HT4U.net Forum

Themenforen => Artikel & Erfahrungsberichte von unseren Lesern => Thema gestartet von: Fabian am 04. Juli 2005, 19:03:39

Titel: Gewährleistung, Garantie und Fernabsatzgesetz - Rechte und Ansprüche
Beitrag von: Fabian am 04. Juli 2005, 19:03:39
Ein Artikel von Fallacy

Da das Thema rund um Gewährleistung und Garantie häufig für Verwirrung sorgt und auch viele falsche Aussagen bezüglich dieser Ansprüche gemacht werden, möchte ich im folgenden etwas Aufklärungsarbeit zu diesem Thema leisten. Abschließend behandelt dieser Artikel noch das Fernabsatzgesetz (Widerruf), da es beim Internet-Kauf doch einen wichtigen Punkt darstellt.

Vorwort: Im folgenden wird immer von einem Verbrauchsgüterkauf ausgegangen, welcher vorliegt wenn ein Verbraucher (§13 (http://dejure.org/gesetze/BGB/13.html)) von einem Unternehmer (§14 (http://dejure.org/gesetze/BGB/14.html)) eine bewegliche Sache kauft. Der Privatverkauf unterliegt teilweise anderen Regelungen (siehe Abschnitt „Gewährleistung beim Privatverkauf“). Des weiteren sollte man sich im klaren sein, dass Garantie und Gewährleistung zwei grundsätzlich verschiedene paar Schuhe sind, und deshalb immer getrennt voneinander betrachtet werden müssen.


Gewährleistung

Anspruch auf Gewährleistung[/u]
Durch den Kaufvertrag (§433 (http://dejure.org/gesetze/BGB/433.html)) verpflichtet sich der Verkäufer die Sache dem Käufer frei von Sach- und Rechtsmängeln zu übergeben. Ein Rechtsmangel bestünde z.B. wenn der Käufer eine gestohlene Sache weiterverkaufen würde, als Sachmangel könnte man einen technischen Defekt anführen. Besteht einer dieser Mängel, innerhalb des Gewährleistungszeitraum, so hat der Käufer Anspruch auf Gewährleistung.

Dauer der Gewährleistung – Beweislastumkehr[/u]
Die gesetzliche vorgeschriebene Gewährleistung auf bewegliche Sachen beträgt 24 Monate (§438 (http://dejure.org/gesetze/BGB/438.html), §475 Abs.2 (http://dejure.org/gesetze/BGB/475.html)). Einzig und allein beim Verkauf von Gebrauchtwaren ist es dem Unternehmer gestattet die Gewährleistungspflicht auf bis zu 1 Jahr zu verkürzen §475 Abs.2 (http://dejure.org/gesetze/BGB/475.html). Die Gewährleistung wird fälschlicherweise häufig auch als eine 24-Monatige Garantie bezeichnet, dies ist jedoch falsch, und genau durch diesen Punkt kommt es häufig zur großen Verwirrung bei vielen Käufern. Denn nur in den ersten 6 Monaten nach dem Kauf, ist die Abwicklung so problemlos wie angenommen, danach kommt es nämlich zur sog. Beweislastumkehr (§476 (http://dejure.org/gesetze/BGB/476.html)). In den ersten 6 Monaten wird zugunsten des Kunden angenommen, dass der Mangel beim Gefahrenübergang (vereinfacht ausgedrückt: „beim Kauf der Ware“) bereits vorhanden war. Nach diesen 6-Monaten jedoch, kommt es zur angesprochenen Beweislastumkehr und der Käufer muss dem Verkäufer beweisen, dass der Mangel bereits bei Gefahrenübergang vorlag.

Was bedeutet das für den Kunden? Ganz einfach: In den ersten 6 Monaten sind bei einer Berufung auf die Gewährleistung, im Regelfall keine Probleme zu erwarten. In diesem Zeitraum müsste der Verkäufer beweisen, dass der Mangel noch nicht beim Kauf vorlag, und erst später durch den Käufer zugefügt wurde. Nach den ersten 6 Monaten jedoch, ist es in fast allen Fällen so gut wie unmöglich (zumindest für den Otto-Normal-Bürger) seine  Ansprüche auf Gewährleistung greifbar zu machen. Ohne entsprechend professionelle Geräte wird man in den meisten Fällen nicht beweisen können, dass der Mangel bereits beim Gefahrenübergang vorlag. Nach der Beweislastumkehr kann man also im Normalfall nur noch auf die Kulanz des Händlers hoffen, und solange man den Fakt nicht beweisen kann, dass der Mangel bereits beim Kauf vorlag, besteht keinerlei rechtlicher Anspruch mehr auf Gewährleistung.

