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Landgericht Köln setzt Voraussetzungen für das Mitverschulden bei Phishing-Opfern

Wirtschaft | HT4U.net
In einem Urteil vom 5. Dezember 2007, hat das Landgericht Köln das Mitverschulden eines Phishing-Opfers verneint. Dem Opfer waren 3000 € vom Konto ohne sein Zutun abgebucht worden und dann vom Konto des Beklagten weiter transferiert worden.

Das Interessante an diesem Urteil sind die genannten Voraussetzungen eines Mitverschuldens des Phishing-Opfers, die sich in der Urteilsbegründung finden. So liegt ein Mitverschulden vor, wenn das Opfer keine oder keine aktuelle Antivirensoftware benutzt. Ebenso ist es ein Indiz für ein Mitverschulden, wenn das Betriebssystem nicht regelmäßig mit Updates versorgt werden. Eine Firewall verhindere zusätzlich, dass Daten über das Internet gesendet werden. Das Landgericht betonte aber auch, dass die Erfüllung der Voraussetzungen keinen hundertprozentigen Schutz gegen das Pharming bieten, sie schließen eben nur ein Mitverschulden aus.

Auch für die Phishing-Mails stellte das Landgericht Voraussetzungen auf. So müsse auf auffällige sprachliche Mängel in der E-Mail geachtet werden. Auch die Web-Adresse sei zu kontrollieren, da Banken ihre Verbindung verschlüsseln stehe in der Adresszeile statt http:// https://. Auch ein fehlendes Logo vor der Adresszeile sei ein Indiz für ein Phishingbetrug. Weiterhin wäre es ungewöhnlich, wenn mehrere Transaktionsnummern (TAN) abgefragt werden. Die Verwendung eines Spam-Filter sei ebenfalls zu empfehlen.

Diese Voraussetzungen sind in sofern wichtig, als dass ein Mitverschulden eine Minderung des Schadenersatzanspruch bedeuten kann nach § 254 Abs. 1 BGB. Es sei hier aber nochmal in aller Deutlichkeit gesagt: Banken fragen niemals, ob am Telefon (Vishing) oder per E-Mail (Phishing), nach Kontodaten und vor allem nicht nach TANs.
Autor: Daniel
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