Autor Thema: Retro-Rechner DOSMINATOR V4  (Gelesen 9853 mal)

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Offline garfield36

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Retro-Rechner DOSMINATOR V4
« am: 28. Juni 2013, 22:01:11 »
Vor 34 Monaten habe ich in diesem Forum meinen Retro-Rechner DOSMINATOR vorgestellt. Inzwischen habe ich einige Komponenten ausgetauscht und auch neue Erkenntnisse gewonnen. Hier nun die aktuelle Version.

Retrorechner DOSMINATOR

Was bewegt einem einen Rechner aus alten Komponenten zusammenzustellen? In vielen F├Ąllen wird das wohl nostalgische Gr├╝nde haben. In meinem Fall war dies aber nicht der Hauptgrund.

Am Anfang war "Elite Firste Encounter". Dieses Game konnte man nur unter DOS problemlos spielen. Da half leider auch keine DOS-Box. Als ich noch XP verwendete, konnte ich das Game auch mit Hilfe von Virtual-PC 2004 spielen.Unter Vista 64bit ging das schon nicht mehr. Da beschloss ich einen Rechner f├╝r alte Spiele zu bauen, auf dem eben unter anderem auch First Encounter laufen sollte. Dieses Spiel stellt insofern besondere Anspr├╝che, als es 560KB innerhalb der ersten 640KB des Speicherraumes verlangt. Die zweite Besonderheit ist, dass eine Liste von Soundkarten vorgegeben ist, die alle ISA-Karten sind. Nun k├Ânnte man argumentieren, dass ich ja einfach eine XP-Partition auf meinem Hauptrechner h├Ątte einrichten k├Ânnen. Dann Virtual-PC und DOS aufspielen, First Encounter installieren und so weiter. Hier kam dann aber auch bei mir der Nostalgietrieb zum Vorschein. Es sollte ein DOS-Rechner werden.
Eine DOS-Partition mit 2GB beansprucht jedoch nicht sehr viel Platz. Daher habe ich zus├Ątzlich noch eine W2k-Partition f├╝r andere Games die vielleicht unter Vista oder Win7 nicht einwandfrei laufen k├Ânnten, eingerichtet.
Inzwischen l├Ąuft Elite First Encounter scheinbar auch mit einer neueren Version (0.74) der DOS-Box.


Hier die komplette Zusammenstellung in Kurzform

Geh├Ąuse: Xigmatek Asgard
Geh├Ąuse-L├╝fter Front: Noiseblocker NB-eLoop S-Series B12-1, 120mm
Geh├Ąuse-L├╝fter Heck: Noiseblocker NB-Multiframe M12-S1, 120mm
Netzteil: Fortron FSP400-62PFG
Mainboard: Asus P3B-F
CPU: Intel Pentium III 1000MHz FSB100, Slot 1
CPU-L├╝fter: 2x Fractal Design (FD-fan-50), 50mm
SDRAM: 4x 256MB Kingston ValueRAM PC100 SDRAM CL2
Grafikkarte: 3dfx Voodoo 5 5500 64MB, AGP
Soundkarte: Creativ AWE32
Festplatte: WD Caviar Blue WD1600AAJB-00J3A0, IDE
DVD-ROM: Plextor PX-130A
Diskettenlaufwerke: Samsung (SFD-321) 3.5", 1,4MB
Ye Data YD-380 Type 1711 5.25", 1,2MB


Das Geh├Ąuse musste aus Platzgr├╝nden ein Midi-Tower sein. Es wurde das Xigmatek Asgard.

Test

http://www.meisterkuehler.de/index.php?area=vbcmsarea_content&name=review-xigmatek-asgard-miditower&contentid=502


Als L├╝fter arbeiten 2 Noiseblocker mit 120mm. In der Front werkt ein NB-eLoop S-Series B12-1, im Heck ein NB-Multiframe M12-S1.


Als Netzteil verwendete ich bis vor kurzem ein Seasonic mit 380W. Das BIOS gab jedoch beim Start immer eine Fehlermeldung aus, weil es keine -5V-Leitung fand. Die CPU-Frequenz wurde auf 666MHz zur├╝ckgestellt, die ich dann im BIOS wieder auf 1000MHz einstellte. Danach konnte ich ohne Probleme das System hochfahren. Kurioserweise gibt es im Computer keine einzige Komponente die -5V ben├Âtigt.
Die Startprozedur fand ich mit der Zeit doch etwas l├Ąstig. Deshalb ersetzte ich das NT durch ein Fortron FSP400-62PFG, welches eine -5V-Leitung hat. Der Rechner f├Ąhrt nun ohne Probleme in einem Rutsch hoch.