Rechte durch die Gewährleistung bei einem Mangel[/u]
Anmerkung: Ich möchte mich an dieser Stelle auf die wichtigsten und praxisnahen Punkte beschränken, um den Rahmen des Artikels nicht zu sprengen. Wen die restlichen Punkte (Schadensersatz, Preisminderung) interessieren, den sei §437 (http://dejure.org/gesetze/BGB/437.html) ans Herz gelegt.
Versand bzw. Transportkosten beim Gewährleistungsanspruch[/u]
Der Verkäufer hat die Versand bzw. Transportkosten bei einem gültigen Gewährleistungsanspruch zu übernehmen Nach §439 (2) (http://dejure.org/gesetze/BGB/439.html) gilt, dass „insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten“ vom Verkäufer zu tragen sind, demnach könnte man sogar Spritkosten bei einer Reklamation im lokalen Laden verlangen :P.

Gewährleistung beim Privatverkauf
Die gesetzliche Gewährleistung gilt auch bei Verträgen zwischen Privatpersonen. Dies gilt sowohl für gebrauchte als auch für neue Ware. Also unterliegt man grundsätzlich auch beim Privatverkauf der Gewährleistungspflicht, jedoch finden hier die Regelungen zum Verbrauchsgüterkauf (§474 ff (http://dejure.org/gesetze/BGB/474.html)) keine Anwendung! Die Privatperson kann (im Gegensatz zum Unternehmer) die Gewährleistung gem. §444 (http://dejure.org/gesetze/BGB/444.html) ausschließen. Auf den Ausschluss der Gewährleistung sollte vor allem bei Verkäufen in Foren oder bei Internetauktionen á la Ebay explizit hingewiesen werden, um spätere Komplikationen im voraus auszuschließen.
Desweiteren findet der §476 (http://dejure.org/gesetze/BGB/476.html) (Beweislastumkehr) beim Privatverkauf keine Anwendung (Beweislast liegt durchgehend beim Käufer).


Garantie

Die Garantie (§443 (http://dejure.org/gesetze/BGB/443.html)) ist im Gegensatz zur Gewährleistung nicht gesetzlich vorgeschrieben, sie wird freiwillig vom Hersteller oder Händler gegeben. Hat der Hersteller bzw. Händler jedoch beim Kauf Garantie auf sein Produkt gegeben, so ist diese natürlich bindend. Die Garantie ersetzt nicht die Gewährleistung, falls eine Garantie gegeben wird, läuft diese zstl. zur Gewährleistung. Garantie kann über einen beliebigen Zeitraum auf Einzelteile oder auf die Gesamte Sache gegeben werden. Genauere Informationen zur Garantie eines erworbenen Produktes liest man am besten in den Garantiebedingungen nach. Dort findet man auch die Informationen zu den Versandkosten welche nicht zwingend vom Garantiegeber übernommen werden müssen. Normalerweise werden diese jedoch erstattet. Im Falle eines Garantienspruchs muss man sich an den Garantiegeber wenden. Im Normalfall ist dies der Hersteller selbst. Viele Hersteller jedoch nehmen keine Garantieansprüche vom Endkunden entgegen, sondern nur von Händlern. In diesem Fall ist der Käufer ein wenig allein gelassen, denn der Händler ist nicht verpflichtet die Abwicklung der Garantie abzuhandeln. Auch in diesem Fall muss man auf die Kulanz des Händlers hoffen.


Fernabsatzgesetz - Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen[/u]

