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Erkenntnis: Killerspiele erhöhen doch nicht die Gewaltbereitschaft

Spiele | HT4U.net
Die Debatte um die Killerspiele kam spätestens mit dem ersten Amoklauf in Deutschland auf, aber das traurige Ereignis wurde zum Anlass genommen einen ganzen Industrie Zweig zu diffamieren und in eine Ecke zu drängen in den er schlicht und ergreifend nicht rein gehörte. Doch Zeiten ändern sich und so stellen auch große Medieninstitute nach und nach eine neutraleres Bild her. So wie das ZDF, welches im Rahmen der Service-Show vollekanne nun ein deutliches anderes Bild zeigt als noch vor einigen Jahren.

So berichtet das ZDF über eine Studie aus Bremen, die belegt, dass zwischen den Spielen und den Amokläufen in Deutschland kein Zusammenhang besteht. Doch bleiben die Aussagen weiterhin Zwiespältig, so behauptete der Psychologe Manfred Spitzer in seinem Buch "Vorsicht Bildschirm", dass die fiktive Gewalt von Computerspielen zwangsläufig zu aggressiven Verhalten im Alltag führt. Aber der wissenschaftliche Nachweis für die Annahme, welche auch immer noch breit vertreten wird, fehlt.

Methode der Studie


Das Zentrum für Kognitionswissenschaften (ZKW) der Universität Bremen hat nun mittels funktionelle Kernspintomograhie (fMRT) untersucht, was sich wirklich im Gehirn von Computerspielern abspielt. Denn Fakt ist, die heutige Generation von 14 bis 19 Jährigen spielt zu 76 Prozent mehr oder minder regelmäßig Computerspiele. Dabei liegen Ego Shooter gerade einmal auf Platz drei hinter Strategie- und Rennspiele. Aber auch ältere Generationen kommen durch die neuen Konsolen häufiger mit der Virtualität zusammen.

Die Methode des ZKW unter Leitung des Hirnforschers Dr. Thorsten Fehr lag darin, den Probanden währen des fMRT Szenen aus Computerspielen und aus Videos vorzuspielen, die sich jeweils in der Ego-Perspektive befanden. Dabei zeigte sich vor allem, dass die Verarbeitung der virtuellen Szenen in einem anderen Teil des Gehirns stattfanden, als diese der realen Video-Szenen.

Computerspiele sind nicht der Auslöser


Die Schlussfolgerungen erklärt Dr. Fehr im Rahmen eines Interviews mit ZDF Online und stellt dabei vor allem fest, dass die Regionen in denen gewalthaltige Computerspiele im Gehirn verarbeitet werden vorwiegend neue Regionen sind, welche nicht zu den sogenannten Panikregionen gehören. Dagegen findet bei realen Schießszenen die Verarbeitungen in Regionen der Aggressionskontrolle statt.

Scheinbar, so stellt Dr. Fehr weiter Fest, werden bei Computerspielen neurale Muster aktiviert, welche mit dem eigentlichem Spielziel in Verbindung steht. Dabei wird der Gewaltaspekt mehr oder minder ausgeblendet und das vorrangige Ziel, dass Sammeln von Punkten und dass Gewinnen des Spiels in den Vordergrund gestellt. Die Hang zu gewaltreichen Spielen rührt nach Ansicht von Dr. Fehr nicht aus den Spielen heraus, sondern aus den gesamten Medien, die Gewalt als nahezu alltäglich darstellen. Dies zeigt auch die Tatsache, dass es zahlreiche erfolgreiche Computerspiele gibt, welche schlicht vollkommen andere Ziele verfolgen.

Das Ergebnis der Studie kann nach Ansicht von Dr. Fehr nur sein, dass Killerspiele nicht die Gewaltbereitschaft erhöhen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass solche Spiele keinen Einfluss haben können. Menschen die psychisch vorbelastet sind können auch in der virtuellen Realität abdriften und hier ihre Phantasien ausleben, doch ist der Reiz hier nicht lange ausreichend. Letztlich bleibt festzuhalten, das weder Computerspiele noch Filme mit gewalthaltigen Inhalt die Ursache für Gewaltverhalten sind, da diese schon wesentlich früher gesetzt wurde.
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