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Windows-Hotfixes für AMDs Bulldozer-Prozessoren im Test - Besser auf den zweiten Blick?

Prozessoren | HT4U.net
Vor rund zwei Wochen veröffentlichten Microsoft und AMD zusammen die finalen Windows-Updates, die Windows 7 besser auf AMDs neue Bulldozer-Architektur abstimmen sollen. Allerdings belegten unsere ersten Messwerte, dass die Patches nur sehr wenig Leistungseinfluss haben, so dass im Mittel die Leistung unverändert ist. Allerdings konnten wir damals aufgrund der knappen Zeit kein besonderes Augenmerk auf Teillast-Szenarien legen, welches wir nun nachholen wollen.

Zunächst sind als Teillast-Aufgaben dabei natürlich die Spiele zu nennen. Sieht man von diesen jedoch einmal ab, wird die Suche nach Anwendungen, die nicht nur einen Kern auslasten, aber eben auch nicht alle Ressourcen in Anspruch nehmen schon recht schwierig. Entweder man trifft nämlich auf nicht-parallelisierte Applikationen oder eben auf gut parallelisierte. Ein Dazwischen gibt es fast nicht.

Aus diesem Grund haben wir fünf Anwendungen aus unserem Benchmark-Parcours herausgepickt und diese über deren Optionsmenü künstlich auf die Verwendung von vier Threads eingeschränkt. Neben dem x264-Encoder, haben wir 7-Zip als Packer und TrueCrypt als Verschlüsselungsanwendung gewählt. Der LinPack-Benchmark dient als HPC-Beispiel und der Cinebench soll die Klasse der Renderer vertreten.

ohne Patchmit Patch
Cinebench3,52 Punkte3,60 Punkte [ + 2%]
LinPack21,5 GFlop/s26 GFlop/s [+21%]
7-Zip75 Sekunden72 Sekunden [+ 4 %]
TrueCrypt-AES1,9 GByte/s2,0 GByte/s [+ 5 %]
x264-Encoder90 Sekunden83 Sekunden [+ 8 %]


Die Ergebnisse fallen dabei nun deutlich besser aus, als bei unserer ersten Betrachtung, wobei der LinPack mit einem Performance-Plus von 21 Prozent wohl wirklich das Maß aller Dinge sein wird. Aber auch der x264-Encoder und 7-Zip reagieren deutlich auf die Verbesserungen. TrueCrypt und der Cinebench hingegen legen nur geringfügig zu.

So schön diese Verbesserungen natürlich sind, sie bleiben "künstlich" herbeigeführt. Wer "kastriert" eine Anwendung künstlich nur um 4 statt der möglichen 8 Threads zu nutzen? Wohl keiner und damit landet man schlussendlich wieder bei den Ergebnissen der ersten Analyse. Dennoch muss man festhalten, dass Anwendungen, die von Haus aus nicht alle Ressourcen verwenden können, durchaus von den Patches profitieren können.

Allerdings muss man sich dann auch darüber im klaren sein, dass durch die veränderte Thread-Zuweisung und die gesteigerte Auslastung auch der Energieverbrauch zunimmt. Im Cinebench konnten wir dabei eine Zunahme um 6 Watt beobachten. Bei 114 Watt alleine für die CPU, fallen diese 6 Watt jedoch nicht mehr wirklich ins Gewicht.

Damit kann man schlussendlich das Fazit ziehen, dass die bereitgestellten Updates durchaus positive Veränderungen hinsichtlich der Leistung herbeiführen können. Große Nachteile konnten wir hingegen keine feststellen, weshalb wir wohl auch weiterhin die Patches, die wir nochmals in einem ausführlichen Update in unserem Artikel vorgestellt haben, einsetzen werden.
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Stichworte zur Meldung: Hotfix Bulldozer Amd Patch Microsoft Windows