Anspruch auf Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen
Das Fernabsatzgesetz gibt es in diesem Sinne nicht mehr, es wurde durch die Schuldrechtsreform ins BGB überführt, und lebt dort weiter (Insbesondere §312d (http://dejure.org/gesetze/BGB/312d.html), §355 (http://dejure.org/gesetze/BGB/355.html)). Sobald ein Kaufvertrag über Fernkommunikationsmitteln (z.B. das Internet) abgeschlossen wurde, steht dem Käufer ein 14-Tägiges Widerrufsrecht nach §312d (http://dejure.org/gesetze/BGB/312d.html) zu (Ausnahme: Kauf von Privatperson – Hier gilt das das Fernabsatzgesetz nicht!). Bei den 14 Tagen wird ab dem Tag, an welchem die Ware angekommen ist, bis hin zu jenem Tag an welchem die Ware zurückgeschickt wurde, gezählt. Es genügt also das Paket erst am 14.Tag zurückzuschicken, auch wenn es dann erst nach Ablauf der 2-Wöchigen Frist beim Verkäufer ankommt. Nach dem Widerrufsrecht (§355 (http://dejure.org/gesetze/BGB/355.html)) steht es dem Käufer zu, den Vertrag ohne Angabe von Gründen aufzulösen. Bei einer Berufung auf das Widerrufsrecht muss der Zustand hergestellt werden der vor dem Vertrag herrschte. Der  Käufer muss also die Ware dem Verkäufer zurückschicken, und der Verkäufer muss im Gegenzug das Geld zurücküberweisen.

Hinweis: Das Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen (Fernabsatzgesetz) gilt ausschließlich wenn der Vertrag über Fernkommunikationsmittel (Internet, Telefon) abgeschlossen wurde! Wurde z.B. ein Produkt in einem lokalen Laden gekauft, der auch einen Internet-Vertrieb hat, so besteht trotzdem kein Anspruch auf das Widerrufsrecht! Anbieter wie MediaMarkt, Aldi usw. Räumen den Kunden zwar häufig ein 14-Tägiges Umtauschrecht ein, dies beruht aber ausschließlich auf Kulanz des Ladens, kein Händler ist gezwungen ein Umtauschrecht beim Kauf im lokalen Laden einzuräumen.

Ausnahmen Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen
Natürlich bestätigen auch beim Fernabsatzgesetz Ausnahmen die Regel, denn  bestimmte Produktgruppen unterliegen nicht dem Widerrufsrecht. Die m.E. Wichtigsten Ausnahmen werden im folgenden angeführt, die komplette Liste ist im §312d Abs.4  (http://dejure.org/gesetze/BGB/312d.html) nachzulesen.In diesen Fällen hat man kein Widerrufsrecht.

Versandkosten Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen
Eine heikle und umstrittene Frage betrifft die Erstattung der Versandkosten beim Widerrufsrecht. Die Rücksendekosten sind im BGB geregelt: bis zu einem Warenwert von 40€ (einzelne Ware exkl. Versand - nicht die gesamte Bestellung), können die Versandkosten dem Käufer auferelegt werden. Bei einem Warenwert über 40€ trägt der Verkäufer die Versandkosten. Schwieriger ist die Frage nach den Hinsendekosten, denn dies wird im BGB nicht geklärt. Ein Gerichtsurteil (http://lexetius.com/2003,596) des OLG Frankfurt a.M. sprach dem Käufer neben dem Kaufpreis auch die Versandkosten von Hin- und Rücksendung, nach einem Wideruf, zu. Ein interessanter Artikel zu dieser Thematik wurde von informationspflichten.de hier (http://www.informationspflichten.de/Hinsendekosten.htm) veröffentlicht.


Ich hoffe ich konnte, zumindest für den ein oder anderen, etwas Licht in die teilweise nicht recht überschauliche rechtliche Lage bezüglich Gewährleistung, Garantie und dem Widerrufsrecht bringen.

Für Fragen, Kritik, Anregungen und Hinweise bitte den zugehörigen Diskussionsthread benutzen - Danke :-*

Diskussion und Umfrage zum Artikel (http://www.forum-hardtecs4u.com/yabbse/index.php?board=20;action=display;threadid=33895)
Titel: Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Fabian am 04. Juli 2005, 19:05:14
Diskussion und Umfrage zu:

http://www.forum-hardtecs4u.com/yabbse/index.php?board=19;action=display;threadid=33894 (http://www.forum-hardtecs4u.com/yabbse/index.php?board=19;action=display;threadid=33894)
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: xyz am 04. Juli 2005, 19:10:17
doch gut dass du das mal hier niedergeschrieben hast da auch hier denke ich viele leute was übers internet bestellen ect.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: CitGod am 04. Juli 2005, 19:16:44
Jau, hat mir auch sehr gut gefallen. Des Öfteren vergesse ich nämlich auch das ein oder andere Detail bei dem Bestellgeschmodder ;D
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Leander am 05. Juli 2005, 08:24:59
Also erstmal recht herzlichen Dank für das positive Feedback :).