Beim Mainboard handelt es sich um ein Asus P3B-F. Es hat sechs PCI-Steckpl├Ątze, einen AGP-Port und einen ISA-Slot. Der verwendete 440BX-Chipsatz ist heute Legende.

Tests

http://www.au-ja.de/review-asusp3bf-1.phtml

http://www.hartware.de/review_70.html

http://www.tomshardware.de/400BX-Motherboards-Abit-Asus-Gigabyte,testberichte-71-3.html


Als CPU kommt ein P III 1000 (Slot-CPU) zum Einsatz. Dieser ist eher selten und daher kaum noch zu bekommen. Der Originall├╝fter h├Ârte sich leider wie eine Turbine an. Deshalb habe ich einen passenden Ersatzk├╝hler genommen und mit Hilfe von doppelseitigem Klebeband zwei 50mm-L├╝fter von Fractal darauf befestigt.

Es ist unbedingt zu beachten, dass der K├╝hler fest mit der Platine verbunden ist. ├ťblicherweise erfolgt die Verbindung durch vier Stifte die durch L├Âcher im K├╝hlk├Ârper, der CPU-Platine sowie deren Plastikabdeckung gesteckt werden und dort einrasten.
Leider ist der K├╝hler dann nicht wirklich stramm mit der CPU verbunden und die entstehenden Temperaturen extrem hoch. Habe deshalb einfach einfach vier passende Schrauben statt der Stifte genommen. Diese stehen an der R├╝ckseite der Plastikabdeckung etwas vor, sodass ich sie mit Muttern fest fixieren konnte.

Zu empfehlen ist, die Temperatur mittels eines Tools zu ├╝berwachen. Das BIOS eignet sich, zumindest in meinem Fall, weniger gut dazu. Bei mir zeigt es n├Ąmlich etwa 25 bis 30┬░C zuviel an. Habe dies auf meinem Rechner mit AIDA 64 verifiziert.

Test

http://www.hartware.de/review.html?id=106


Die Speicherausstattung betr├Ągt 4x 256MB. Es handelt sich um PC100-Module von Kingston mit der Bezeichnung 32MX64PC100CL2168.


Als Grafikkarte kommt eine 3dfx Voodoo 5 5500 zum Einsatz. L├╝fter und K├╝hler habe ich von der Karte entfernt, da mir eine Erneuerung ratsam schien. Die K├╝hlk├Ârper sind sehr niedrig, und wurden von mir gegen etwas h├Âhere ersetzt.     

40mm-L├╝fter die bei 5V laufen UND eine Steuerleitung besitzen, sind gar nicht so leicht zu finden. Wollte urspr├╝nglich PM-2 von Noiseblocker verwenden, leider funktionieren die bei 5V nicht. Und dies, obwohl der Hersteller genau das auf seiner Webseite behauptet.
F├╝ndig wurde ich schlie├člich bei Evercool. Da die Karte Anschl├╝sse f├╝r 3pin-Ministecker hat, die neuen L├╝fter jedoch die heute aktuellen Stecker aufweisen, war hier einiges an Umbau n├Âtig. Habe einfach auf kurze Verl├Ąngerungskabel die Ministecker montieren lassen, und so die L├╝fter mit der Grafikkarte verbunden.

Die Grafikkarte funktioniert einwandfrei, daf├╝r habe ich mir ein anderes Problem eingehandelt. Den 4:3-Monitor habe ich gegen einen Eizo mit 16:9-Verh├Ąltnis getauscht. Die Aufl├Âsung ist auf 1920x1080 eingestellt. Dabei bleibt jedoch ein mehrere Zentimeter breiter schwarzer Streifen am linken Bildschirmrand. Habe schon verschiedene "aktuelle" Treiber sowohl f├╝r W2k als auch f├╝r XP ausprobiert. Hat leider alles nicht geholfen.

Die L├Âsung kam durch Powerstrip 3.9. Nach der Installation hatte ich auf einmal die Aufl├Âsung von 1920x1200 zur Verf├╝gung. Wenn ich diese verwende, und im Bildschirmmen├╝ der Vollbildmodus eingestellt ist, habe ich einen vollfl├Ąchigen W2k-Desktop. Es gibt keinen schwarzen Streifen mehr am linken Bildschirmrand. H├Ârt sich merkw├╝rdig an, ist aber so.

Vielleicht kommen ja die Treiber nicht mit dem 23ÔÇť-Format des Bildschirms zurecht.

Tests Grafikkarte

http://alt.3dcenter.org/artikel/voodoo5-5500/

http://www.tecchannel.de/pc_mobile/komponenten/401551/21_grafikkarten_im_test/index6.html


Der Sound kommt von einer AWE32, inklusive 2MB-Speichererweiterung.


Die Festplatte ist von Western Digital, es ist das Modell Caviar Blue WD1600AAJB-00J3A0.


