Nachrichten

Diskussion um Schattenprofile bei Facebook

Internet | HT4U.net
Facebook ist bekannt als weltweit größtes soziales Netzwerk mit rund 800 Millionen Mitgliedern – doch mittlerweile gibt es auch eine Diskussion um diejenigen, kein Mitglied bei Facebook sind. Berichten zufolge existiert auch für diese Nutzer bereits ein Profil, das mit zahlreichen persönlichen Daten angereichert wird.

Datenschutzbeauftragte in Irland erheben Vorwürfe (PDF) über dieses Vorgehen. So würden Nutzer dazu aufgefordert, Daten wie Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Arbeitsstellen bzw. Organisationen über nicht registrierte Nutzer preiszugeben. Diese Informationen bilden schließlich die Grundlage für diese Schattenprofile (Shadow profiles).

Möglich wird dies auf unterschiedlichen Wegen. Einmal erlaubt Facebook die Suche nach möglichen Freunden, indem das eigene Adressbuch nach E-Mail-Adressen oder Namen durchstöbert wird. Gleichzeitig können E-Mail-Adressen von Freunden angegeben werden, um diese Einzuladen. Alle getätigten Angaben werden bei Facebook gespeichert. Weiterhin nutzt man die Synchronisierung von Kontakten zwischen Mobiltelefon und dem Netzwerk und sogar die Suchanfragen, um das Netzwerk nach Bekannten zu durchsuchen.

Nun ist dieses Vorgehen an sich gar nicht ungewöhnlich. Viele weitere Webdienste nutzen ähnliche Methoden, um ihren Nutzerkreis zu erweitern. Die Kritik besteht vor allem darin, dass Nutzer über diese Speicherung weder informiert werden noch Einfluss darauf nehmen können. Hinzu kommt, dass die umfangreichen Informationen über die eigenen Daten bei Facebook, die auf Wunsch herausgegeben werden müssen, keinerlei hinweise auf mögliche Schattenprofile enthalten.

Weitere Methoden, um diese Profile zu erweitern, wurden bereits zahlreich diskutiert. Beliebt ist der Like-Button auf Websites, der es ermöglicht, Bewegungen der Nutzer aufzuzeichnen. Neu hinzugekommen ist erst kürzlich die Möglichkeit, Freunde für Organisationen zu markieren. Zwar muss der Nutzer diese Anfrage bestätigen, damit sie öffentlich sichtbar wird, doch besteht kein Zweifel, dass Facebook allein die Anfrage bereits nutzen kann, um Profile zu erweitern.

Heimliche Nutzerprofile auf breiter Front


Dass Schattenprofile nicht ungewöhnlich sind, lässt sich auf einfache Weise belegen. So stellt die einfachste Methode, ein Schattenprofil zu erzeugen, schlicht die Speicherung der IP-Adresse eines Nutzers dar. Weiterhin können sie zum Beispiel auch über Cookies ermöglicht werden. Google nutzt diese Möglichkeiten weitreichend, um zum Beispiel die Werbung auf die Nutzer abzustimmen. Wer zum Beispiel einmal nach Flügen in ein bestimmtes Land sucht, wird später durch Google immer wieder auf Werbung zu passenden Flugangeboten aufmerksam gemacht.

Dass Nutzer mehr Kontrolle über ihre Daten fordern, ist einerseits gut und wichtig. Gleichzeitig kann man an dieser Stelle immer nur wiederholen, niemals Daten über sich im Internet preiszugeben, die man nicht auch in der Zeitung über sich lesen wollen würde. Dass dies auch ohne das zutun von Facebook vorkommt, lässt sich leicht bei großen Boulevard-Blättern nachprüfen. Dort tauchen immer häufiger Facebook-Daten in "journalistischen" Artikeln zu vermeintlichen Opfern und Tätern auf.

Zudem sollte man sich eines Umstandes bewusst werden: Das Internet vergisst nie.
[]







Stichworte zur Meldung: Social Facebook Shadow Profile Schattenprofile Datenschutz Network