Hab gar nicht damit gerechnet auch gleich ne Umfrage zu meinem Artikel zu bekommen ;D.

Falls irgendwo Unklarheiten auftreten sollten, oder jemand an mancher Stelle mit dem Artikel nicht übereinstimmt -> Fragen und Verbesserungsvorschläge sind natürlich auch jederzeit wilkommen ;).

Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: CitGod am 05. Juli 2005, 12:21:23
Die Umfrageidee hatte Sser und das empfinde ich als eine sehr gute Idee  8)
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Fabian am 05. Juli 2005, 12:23:18
Thx! :)

Können wir jetzt auch die rosa Pudel als Hintergrund nehmen? ;)
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: nomadhunter am 05. Juli 2005, 13:18:10
Zitat
In der Praxis hat man also theoretisch die Wahl zwischen Reparatur und Neuer Ware, aber wenn der Käufer sich dagegen stellt, bleibt einen nicht mehr wirklich viel von der Wahl :p.
Müsste heißen "wenn der Verkäufer sich dagegen stellt".

Und dann noch eine Frage, die mich schon lange interessiert:
Mal angenommen, ich bestelle jetzt irgendetwas in irgendeinem Onlineshop, und stelle gleich beim Auspacken fest, dass die Ware einen Mangel besitzt. Kann ich jetzt (innerhalb der 14-tägigen Frist) von dem Widerrufsrecht Gebrauch machen, da ich entweder keine Lust hab, wochenlang zu warten, bis der ganze Gewährleistungskram erledigt ist, oder mir die Ware einfach nicht gefällt?
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Leander am 05. Juli 2005, 14:10:08
Zitat
In der Praxis hat man also theoretisch die Wahl zwischen Reparatur und Neuer Ware, aber wenn der Käufer sich dagegen stellt, bleibt einen nicht mehr wirklich viel von der Wahl :p.
Müsste heißen "wenn der Verkäufer sich dagegen stellt".

Argh. Durch die ganzen Verkäufer und Käufer bin ich etwas durcheinandergekommen ;D. Und beim drüberlesen fällt mir sowas nicht auf weil ich´s dann automatisch richrtig les ;)

@SSer, Cabal oder irgendein Admin: Wäre schön wenn das jmd. ausbessern könnte. Danke ;).

Zitat
Mal angenommen, ich bestelle jetzt irgendetwas in irgendeinem Onlineshop, und stelle gleich beim Auspacken fest, dass die Ware einen Mangel besitzt. Kann ich jetzt (innerhalb der 14-tägigen Frist) von dem Widerrufsrecht Gebrauch machen, da ich entweder keine Lust hab, wochenlang zu warten, bis der ganze Gewährleistungskram erledigt ist, oder mir die Ware einfach nicht gefällt?

Natürlich kannst du auch in diesem Fall durch das Widerrufsrecht vom Vertrag zurücktreten, du musst auch nicht den Verkäufer über den Mangel informieren. Falls der Verkäufer sich nach der Rückgabe über den Mangel beschwert, müsste der VK beweisen können dass du für den Mangel verantwortlich bist (§346 (http://dejure.org/gesetze/BGB/346.html)).

Auch hier ersetzt das Widerrufsrecht nicht die Gewährleistung, sondern beide laufen zeitgleich "nebeneinander" her.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: yoda am 05. Juli 2005, 15:27:07
vielleicht sollte man noch dazu schreiben das die gewährleistung vom verkäufer/händler ausgeht und die garantie vom hersteller.

trägt eigentlich nichts zur sache bei is nur praktisch zu wissen, weil sich manche händler gerne rausreden wollen und mir ist es immer lieber die sachen über den händler abzuwickeln als über den hersteller.

schön wäre vielleicht auch noch der unterschied der gewährleistung bei neu- und gebrauchtware
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Fabian am 05. Juli 2005, 17:09:28
Zitat
In der Praxis hat man also theoretisch die Wahl zwischen Reparatur und Neuer Ware, aber wenn der Käufer sich dagegen stellt, bleibt einen nicht mehr wirklich viel von der Wahl :p.
Müsste heißen "wenn der Verkäufer sich dagegen stellt".

Gefixed.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Leander am 05. Juli 2005, 17:17:42
vielleicht sollte man noch dazu schreiben das die gewährleistung vom verkäufer/händler ausgeht und die garantie vom hersteller.