Das PX-130A  von Plextor lag schon eine l├Ąngere Zeitspanne bei mir herum. Da es noch immer funktioniert habe ich es reaktiviert.

Urspr├╝nglich hatte ich Festplatte und DVD-ROM an einem IDE-Kanal angeschlossen, die HD nat├╝rlich als Master. Das hat sich jedoch als grober Nachteil herausgestellt. Ich konnte bei Bedarf nicht vom DVD-Laufwerk booten. Habe es dann deshalb mit dem zweiten IDE-Kanal verbunden.

Test

http://www.pc-experience.de/wbb2/thread.php?threadid=14994


Zuerst hatte ich nur ein 3.5"-Diskettenlaufwerk eingebaut. Dieses dient auch zur Installation von DOS. Durch das Mitglied eines Computerforums bekam ich ein 5.25"-Laufwerk plus Kabel, nebst einigen Speichermodulen, die z.B. auf eine AWE32 passen. Kostenpunkt war eine Jause, ein Kaktusableger und eine uralte Version eines Textprogrammes. Ich finde, man sollte wieder viel mehr zum Tauschhandel ├╝bergehen.


F├╝r den Einkauf von ├Ąlteren Computerkomponenten empfehlen sich, neben den Marktpl├Ątzen in Computerforen, vor allem Auktionsplattformen im Internet.

http://www.auvito.de/

http://www.ebay.de/

http://www.hood.de/

« Letzte ├änderung: 08. August 2013, 12:42:49 von garfield36 »

Offline garfield36

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Re: Retro-Rechner DOSMINATOR V4
« Antwort #1 am: 28. Juni 2013, 22:21:52 »
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Re: Retro-Rechner DOSMINATOR V4
« Antwort #2 am: 28. Juni 2013, 22:24:29 »
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Re: Retro-Rechner DOSMINATOR V4
« Antwort #3 am: 28. Juni 2013, 22:28:01 »
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« Letzte ├änderung: 28. Juni 2013, 22:31:59 von garfield36 »

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Re: Retro-Rechner DOSMINATOR V4
« Antwort #4 am: 28. Juni 2013, 22:36:25 »
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Offline Robert

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Re: Retro-Rechner DOSMINATOR V4
« Antwort #5 am: 29. Juni 2013, 11:56:56 »
Retro! :)

Kannst du bitte mal den Verbrauch in Watt bei Desktop-Idle und 3D-Last messen? Das w├╝rde mich mal interessieren.
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Offline garfield36

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Re: Retro-Rechner DOSMINATOR V4
« Antwort #6 am: 29. Juni 2013, 14:25:17 »
Habe zwar einen Voltcraft Energie Monitor 3000, nur leider befindet sich der im Burgenland. Wenn ich das n├Ąchste Mal hinfahre , werde ich ihn mit nach Wien nehmen.

Offline Schue

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Re: Retro-Rechner DOSMINATOR V4
« Antwort #7 am: 31. Juli 2013, 13:22:27 »
Gerade dein Thema gelesen und ich finde die Idee echt Klasse. Mir geht es n├Ąmlich ├Ąhnlich, nur kommt bei mir dazu dass ich zum Teil (trotz Anleitungen) etwas unf├Ąhig bin mit der DosBox umzugehen.

Eine Frage zur K├╝hlung habe ich aber noch eine Frage. Ist es nicht auch ohne die beiden extra L├╝fter auf dem CPU-K├╝hler m├Âglich den Prozessor vern├╝nftig zu k├╝hlen? Immerhin hast du ja eine umfangreiche Geh├Ąusek├╝hlung und der Prozessor ist ja nur mit einer TDP von 29W angegeben. Jetzt weis ich nur nicht, wieviel Leistung der K├╝hler aufnehmen/umwandeln kann.

Offline garfield36

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Re: Retro-Rechner DOSMINATOR V4
« Antwort #8 am: 31. Juli 2013, 14:03:47 »
Das ist schwer zu sagen. Es sind ja auch nicht immer die Original-K├╝hlk├Ârper vorhanden. Ich habe auch nie versucht die CPU ohne L├╝fter zu betreiben. Zu beachten ist, die Verbindung zwischen Prozessorplatine und K├╝hlk├Ârper. Die Plastikhalterungen erzeugen keinen festen Anpressdruck. Ich habe dann einfach in der L├Ąnge passende Schrauben (glaube es sind M3) genommen und und diese dann mit Schraubmuttern fixiert.

Pers├Ânlich bin ich der Ansicht, dass CPUs mit 1000MHz nicht ohne L├╝fter verwendet werden sollten, auch nicht die 800er.
« Letzte ├änderung: 31. Juli 2013, 14:06:06 von garfield36 »