Nachrichten

Das Ende der CeBIT 2011 - Eindrücke, Zahlen und ein Fazit

Sonstiges | HT4U.net
Die CeBIT 2011 ist zu Ende und die Deutsche Messe AG gibt ihre Zahlen für dieses Jahr bekannt. Doch der anfängliche Eindruck einer überfüllten Messe, spiegelt sich nicht in den Zahlen wieder, welche nur geringfügig gestiegen sind.

Die Zahlen


Schon am ersten Tag stellte sich der Eindruck eines größeren Besucherandrangs ein. Die Hallen schienen schon unter der Woche stark gefüllt. Doch das Gefühl war trügerisch, immerhin hatte die Messeleitung sich dazu entschlossen, einzelne Hallen komplett zu schließen, wodurch sich in den anderen Hallen natürlich mehr Menschen tummelten. Auch blieben in den offenen Hallen manche Bereiche ungenutzt oder wurden großzügig als Ruhebereiche angeboten. Aber immerhin stieg die Anzahl der Besucher tatsächlich und zwar um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und erreichte damit 339.000 Besucher. Diese kamen aus rund 90 Ländern nach Hannover, wobei rund 80 Prozent der Gäste aus beruflichen Interesse angereist waren.

Mehr als 4.200 Unternehmen aus 70 Ländern haben sich an der diesjährigen CeBIT beteiligt, darunter auch Firmen, welche in den vergangenen Jahren der Messe in Hannover fern geblieben waren. Doch auf der anderen Seite reduzierten auch einige Unternehmen ihr Engagement auf der CeBIT oder bleiben der Messe komplett fern. Insgesamt schien das Aufgebot kleiner zu sein.

Nichts Neues, aber mehr Details


Doch nicht nur durch Zahlen lässt sich eine Messe beschreiben, denn auch das Gesehene hat Auswirkungen auf den Eindruck, welchen die Messe hinterlässt. Hört man sich um, so bekommt man vielerorts bescheinigt, dass die CeBIT im Vergleich zur CES in Las Vegas nicht viel Neues zu bieten hat und die Hersteller eher eine Europa-Vorstellung betreiben. Das stimmt auf der einen Seite, doch auf der anderen Seite scheinen detaillierte Informationen zu neuen Produkten in Hannover häufiger ans Licht zu kommen, als beispielsweise in Las Vegas.

Dieser Eindruck scheint auch ein Blick in die Redaktionen der Kollegen zu bestätigen. Denn während bei den Besuchen auf der CES oder gar der COMPUTEX der Informationsfluss eher gering ist, scheint es bei der CeBIT doch die eine oder andere Meldung mehr zu geben. Dies ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass man hier mit einer größeren Belegschaft anrücken kann, doch vielleicht macht genau dieser Faktor die CeBIT zu einem wichtigen Termin.

Steigender Druck doch wenig Einsicht


Dennoch steht die CeBIT durch COMPUTEX und CES reichlich unter Druck, da hilft auch keine Kooperationsvereinbarung mit der COMPUTEX. Um so unverständlicher ist es, dass man bei der Deutschen Messe AG weiterhin an der zwei Klassengesellschaft festhält und die Online-Medien teils abstraft. Den Pranger trägt der Journalist auf seinem Messeausweis und das kann dazu führen, dass man den Eintritt in den Pressebereich des Convention Center (CC) verweigert bekommt, weil dies überfüllt sei und die "richtigen" Journalisten einen Platz brauchen.

Dass dieser Fall eintreten kann, durften wir am eigenen Leib erfahren, wobei man uns gar als Blogger bezeichnete. Dieser Umstand alleine gibt schon einen faden Beigeschmack, immerhin ist die IT-Nachrichtenwelt sehr stark durch Online-Medien vertreten. Hinzu kommt schlicht die Tatsache, dass man von einigen Unternehmen – aus Sicht der Messe auch zahlende Aussteller genannt – explizit zu einem Termin geladen wird, da diese Unternehmen den Kontakt zu den Online-Medien für wichtig erachten. Entsprechend stieß das Ereignis im CC auch bei unseren Gesprächspartner auf Unverständnis und zeigt deutlich, dass die Deutsche Messe AG hier dringenden Nachholbedarf hat.

Die CeBIT in Hannover bleibt auch weiterhin eine wichtige Technologie-Messe, insbesondere für den europäischen Raum, doch wechselnde Konzepte und ein definitiv falscher Umgang mit einem Teil der Presse sorgen dafür, dass die Messe zunehmend unattraktiver wird. Da wundert es nicht, dass sich immer mehr Redaktionen in Richtung anderer Messen, beispielsweise in Barcelona, Las Vegas oder Taipeh orientieren. Einigen Ausstellern mag das auch zusagen, denn sollten die deutschen Journalisten sich mehr und mehr auf die Messen im Ausland konzentrieren, warum sollten dann asiatische Aussteller überhaupt noch teure Standmieten an die Deutsche Messe AG entrichten, ganz zu schweigen von den weiteren Kosten, welche mit einem Aufenthalt in Deutschland verbunden sind.
[]






Stichworte zur Meldung: Umgang Presse Austeller Ergebnis Fazit Abschluss Zahlen Besucher Eindruuck Messe Cebit