Das muss nicht unbedingt stimmen. Es gibt durchaus genug Hersteller die direkt verkaufen. Deshalb finde ich den Begriff Verkäufer hier passender. Bei der Garantie ist meistens der Hersteller der Garantiegeber, das ist richtig, kann aber auch der Händler sein, aber das hab ich auch im Artikel erwähnt (unter dem Punkt Garantie):

Zitat
Im Falle eines Garantienspruchs muss man sich an den Garantiegeber wenden. Im Normalfall ist dies der Hersteller selbst. Viele Hersteller jedoch nehmen keine Garantieansprüche vom Endkunden entgegen, sondern nur von Händlern. In diesem Fall ist der Käufer ein wenig allein gelassen, denn der Händler ist nicht verpflichtet die Abwicklung der Garantie abzuhandeln. Auch in diesem Fall muss man auf die Kulanz des Händlers hoffen.

schön wäre vielleicht auch noch der unterschied der gewährleistung bei neu- und gebrauchtware

Danke für den Hinweis, hab ich nicht drangedacht. Beim Verkauf von Privatperson änderrt sich nichts ob die Ware neu oder gebraucht ist, da die Privatperson sowieso Gewährleistung ausschließen kann. Ist der Verkäufer Unternehmer so kann er bei Gebrauchtwahre die Gewährleistung auf 1 Jahr verkürzen.

@Sser: Danke, kriegst bald noch mehr ;D
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: T061 am 06. Juli 2005, 00:36:02
Also ich find den Artikel auch sehr gut. Sowas hat wirklich noch gefehlt, mal nix mit Hardware, aber doch wichtig für alle, die sie kaufen und eventuell Probleme damit haben. 8) Soll ja vorkommen...

Das mit der Umfrage ist auch eine gute Idee, wie heiß das so schön - ein Mittel zur EVALUIERUNG ;D (neben den Views). (Ideal wäre jetzt noch eine Möglichkeit zur Sortierung der Artikel nach bester Bewertung und nach Views)

EDIT Ach ja, ich seh grad, der Artikel fehlt noch in der Newsbox! ;)
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: CitGod am 06. Juli 2005, 01:07:59
Tjo, vergessen ... jetzt steht er drin.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Maximus-198 am 12. Juli 2005, 14:41:02
Hallo,
ich habe eine brennende Frage die keine Aufschub duldet.

Ein bekannter Shop verweigert mir die Abnahme eines vor 1 Woche gekauften Mainboards. (K8V SE Deluxe)

Das Board hat nicht einmal en Dienst angetreten da immer Asus Speech von einem CPU Failed System test sprach. (getestet mit 2 CPU eine davon extra neu gekauft diese wird übrigens auch nicht zurückgenommen)

Wie sieht das nun aus. Ich habe doch Gewährleistung. Also mßte ich K&M doch nach §439 BGB zur Nacherfüllung aufrufen können OHNE das diese das Board zu Asus schicken. Denn ich möchte es ausgetauscht haben. Sie weigern sich aber das Board zu tauschen oder gar das Geld zurückzugeben. Eigentlich könnte ich daraufhin vom Vertrag zurücktreten §440

Das alles ist heute vormittag passiert und ich wollte von euch gerne wissen ob ich nun zu K&M gehen kann und ihnen die Paragraphen um die Ohren haun kann?

Vielen Dank!

Maximus
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Leander am 12. Juli 2005, 14:58:43
Hast du das Board im Internetshop von K&M gekauft?

Dann kannst du dich innerhalb der ersten 14 Tagen nach dem Kauf auf das Widerrufsrecht berufen und vom Vertrag zurücktreten, ohne jegliche Angaben von Gründen. Dürfte der einfachste Weg in diesem Fall sein.

Falls du das Board direkt im Laden gekauft hast, dann hast du Anspruch auf Nacherfüllung. Wie im Artikel geschrieben hast du schon die Auswahl zwischen Reperatur und Neuware, aber der Verkäufer kann deine Auswahl ablehnen, wenn:
"Der Verkäufer kann die vom Käufer gewählte Art der Nacherfüllung unbeschadet des § 275 Abs. 2 und 3 verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist". BGB §439 Abs.3
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Maximus-198 am 12. Juli 2005, 15:05:36
Hi,

nein ich habe es im Laden gekauft.

