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AMD-Fabriken sollen zu weltweit wichtigsten Halbleiterhersteller aufsteigen

Wirtschaft | HT4U.net
Der neu gegründete Auftragsfertiger GlobalFoundries hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und will mit AMD als Hauptkunde in den nächsten Jahren zum weltweit wichtigsten Hersteller für Halbleiterchips aufsteigen. Das Unternehmen entstand aus einer Ausgründung der AMD-Fabriken mit finanzieller Unterstützung der arabischen ATIC Investmentgesellschaft, die zwei Drittel der Anteile halten. Ein schweres Ziel, wenn man den weltweiten Konkurrenzkampf in dieser Branche beobachtet.

Besonders in Dresden kostet dieser Schritt zunächst einige Überwindung. So wechseln laut Sächsischer Zeitung rund 2.600 Mitarbeiter aus der Fertigung zu GlobalFoundries, während bei AMD in der Entwicklung nur 100 Fachkräfte verbleiben. Werkschef Jim Doran beschreibt Dresden als wichtigsten Eckpfeiler für die Strategie – ein Grund, warum man in den nächsten Jahren rund 1,4 Milliarden Euro in den Ausbau des Dresdner Standortes investieren will.

Derzeit segelt das Silizium-Schiff allerdings nur auf Halbmast. Der Ausbau ist gestoppt und die Produktion läuft in Kurzarbeit. In New York ist zwar der Weg zu einem weiteren Werk geebnet, doch die Konkurrenz ist hart. Weltweit gibt es zehn große Hersteller, von denen acht in Asien ansässig sind. In Deutschland schlägt sich die X-Fab wacker, arbeitet jedoch mit gröberen Strukturen und kommt für die Herstellung hochkomplizierter Mikroprozessoren nicht in Frage. Bleibt größter Konkurrent Intel, der jüngst bekannt gab, mit dem taiwanischen Hersteller TSMC zusammen Prozessoren herstellen zu wollen. Damit folgt das Unternehmen, dass selbst über unzählige Fabriken verfügt, überraschend eine ähnliche Strategie wie AMD, die bereits seit 2006 Einsteigerprozessoren bei der chinesischen Chartered in Auftrag geben.

Wette auf eine wachsende Nachfrage nach Halbleiterchips


Bis 2010 sollen allein in Dresden 100.000 Wafer im Monat vom Band laufen. New York startet mit der Produktion planmäßig erst zwei Jahre später. Bis dahin muss die Auslastung so weit gegeben sein, dass sich die Investition von knapp über vier Milliarden US-Dollar auch rechnen. Rund 1400 Mitarbeiter werden dann an einem weiteren Standort für die Herstellung von Silizium-Wafern verantwortlich sein.

Ob das Konzept aufgeht, dürfte zu einem wesentlichen Punkt davon abhängen, wann die Nachfrage wieder anspringt. In den vergangenen Jahren hatten sich die Halbleiterhersteller über zweistellige Wachstumsraten bei der Nachfrage freuen können – eine Enwicklung, die auch Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten gefördert und schließlich für den starken Preisverfall gesorgt hat, wie er besonders deutlich im DRAM-Speichergeschäft zu beobachten ist.

Mit der Umstellung auf die nächste Fertigungsgeneration dürfte sich der Markt wieder deutlich ausdünnen. Nicht alle Hersteller haben das Kapital, ihre Fabriken aufzurüsten, sodass sich das Angebot zwangsläufig wieder etwas verknappen wird. Und das ist wohl der Punkt, an dem Globalfoundries ansetzt.

Gemeinsam mit finanzstarken Investoren nutzen sie die Krise, um die Anlagen ohne teure Produktionsausfälle auf den neuesten Stand zu bringen. Wenn dann Prozessoren mit 32 Nanometern und kleiner in Massen auf den Markt kommen, sind genug Kapazitäten frei, um die erwartete Nachfrage zu bedienen. Durch das unabhängigere Konzept können freie Kapazitäten besser an andere Unternehmen verkauft werden und die Werke sollten sich eher Rechnen. Jetzt heißt es nur noch für AMD, zur richtigen Zeit auch ein Produkt anbieten zu können, dass auf dem Markt auch gefragt wird – und das möglichst nicht nur, weil es billiger ist als Konkurrenzangebote.
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Stichworte zur Meldung: Amd Foundry Comany Atic Halbleiter Fabrik