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Athlon Neo und Yukon-Plattform - AMDs Angriff auf die Subnotebooks

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AMD führt heute die Yukon-Plattform für Ultra-Thin- und Subnotebooks ein. Mit diesem Konzept, welches aus Grafikkarte, Chipsatz und Prozessor besteht will man dünne und besonders leichte Notebooks ermöglichen. Bei den Prozessoren gibt es die Wahl zwischen drei Single-Core-Modellen. Neben zwei Sempron-Variaten gibt es noch den neuen Athlon Neo, welcher einer Leistungsaufnahme von nur 15 Watt besitzt.

Die Basis für den Athlon Neo bildet die nunmehr fünf Jahre alte K8-Architektur. Zum Start der neuen Plattform wird es nur eine einzige Variante mit 1,6 GHz und einem 512 KByte großen L2-Cache geben. Neben dem Athlon Neo MV-40 können auch die bereits verfügbaren Sempron-Modelle 200U mit 1 GHz und 210U mit 1,5 Ghz zusammen mit der Yukon-PLattform eingesetzt werden. Beide Varianten besitzen allerdings nur halb so viel L2-Cache wie der Neo. Der L1-Cache beträgt bei allen Varianten K8-typische 64 KByte.

Bild: Athlon Neo und Yukon-Plattform – AMDs Angriff auf die Subnotebooks


Zur Unterstützung des Prozessors kommt die AMD 690T Northbridge und die SB600 Southbridge zum Einsatz, welche zusammen eine TDP von 12 Watt im Zusammenspiel mit dem Athlon Neo aufweisen sollen. CPU und Northbridge kommunizieren noch über das alte HyperTransport-1.0-Protokoll, das für die vorgesehen Einsatzgebiete allerdings absolut ausreichend sein sollte.

Im Embedded-Bereich ist seit einiger Zeit der Athlon 64 2600+ verfügbar, welcher die identischen Leistungsdaten aufweist und damit auch etwas mehr über die zu erwartende Performance der Einzelkerne verrät. Wie der Athlon 64 wird auch der Athlon Neo noch in der bewährten 65-nm-Technologie im Silicon-on-Insulator-Verfahren gefertigt. Im Gegensatz zu allen anderen Mobil-Prozessoren von AMD wird der Neo jedoch auf einem BGA-Träger verkauft und muss somit direkt auf der Hauptplatine gelötet werden.

Vergleicht man die Performance des Athlon Neo mit der eines Core 2 Duo von Intel, so wird ersterer keinen Sieg davon tragen können, dafür fehlt ihm einfach der zweite Kern und die nötigen Taktraten. Selbst in der Low-Voltage-Bauweise werden die Doppelkerne dank der besseren Architektur nie gefährdet sein. Für beide Plattformen inklusive Chipsatz geben AMD und Intel jeweils 30 Watt für die Leistungsaufnahme an.

Gegen den Single-Core Atom sieht es selbstverständlich wesentlich besser aus. Beide warten mit einem ähnlichen Takt auf, der Athlon-Prozessor kann aber die Out-of-Order-Ausführung für sich verbuchen, während der Atom auf die langsamere In-Order-Execution setzt. Damit sollte der Athlon Neo in diesem Duell die Nase vorne haben. Dafür kann der Intel Atom gepaart mit dem richtigen Chipsatz jedoch eine niedrigere Leistungsaufnahme vorweisen.

Auf der englischsprachigen Seite Bit-Tech sind erste Folien von AMD zum Athlon Neo veröffentlicht worden. Diese verdeutlichen nochmals, dass AMD mit dem Athlon Neo weder in Konkurrenz zu Intels Atom in Netbooks noch in Konkurrenz mit dem Core 2 Duo in den klassischen Mainstream-Notebooks treten möchte und damit den oben genannten Problemen aus dem Weg geht.

Bild: Athlon Neo und Yukon-Plattform – AMDs Angriff auf die Subnotebooks


Preislich sortiert AMD damit den Athlon Neo nicht im Netbook-Segment mit Preisen unterhalb von 500 Euro ein, sondern sieht ihn im klassischen Subnotebook-Markt. Durch die geringe Leistungsaufnahme sollen leichte, kompakte und leise Geräte zu Preisen von deutlich unter 1100 Euro ermöglicht werden.

Anfang April wird ein erstes mit dem Athlon Neo ausgestattetes Subnotebook auf den Markt kommen. Das von HP stammende 12-Zoll-Gerät gehört zur Pavilion-dv2-Familie und wird zwischen 515 Euro und 660 Euro kosten. In den USA soll es bereits im Februar an den Start gehen.

Für das dritte Quartal 2009 hat AMD gemäß heise-online bereits den Nachfolger des Athlon Neo angekündigt. Dieser wird dann einen zweiten Kern sein Eigen nennen und auch der Chipsatz wird mit einem Ableger des M780G deutlich performanter sein.

Abzuwarten bleibt wie der Marktstart der neuen Plattform verläuft. HP hat Intel bereits darum ersucht die Atom-Restriktionen zu lockern, damit dieser auch in Geräte oberhalb der 10-Zoll-Klasse eingesetzt werden kann. Auch ASUS sowie andere Konkurrenten haben bereits größere Geräte in der Hinterhand. Diese Geräte würden direkt in Konkurrenz zu AMDs Konzept stehen und der Yukon-Plattform damit das Leben sehr schwer machen. Intel kann zudem auch noch die Dual-Core-Varianten des Atom als Alternative einschieben um den Leistungsabstand zum Athlon Neo zu verkleinern.
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