Nun das mit dem unverhältnissmäßig hoch ist eben wahrscheinlich subjektiv. Für K&M sind die Austauschkosten vlt schon unverhältnissmäßig hoch. jedenfalls wollen sie es nur zu Asus schicken und nicht von Hause aus tauschen. Dazu oder zur reperatur wären sie doch aber verpflichtet. Und eben nicht es zu Hersteller schicken denn die Gewährleistung kommt ja vom Händler.

Kann ich von ihnen den Tausch oder das Geld verlangen? Ich meine wenn ich einen Tausch will sind die einizigen Kosten für sie das Porto wenn sie es selber reklamieren.

Falls ich rechtlich sicher bin hau ich da nachher auf den Tisch.

MfG
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Leander am 12. Juli 2005, 15:30:01
Hmm.. Da kannst du nicht wirklich viel machen.

Wie der Verkäufer seine Pflicht erfüllt, ist seine Sache. Wenn K&M eine Reperatur zusteht, kann er dass Board auch an Asus zurückschicken und reparieren lassen. Solange er letzendlich seine Pflicht erfüllt ist AFAIK nichts zu machen.

Ob ihm die Ablehnung deiner gewählten Art der Nacherfüllung wirklich zusteht ist eine andere Sache. Wenn der Verkäufer das Board noch auf Lager hat, steht im diese Ablehnung deiner Wahl bestimmt nicht zu.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Maximus-198 am 12. Juli 2005, 16:15:48
hm ich dachte km müßte reparieren ich hab doch gewährleitung von ihnen.

aber ich würde eh ein neues board oder geld haben wollen. die haben mich da auf jeden fall das letzte mal gesehen. *dr***laden*
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Leander am 12. Juli 2005, 20:26:04
hm ich dachte km müßte reparieren ich hab doch gewährleitung von ihnen.

aber ich würde eh ein neues board oder geld haben wollen. die haben mich da auf jeden fall das letzte mal gesehen. *dr***laden*

Da kann K&M schätz ich mal recht wenig dafür, die werden halt Verträge mit den Herstellern haben, dass die Boards direkt zurück gehen, und der Hersteller sich dann um den Rest kümmert. Meistens kriegst du auch bei einer Abwicklung über den Hersteller ein neues Board. Nervig ist natürlich die Dauer.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Maximus-198 am 13. Juli 2005, 17:25:16
Na ja aber den Tausch gegen ein neues Board haben sie trotzdem abgelehnt. und eigentlich heißt es ja immer das die gewährleistung eben der händler hat und wenn sie es dann doch erst zu asus schicken ist es doch ne garantiesache.

na ja auf jeden fall ist km nicht zu empfehlen 60€ die technikerstunde haben sie angeboten wenn sie gucken wollen ob es denn weirklich kaputt ist.

Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: nomadhunter am 13. Juli 2005, 17:39:52
Sie haben den Tausch gegen ein neues Board nicht abgelehnt. Nur dürfen sie das Teil halt so tauschen wie sie wollen. Ob die ein neues aus dem Lager holen oder es zum Hersteller schicken hat rechtlich gesehen keine Bedeutung. Unter Garantie fällt das für dich trotzdem nicht. Genaugenommen ist es etwa so, dass sie selbst Garantie oder Gewährleistung (je nach dem was ihnen besser passt) gegenüber dem Hersteller geltend machen, um deinem Gewährleistungsanspruch ohne eigene Kosten gerecht zu werden. Unter Garantie würde es für dich fallen, wenn du dich direkt mit dem Hersteller in Verbindung gesetzt hättest.

Und 60€ für eine Technikerstunde (inkl. MwSt) ist heute der ganz normale Preis, was angesichts der derzeitigen Lohnnebenkosten auch verständlich ist. ::)
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Peter am 14. Juli 2005, 09:38:51
Zitat
Und 60€ für eine Technikerstunde (inkl. MwSt) ist heute der ganz normale Preis, was angesichts der derzeitigen Lohnnebenkosten auch verständlich ist.

Das ist etwas, was mir ein wenig die Galle hochtreibt. Wieso können bei den Berufssparten KFZ (Fachfirmen) und den IT-Technikern Löhne in diesen Regionen angesetzt werden, wenn die Edel-Handwerksberufe wie z.B. Fliesenleger bei ca. netto 40 Euro liegen?

