Autor Thema: Lesertest PowerColor R7 250X  (Gelesen 6611 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Wiggo

  • HT4U.net-Einsteiger
  • *
  • Beiträge: 13
  • Geschlecht: Männlich
  • Ich liebe dieses Forum
    • Profil anzeigen
Lesertest PowerColor R7 250X
« am: 18. April 2014, 20:22:27 »
“Knaaaaarrrr”. Dieses Geräusch verfolgt mich seit einigen Monaten. Ich verbinde es immer mit der Büchse der Pandora, die alles Übel dieser Welt beinhaltet. Erstmals geöffnet wurde sie wohl, als mein Vater mich fragte „Wie funktioniert eigentlich dieses Facebook?“ und er sich kurze Zeit später anmeldete. Nun war es wieder so weit. „Ich brauche eine neue Grafikkarte“, lautete die Zauberformel diesmal, um die Büchse der Pandora zu öffnen. Da ich in letzter Zeit einige Grafikkarten in den Händen hielt, solle ich ihm eine Karte empfehlen.

„Wofür eigentlich?“, fragte ich mich innerlich, aber - aus Jahren gelernten Gründen - nicht laut. Schnell wird auch das fundierte Halbwissen deutlich und der Name R9 290X fällt. Ebenso wie ein „Vorschuss“ über 500 Euro. Also noch mal: „Wofür eigentlich?“ Surfen, Word, ab und an eine Excel öffnen. Fotos und Videos werden meistens direkt auf der Multimediastation im Wohnzimmer angeschaut. Multimonitoring, Spiele und Overclocking sind absolute Fremdworte. Da eine Grafikkarte für 500 Euro? So nah ist mein Erbe nicht, dass ich davon profitiere.

Da ich weiß, dass mein alter Herr zumindest ansatzweise versucht, bei der Hardware auf einem aktuellen Stand zu bleiben, ist klar, dass ein R vor der Serie stehen muss. Gerne hätte ich eine „alte“ Grafikkarte aus der 7000er-Serie aus dem Hut (oder der „Restekiste“) gezaubert, aber da beiß ich auf Granit. Also ab ins Internet und suchen. Schnell werde ich fündig. PowerColor R7 250X heißt die Lösung für knapp über 80 Euro. Geringer Stromverbrauch, guter Preis und moderner Name. Passt.

Bevor sie für die nächsten Jahre – oder bis zu nächsten fixen Idee – im Rechner meines Vaters verschwindet, wird die PowerColor R7 250X mal schnell durchgetestet.

       
   
Der erste Eindruck:

Nachdem ich in letzter Zeit vor allem die R9 280 und R9 290 verbaut habe, wirkt die Verpackung der R7 250X wie ein Mini im Vergleich zu einem Kombi. Die Verpackung erinnert optisch an die größeren Brüder und Schwestern im edlen schwarz mit rot-weißen Eyecatchern. Hinzu kommen auf der Front die wichtigsten Technologien, die bei der R7 250X 1GB DDR5 Speicher, AMD App Acceleration, AMD HD3D, DirectX 11.1, PCI Express 3.0 sowie UEFI-Unterstützung sind. Auf der Rückseite werden die Daten ausführlicher vorgestellt. Die sonst übliche Vorstellung der PowerColor-Technologien fehlt diesmal.

Die Hardware:

Die Karte an sich ist mit 17 Zentimetern Länge äußerst platzsparend und wird wohl in jedem Desktop-PC und auch in jedem Mini- oder Home-Theater-PC Platz finden. Auch die Höhe von 11,2 Zentimetern wird keine Probleme bereiten. Mit knapp unter vier Zentimetern Tiefe belegt die PowerColor R7 250X nur einen Slot.



