen Define R4 kann ja jeder ;)

Offline Philipp

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Re: Kompakter ATX-PC? - Eine Zusammenstellung für das Lian-Li PC-A55
« Antwort #1 am: 07. März 2013, 10:28:25 »
Interessant! Gibts noch Fotos?  ;)
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Offline Rick

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Re: Kompakter ATX-PC? - Eine Zusammenstellung für das Lian-Li PC-A55
« Antwort #2 am: 07. März 2013, 18:58:34 »
Netzteil und Gehäuse sollen morgen ankommen, beim Rest ist es noch unbekannt.

Mir ist heute aufgefallen, dass der H90 vielleicht zu tief ins Gehäuse ragt, und mit dem Mainboard kollidiert.
Das wäre schade, weil der msste dann zurück und eine Alternativlösung her. Vermutlich ein Macho, um 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht.
Oder vielleicht ein 140-120 Rahmen und ein H80/70/60/.... mit 120er Radiator eben.
Vielleicht kann man das Problem auch mit einem Slim-Lüfter einschränken.

Bleibt jedenfalls ein spannendes Konstrukt.

Offline Rick

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Re: Kompakter ATX-PC? - Eine Zusammenstellung für das Lian-Li PC-A55
« Antwort #3 am: 10. März 2013, 11:16:28 »
Netzteil und Gehäuse sind seit gestern da.

Als erstes wurden die Maße genommen, um die Kühllösung zu erörtern. Der H90 war nativ nie wirklich eine Option, 52mm sind einfach zu dick.
Selbst mit dem Prolimatech 15mm-starken Lüfter würden zwei Kondensatoren oben auf dem Board dem Lüfter in die Quere kommen, um 2-3mm.
Optionen waren beim Board Einschnitte hinzunehmen (es gibt ein Board mit mehr Platz oben, aber ohne Displayport), oder eine Adapterbastelei, in der Hoffnung, dass die dadurch nötige Dicke die gewonnene Tiefe wert ist.
Beide Optionen waren nicht optimal, so dass wir am Ende auf einen Noctua 92mm Towerkühler zurückgegangen sind, nachdem wir die Option H70Core+Adapter verworfen hatten. Dabei wird der Kühler wohl um 90° gedreht mit einem Lüfter unten installiert, und der zweite mitgeliefterte Lüfter abmontiert und hinten am Gehäuse in saugender Funktion verbaut, damit oberhalb der Grafikkarte etwas Frischluft ankommt. Insbesondere, da erDömmplatten im Gehäuse verbaut hat ist der Luftfluss zwischen unter und über der Grafikkarte wohl nicht so üppig.
Das Netzteil hat wohl knapp gepasst, und die zusätzlichen Komponenten sollten Ende nächster Woche eintreffen.
Ich habe meinen Bruder nochmal aufgefordert so viel Bilder wie möglich zu machen, aber es fehlt glaube ich etwas an Motivation. ;)

Offline Rick

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Re: Kompakter ATX-PC? - Eine Zusammenstellung für das Lian-Li PC-A55
« Antwort #4 am: 15. März 2013, 10:42:39 »
Update:
Es waren dann gestern alle Komponenten da, und es zeigen sich weiter Probleme.
Das Mainboard scheint nicht in der Lage zu sein 3-Pin-Luefter zu steuern, wodurch der Noctua CPU-Kuehler nur mit ULN-Adapter zu betreiben ist, und auch die Gehaeuseluefter im hoerbaren Bereich laufen. Der zweite dem Noctua beiliegende Adapter wird nun benutzt um einen davon auf geringere Drehzahl zu trimmen. Da hat wohl ASUS bei den Z77-Boards die Lueftersteuerung ordentlich entschaerft. Sehr schade.
Ich nehme gerne Hinweise entgegen, was nun der bessere Weg ist (grade fuer den CPU-Luefter), alle Luefter mit 4-pin PWM Versionen ersetzen, (2x140 2x92) oder eine Lueftersteuerung (idealerweise ohne Frontblende, denn es waere schade die schoene Front des Gehaeuse mit einer haesslichen Blende zu beschmutzen).

Dazu kommt, dass die HIS 7970 GHz IceQ2 scheinbar "defekt" ist, und ein unertraegliches Spulenknistern/fiepen/rauschen erzeugt, was laut Bericht aehnlich laut ist wie 80% Luefterdrehzahl dieser Karte. Dazu war mein Bruder nicht von der Effizienz der Kuehlloesung ueberzeugt. Er hat im Moment eine DCII 6950, die wohl zufriedenstellender ist, was das angeht. Nun ueberlegt er sich nochmal 60-70 Euro mehr zu investieren um die ASUS Matrix zu erwerben. Ich habe ihm allerdings geraten erstmal eine neue HIS zu verlangen, vielleicht ist da ein funktionierendes Modell besser. Wenigstens ist bei der HIS bekannt, dass sie von der Laenge her passt.

Offline Rick

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Re: Kompakter ATX-PC? - Eine Zusammenstellung für das Lian-Li PC-A55
« Antwort #5 am: 23. März 2013, 14:40:30 »
So, ein paar Bilder vom Innenleben, mit der übernommenen ASUS 6950.
Ich bin ja mit dem SATA-Kabel nicht ganz glücklich, aber meinen Bruder stört es nicht...
Für das Gehäuse von außen möchte ich auf Produktfotos verweisen.
Die GPU bleibt beim Spielen leise (weiter die lauteste Komponente, aber laut meinem Bruder kaum hörbar unter Spielelast), der CPU-Kühler hat feste Drehzahl, und hält die CPU unter Vollast ohne übertakten um die 60 grad.

Insgesamt scheint mein Bruder mit dem Ergebnis zufrieden zu sein, auch wenn die Grafikarten noch nicht endgültig geklärt ist.
Die vernichtenden Reviews für das Gehäuse scheinen aber hauptsächlich auf Einfallslosigkeit beim Komponentenverbau zurückzuführen sein. MAn muss schon einen Plan entwickeln und ist deshalb bei der Komponentenwahl etwas eingeschränkt. Das Konzept als solches funktioniert allerdings, selbst im gedämmten Gehäuse (nur noch die Slotbleche und Lüfterauslässe sind offen), einwandfrei.