Kann mir einer erklären, wieso bitte schön ich den Praktikanten der BMW, der zum Ölwechsel an meinem Wagen abgestellt wird, hochgerechnet mit 70 bis 80 Euro netto die Stunde bezahle? Oder warum ich für eine mögliche, ungelernte Kraft bei K&M in der Technik 60 Euro, für eine gelernte Kraft bei Siemens oder HP der Technik 75 bis 90 Euro bezahle?
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Maximus-198 am 14. Juli 2005, 11:35:03
Wieso ist das kein Unterschied? zu Asus könnte ich es selber schicken. Wenn sie das Board auf Lager haben dann müsen sie mir doch eines von dort geben? Oder was hat die Gewährleistung dann noch für einen Sinn wenn ich es eh zum Hersteller schicke? Bitte da mal um rechtlich genaue Angaben.

Das zu den Arbeitskosten habe ich irgendwie anders verstanden.

Der Verkäufer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

UNd ausserdem gehört das man nachschaut ob das Board defekt ist oder nicht zum Service den man bieten sollte. Das bieten sogar die meisten Kltzleinen Läden.

Na ja was soll es. Muß ich nun warten aber KM wird mich auf jeden fall nicht so bald wieder sehen.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: nomadhunter am 14. Juli 2005, 13:48:01
Der Verkäufer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.
Wenn sie nicht zwingend erforderlich sind, muss er sie nicht tragen. Und wie K&M die Gewährleistung abwickelt geht dich einfach nichts an. Du kannst höchstens eine angemessene zeitliche Frist setzen, wobei angemessen immer von Fall zu Fall unterschieden werden muss. Ich glaube weniger, dass du eine Nachbesserung innerhalb von 1-1,5 Wochen erzwingen kannst, entsprechende Gerichtsurteile kenne ich aber nicht.

Die Gewährleistung hat den entscheidenden Unterschied, dass der, der die Leistung erbringen muss, der Garantiegeber und nicht der Verkäufer ist.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Leander am 14. Juli 2005, 15:09:30
Wieso ist das kein Unterschied? zu Asus könnte ich es selber schicken. Wenn sie das Board auf Lager haben dann müsen sie mir doch eines von dort geben? Oder was hat die Gewährleistung dann noch für einen Sinn wenn ich es eh zum Hersteller schicke? Bitte da mal um rechtlich genaue Angaben.

Eigentlich hat Nomandhunter schon alles erklärt.

Wie die Art der Nacherfüllung erfüllt wird,  ist Sache des Händlers. Als Frist wäre denke ich so 4-6Wochen angemessen, wenn der Händler das Board nicht mehr auf Lager hat (Sowohl für Neulieferung als für Reperatur).

Hat der Händler das Board auf Lager dann, im Falle einer Neulieferung,  wesentlich kürzer. Ich würde einfach noch mal nett und freundlich darauf hinweisen, dass du die Wahl der Art der Nacherfüllung hast, und du möchtest eine Neulieferung, und wenn das Board noch im Laden vorrätig ist, würde ich behaupten dass sogar eine Frist von einer Woche durchaus angemessen ist.

Musst halt auch selber entscheiden wieviel Ärger dir die ganze Sache Wert ist.
Titel: Re: Fehler
Beitrag von: Gastttt am 15. Juli 2005, 03:05:54
Ein Fehler im Artikel: Die Beweislastumkehr findet in den ersten sechs Monaten zu Ungunsten des Verkäufers statt, danach wird sie aufgehoben. Es ist also genau umgekehrt als im Artikel beschrieben.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Leander am 15. Juli 2005, 08:04:51
Vielleicht steh ich jetzt etwas auf dem Schlauch, aber ich seh den angesprochnen Fehler nicht:

Zitat
In den ersten 6 Monaten wird zugunsten des Kunden angenommen, dass der Mangel beim Gefahrenübergang (vereinfacht ausgedrückt: „beim Kauf der Ware“) bereits vorhanden war. Nach diesen 6-Monaten jedoch, kommt es zur angesprochenen Beweislastumkehr und der Käufer muss dem Verkäufer beweisen, dass der Mangel bereits bei Gefahrenübergang vorlag.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Taylan am 31. Juli 2005, 09:10:57
ich hätte mal ne frage zur garantie

wenn innerhalb der ersten sechs monate was kaputt geht. mmm sagen wir mal im fünften monat. erneuert sich dann die garantie nach einer reperatur, oder läuft die garantie dann trotzdem ab?

Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Sladdy am 31. Juli 2005, 09:17:00
ich hätte mal ne frage zur garantie

wenn innerhalb der ersten sechs monate was kaputt geht. mmm sagen wir mal im fünften monat. erneuert sich dann die garantie nach einer reperatur, oder läuft die garantie dann trotzdem ab?