Die R7 250X nutzt die Architektur der R9- und R7-Serien, doch AMDs Core Next 2.0 kommt nicht zum Einsatz. Die Grafikeinheit arbeitet mit 640 Stream Prozessoren und gleicht damit der 2011 vorgestellten HD 7770 Grafik. Die Grafik-GPU arbeitet mit einem Takt von 1000 MHz. Der Speicher mit 1.125 MHz. Doch Leistung steht bei der R7 250X nicht im Fokus, sondern die Energieeffizienz. Dennoch nutzt die Karte neben der Stromversorgung über den PCI-Express-Steckplatz einen zusätzlichen 6-Pin-Stecker, um die Grafik auf Touren zu bringen. Allerdings soll bereits ein 400 Watt Netzteil ausreichen, um die Pixel über den Bildschirm fliegen zu lassen.

 

Als Grafikanschlüsse stellt PowerColor DVI-D (Maximale Auflösung:2560x1600), HDMI (Maximale Auflösung: 4096x2160) und VGA (Maximale Auflösung: 2048x1536) zur Verfügung.

 

FĂĽr die KĂĽhlung sorgt der mittig platzierte 80mm-KĂĽhler, unter dem sich die von PowerColor bekannte Heatpipe-Technologie mit Kupferfinnen befindet.

Spezifikation:
  • Grafikprozessor: RADEON R7 250X
  • Grafikspeicher: 1GB GDDR5
  • GPU-Takt: 1000 MHz
  • Speichertakt: 1125 MHz  x 4 (4.5 Gbps)
  • DirectX® Support: 11.1
  • Bus Standard:    PCI Express 3.0
  • AnschlĂĽsse: DL-DVI-D/HDMI/VGA

UnterstĂĽtzte Technologien
  • OpenGL
  • CrossFireX™
  • ATI Stream

Maximale Auflösungen:
  • DVI: 2560x1600
  • VGA: 2048x1536
  • HDMI: 4096x2160

  • MaĂźe: 170 mm x 111,2mm x 38 mm (Länge x Höhe x Breite)
  • Minimale Netzteilleistung (W); 400W
  • Stromanschluss: Ein 6-Pin-PCIe-Anschluss



Lieferumfang:
• Grafikkarte PowerColor R7 250X
• Handbuch
• Treiber-CD (für Windows 7 und Windows 8)

Genutzte Technologien:
PowerColor wirbt mit zahlreichen Technologien – von AMD und eigenen. Diese möchte ich hier kurz nennen:

GCN Architecture
Ein neues Design für AMDs Grafikprozessoren, das eine höhere Auslastung der Kerne und eine bessere Leistung und höhere Effizienz ermöglicht.

AMD App Acceleration
AMD schafft mit App Acceleration eine virtuelle Arbeitsumgebung, bei der Grafikprozessor und CPU zusammenarbeiten und so entsprechende Anwendungen, die dies nutzen können, beschleunigt.

AMD HD3D Technology
Die Grafikkarte unterstĂĽtzt damit unter anderem die neusten 3D-Inhalte und Monitore, so dass 3D-Spiele, 3D-Filme und Blu-rays oder Fotos nicht fĂĽr Probleme sorgen.

AMD CrossFire™ Technology
Ermöglicht den Einsatz von bis zu vier Grafikkarten als Quad-Konfiguration.

AMD HD Media Accelerator
Verbessert die Rendering-Fähigkeiten für HD-Dekodierung (MPEG-4 ASP, H.264. MVC, MPEG2, etc.) und verbessert die Qualität der Videowiedergabe mit fortschrittlichen Algorithmen zur Verarbeitung.

AMD PowerPlay™ Technology
Die AMD PowerPlay™ Technologie passt je nach Leistungsbedarf die Geschwindigkeit des Grafikprozessors automatisch an, um so Energie zu sparen.

PCI Express 3.0
Verdoppelt die Bandbreite pro Lane gegenĂĽber PCIe Gen 2.

Microsoft DirextX® 11.2
Sorgt fĂĽr hochwertige 3D- und realistische Lichteffekte in Spielen und sorgt somit fĂĽr beste Spieleleistung.

Microsoft Windows® 8 Support
Unterstützung für die Betriebssysteme Windows XP, Windows Vista, Windows® 7 und Windows® 8.

