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Erste Listungen von Server-Systemen mit AMDs Bulldozer-Prozessoren

Prozessoren | HT4U.net
Nachdem letzte Woche das vermeintliche Launch-Datum für AMDs kommende High-End-Prozessoren für Desktop-Systemen auf Basis der neuen Bulldozer-Architektur aufgetaucht ist, mehren sich nun die Hinweise, dass ein Start kurz bevor steht. So sind mittlerweile erste Listungen von Server-Systemen mit den neuen Prozessoren erschienen, die in Bezug auf Thermal Design Power (TDP) und Taktfrequenzen für Klarheit sorgen.

Im Server-Segment wir AMD dabei wie bisher auf zwei unterschiedliche Serien setzen. Während aktuell die Opteron-6100-Serie für jene Server gedacht ist, bei denen es vor allem auf eine hohe Leistung ankommt, richtet sich die kleinere Opteron-4100-Familie an Ein- bis Zwei-Wege-Systeme bei denen in erster Linie die Energieeffizienz wichtig ist. Eben diese Marktaufteilung wird man mit der Bulldozer-basierten Opteron-6200- und Opteron-4200-Reihe fortsetzen.

Bild: Erste Listungen von Server-Systemen mit AMDs Bulldozer-Prozessoren


Bei den Opteron-6200-Modelle (Codename: Interlagos) handelt es sich dabei wie bei den Vorgängern der Opteron-6100-Serie um sogenannte Multi-Chip-Module, d.h. dass AMD zwei Dies zusammen in einem Package verbaut. Bei der Opteron-6200-Reihe sind damit bis zu acht Module – alias 16 Kerne – pro Sockel möglich. Die kleinere Opteron-4200-Familie (Codename: Valencia) setzt hingegen auf Single-Die-Prozessoren und damit auf maximal vier Module.

Bedingt durch den Sprung von aktuell maximal 6 Kernen auf bis zu vier Module/8 Kerne pro Die scheinen dabei zumindest anfänglich trotz der neuen 32-nm-Fertigung keine Taktsprünge gegenüber der Vorgängergeneration bei gleicher Thermal Design Power (TDP) möglich zu sein, wie erste Angebote von Gateway unterstreichen. So kommt der schnellste Opteron 6276 mit acht Modulen auf 2,3 GHz, der etwas günstigere Opteron 6272 weist einen Takt von 2,1 GHz bei ebenfalls acht Modulen vor. Die TDP liegt dabei bei angeblichen 115 Watt. Angeblich deshalb, weil unklar ist, ob es sich tatsächlich um die TDP oder AMDs ACP – Average Chip Power – handelt. Sind es 115 Watt ACP, so würde die TDP bei etwa 140 Watt liegen. Unklar bleiben allerdings die Taktfrequenzen bei aktivem Turbo-Mode, welche deutlich höher liegen sollten, sofern die Server-Hersteller im BIOS nicht die konfigurierbare TDP auf künstlich niedrige Werte einstellen und somit den maximalen Takt verhindern. Weiterhin listet Gateway auch noch einen Opteron 6220 mit lediglich vier Modulen und 3 GHz Takt sowie einen Opteron 6234 mit 6 Modulen und 2,4 GHz.

Bild: Erste Listungen von Server-Systemen mit AMDs Bulldozer-Prozessoren


Vergleicht man diese Taktfrequenzen mit jenen der aktuellen Modelle, so zeigt sich dass ein Opteron 6176 exakt die gleiche Taktfrequenz besitzt wie ein Opteron 6276. Das Namensschema bleibt somit erhalten – sehr löblich! Somit bleibt kurzum festzuhalten, dass man wohl zu gleichem Preis schlicht etwas mehr Hardware – also acht Module statt 12 Kerne – bei gleichem Takt bekommt.Wenn dies ausreicht um wie von AMD prognostiziert die Leistung um 35 bis 50 Prozent gegenüber der aktuellen Generation zu steigern dürfte Bulldozer seinem Namen alle Ehre machen.

Für den Desktop-Markt bedeutet dies, dass die Gerüchte rund um eine maximale Taktfrequenz von 3,6 GHz zum Start bei einer TDP von 130 Watt wohl zutreffend sind. Mehr scheint wohl aktuell nicht machbar zu sein.
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