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Roadmap für Intels Desktop-Prozessoren mit 6 Kernen

Prozessoren | HT4U.net
Die Roadmap für das kommende Jahr verspricht bei Intel viele neue Nehalem-Prozessoren mit vier Kernen auf dem Desktop, die gemeinsam mit technologischen Neuerungen mehr Performance bei geringeren Kosten versprechen. Im Highend-Bereich ist hier vor allem Bloomfield zu nennen, über den im Vorfeld bereits viel berichtet wurde. Im Performance- und Mainstream-Segment schließen Lynnfield und Havendale auf, welche die aktuellen Quad-Core-Prozessoren Yorkfield und Kentsfield ablösen. 2010 folgt mit Westmere schließlich der erste Prozessor mit sechs Kernen auf dem Desktop.

Vom Zeitablauf bietet die Roadmap der PC Watch kaum überraschendes, was nicht bereits in unserem letzten Ausblick oder im Juli grundsätzlich schon Erwähnung fand. Die ausführlichen Grafiken verdeutlichen aber noch einmal klar die Positionierung der einzelnen CPUs.

Bild: Roadmap für Intels Desktop-Prozessoren mit 6 Kernen
Quelle: PC Watch


Interessant ist vor allem die Übersicht zu den einzelnen Kernen, welche die Unterschiede spezifisch hervor hebt. So unterscheiden sich Bloomfield und der im dritten Quartal erwartete Lynnfield wesentlich in der Anbindung an Speicher und Chipsätze. Während ersterer über Triple-Channel-DDR3 auf den Arbeitsspeicher zugreift, muss letzterer mit Dual-Channel vorlieb nehmen. Auch das neue Quick Path Interconnect (QPI-Bus), das in drei unterschiedlichen Bandbreiten mit 4,8 Gbit/s, 5,8 Gbit/s und 6,4 Gbit/s zum Einsatz kommt, bleibt Lynnfield verwehrt. Hier greift Intel stattdessen auf die zweite Generation PCI Express x16 und einen deutlich schmaleren DMI-Bus zurück.

Havendale verfügt über nur zwei Prozessor-Kerne und bietet dafür erstmals eine integrierte Grafikeinheit an. Die Anbindung nach außen erfolgt jedoch wie beim Lynnfield über ein Dual-Channel-Interface und PCI Express x16 sowie DMI.

Bild: Roadmap für Intels Desktop-Prozessoren mit 6 Kernen
Quelle: PC Watch


Als Flaschenhals könnte sich eventuell PCI Express 2.0 erweisen, doch muss sich hier erst noch erweisen, ob die dopplete PCIe-Bandbreite der zweiten Generation von theoretischen 5 GT/s für die entsprechenden Anwendungsfälle nicht ausreicht. So sieht Intel für diesen Fall vor, dass der Chipsatz über PCIe 2.0 angebunden wird, an dem dann wiederum zum Beispiel die Grafikkarte über PCIe angeschlossen werden könnte. Rein theoretisch ließe sich auf diese Weise Quad-Crossfire über vier PCIe-x8-Verbindungen realisieren, was für die meisten Nutzer wohl mehr als ausreichen dürfte.

Im Jahr 2010 folgt schließlich Westmere, der erstmals über sechs integrierte Kerne verfügt. Die CPU setzt ebenfalls auf Triple-Channel-Speicher und soll im Gegensatz zu Bloomfield gleich zwei QPI-Ports anbieten. Weiterhin kommen auf dem 32-nm-Chip 12 MB Shared-L3-Cache zum Einsatz und es taucht erstmals ein alter Bekannter wieder auf: LaGrande, das derzeit bei aktuellen Prozessoren unter den Namen Trusted Execution Bit zu finden ist.

Eher in den Server-Markt passen schließlich der Nehalem-EP Gainestown und Nehalem-EX Beckton, wobei ersterer grundsätzlich Westmere entspricht, aber nur über vier Kerne und 8 MB L3-Cache verfügt. Nehalem-EX rückt dagegen mit bis zu acht Cores an und verfügt über insgesamt 24 MB L3-Cache. Die Anbindung soll laut PC Watch über vier QPI-Ports und ein Quad-Channel-Speicher-Interface erfolgen, das für FB-DIMM 2 ausgelegt ist und bis zu 6,4 Gbit/s je Kanal erreicht. Beide Prozessoren produziert Intel allerdings noch in 45-nm-Strukturen. Über beide Modelle sind derzeit aber kaum Informatinen bekannt sodass sich die Details wohl durchaus mit der Zeit noch ändern können.

Bild: Roadmap für Intels Desktop-Prozessoren mit 6 Kernen
Quelle: PC Watch


Mittelfristig beginnt Intel folglich damit, den Aufgabenbereich der CPU um wesentliche Kernelemente des Chipsatzes zu erweitern. Wurde früher der Prozessor über den FSB an die Northbridge angebunden, in der Speicher-Interface und optional die GPU zu finden war, rückt beides nun vollständig auf den Prozessor-Chip und wird intern über QPI verbunden. Nach außen ermöglichen sowohl PCI Express 2.0 den Anschluss von externer Grafik als auch DMI die Anbindung des Platform Controller Hub (PCH oder Southbridge). Die PCH mit Codenamen Ibexpeak stellt schließlich alle bekannten "Low-Speed"-Funktionen wie USB, Festplatten-Schnittstelle oder Netzwerk-Ports über Ethernet bzw. WLAN zur Verfügung.

Für Bloomfield übernimmt diese Aufgabe schließlich X58 Tylersburg, der direkt über QPI an den Prozessor angebunden ist und damit insgesamt eine höhere Performance ermöglichen sollte. Er bietet dann auch zwei PCIe-2.0-Schnittstellen und damit auch entsprechend mehr Bandbreite für High-Performance-Grafik.
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