Testsystem

Das Testsystem basiert in diesem Fall aus einem P67-Mainboard von Gigabyte – konkret dem Gigabyte GA-P67A-UD5. Darauf werkeln ein Intel Core i7 2600K und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Festplatte wird eine Samsung SSD 830 mit 512 Gigabyte genutzt und als Betriebssystem kommt Windows 7 zum Einsatz.

Getestet wurde mit folgenden Benchmarks unter Standardtakt:
• Futuremark 3DMark Fire Strike Demo: 2.721 Punkte
• DirectX 11 Heaven 2.0 – Auflösung 1.680x1.050: 29fps
• DirectX 11 Heaven 2.0 – Auflösung 1.920x1.080: 25,9fps
• DirectX 11 Heaven 2.0 – Auflösung 2.560x1.600: 15,5fps
• Tomb Raider 2013 – Ultimate 1680x1.050: 20fps
• Tomb Raider 2013 – Ultimate 1.920x1.080: 18,3fps
• Tomb Raider 2013 – Ultimate 2.560x1.600: 10,5fps

Ein Test im ĂĽbertakteten Zustand spare ich an dieser Stelle aus, da sich da andere deutlich besser auskennen und die Karte sicherlich nicht die OC-Zielgruppe anspricht ;)

Lautstärke und Temperatur

Von der Ausrichtung her – vor allem aufgrund der Energieeffizienz – findet die Grafikkarte sicherlich häufig den Einsatz in Home-Theater-PCs. Hier ist neben der Leistung zur Widergabe von Blue-Rays oder DVDs sicherlich vor allem die Lautstärke gefragt. Und hier kann die R7 250X punkten. Die limitierte Grafikleistung, die fürs Wohnzimmer aber mehr als ausreichend ist, erfordert keine große Kühlleistung. Der positive Nebeneffekt: Geringe Lautstärke. Im geschlossenen Gehäuse war die Karte selbst unter Volllast nicht hörbar. So soll es sein.



Fazit:

Das Wichtigste vorab: Die Büchse der Pandora ist wieder geschlossen. Sprich: Die Grafikkarte werkelt im PC meines Vaters. Der ist mit der „modernen Hardware“ zufrieden und überlegt nun, wie er das gesparte Geld investiert – die nächste Bedrohung steht also vor der Tür…

Die Karte ist kein Grafikwunder und wird bei Zockern und Overclockern durchfallen. Wer aber eine solide, stromsparende Grafikkarte für normale Anwendungen (oder hardwareinteressierte Väter) sucht, wird mit der R7 250X sicherlich glücklich, denn normale Anforderungen im Büro, privat PC oder Wohnzimmer erfüllt sie problemlos – und man kann auch mehr als Solitär darauf zocken.

Knapp über 80 Euro werden für die R7 250X fällig – da kann man kein Grafikwunder erwarten, aber in der Preisklasse zeigt die Karte gute Ergebnisse und liegt leistungsmäßig auf dem Niveau der Nvidia GeForce 550Ti

Positiv:
  • Geringer Preis
  • Geringer Stromverbrauch
  • Geringe Lautstärke

Negativ:
  • Kein Leistungswunder
  • Wenig Zubehör

Offline Peter

  • HT4U.net Redakteur
  • HT4U.net-Methusalem
  • *****
  • Beiträge: 16235
  • Geschlecht: Männlich
    • Profil anzeigen
    • Hard Tecs 4U
Re: Lesertest PowerColor R7 250X
« Antwort #1 am: 21. April 2014, 20:34:56 »
Servus Wiggo,

Danke für den Test, aber ein klein wenig muss ich dir schon wiedersprechen. Die R9 250X entspricht der HD 7770 und das ist immer noch Einstieg ins 3D-Gaming. Damit kann man durchaus zocken, sofern man Kantenglättung und maximale Details in Spielen weglässt. Die Leistung liegt in etwa auf dem Niveau einer HD 6850 und das war vor wenigen Jahren mal Mainstream.

http://ht4u.net/reviews/2013/amds_radeon_r-serie-grafikkarten_r9_270x_und_280x_und_r7_260x_im_test/index45.php

HT4U-Test einer R7 250X ist in der Mache.
GruĂź

Peter