Das kommt glaub ich drauf an um was es geht. Also als meine Hdds am laufenden Band kaputt gegangen sind, hat sich die Garantie immer wieder erneuert für das Austauschprodukt.
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Leander am 01. August 2005, 19:16:16
ich hätte mal ne frage zur garantie

wenn innerhalb der ersten sechs monate was kaputt geht. mmm sagen wir mal im fünften monat. erneuert sich dann die garantie nach einer reperatur, oder läuft die garantie dann trotzdem ab?

Also bei der Garantie ist die Frage relativ einfach zu beantworten: Steht in den Garantiebestimmungen ;D. Kann wirklich jeder Garantiegeber verschieden handhaben, da die Garantie ja freiwillig gegeben wird, und somit auch problemlos eingeschränkt werden kann.

Garantiebestimmungen sind im eigentlich immer auf den Herstellerseiten zu finden. Ein Beispiel hier mal aus den Garantiebestimmungen von WD:
Zitat
Für reparierte oder umgetauschte Produkte gilt entweder die Restlaufzeit der ursprünglichen Produktgarantie oder eine Garantiezeit von neunzig Tagen, je nachdem welche der beiden Möglichkeiten zu einer längeren verbleibenden Garantiezeit führt.

Ist natürlich nur ein Beispiel und ist von Hersteller zu Hersteller verschieden.

Bei der Gewährleistung ist die Sache schon schwieriger. Die Gewährleistung verlängert sich um die Reparaturdauer. Die Gewährleistung auf das komplette Produkt fängt jedoch AFAIK nicht neu zu laufen an, lediglich auf das reparierte Teil gibt es denk ich neue Gewährleistung. Spielt jedoch in der Praxis eher keine Rolle, weil man sowieso nach den ersten sechs Monaten nicht beweisen kann, dass der Mangel bereits bei Gefahrenübergang vorlag ;D.

Das kommt glaub ich drauf an um was es geht. Also als meine Hdds am laufenden Band kaputt gegangen sind, hat sich die Garantie immer wieder erneuert für das Austauschprodukt.
Hat eigentlich nichts mit dem Mangel oder Gegenstand selber zu tun -> s.o.
Aber intressehalber welcher Hersteller war das?

Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: reallord am 14. September 2006, 01:47:22
Hab mal zu diesem doch älteren Thread ne Frage...

Bei Dell muss ich, um den "günstigen" beworbenen Preis zu erhalten, "1 Jahr Abhol und Reparatur Service [Im Preis enthalten]" wählen...

Die nächste Möglichkeit wäre dann "Basic: 3-Year At Home service & Multimedia E-Learning [plus 278,40 € oder 9 €/Monat1]"...

Wenn ich nun Basis nehme, und nach 1 1/2 Jahren geht irgendwas kaputt...Dann hab ich logischerweise keine Garantie mehr, aber halt noch Gewährleistung...
Reparieren die das Notebook dann immernoch kostenlos?

Weil so seh ich einfach nich, welchen Vorteil bei 1Jahr Laufzeit mir die Garantie bei Dell überhaupt bringt???? Gewährleistung hab ich ja eh 2 Jahre....
Titel: Re:Diskussion zu: Gewährleistung, Garantie...
Beitrag von: Daniel am 14. September 2006, 09:01:35
Dieser zusätzlich von Dell beworbene Service bedeutet das du Online-Support hast, sowie die Möglichkeit ein Techniker von Dell ins Haus zu bekommen, nach freier Terminwahl, dies natürlich kostenlos.
Fraglich bleibt, ob sie bei einem Hardwaredefekt alles kostenlos reparieren. Das bezweifel ich nämlich sehr stark. Innerhalb der Gewährleistungspflicht(2 Jahre) müssten sie dies tun, wobei bei dir die Beweislast liegt. Das bedeutet du musst beweisen, dass dieses Gerät kaputt gegangen bei bestimmungsgemäßer Ingebrauchnahme ist. Nach der Gewährleistungzeit wird Dell die Hardwareraperaturen, sowie den Austausch von Teilen berechnen.
Der von Dell beworbene Service bezieht sich mehr auf Softwareunterstützung, die Delltechniker kommen gerne mal raus und setzen dein System neu auf.

Alle Angaben ohne Gewähr