Nachrichten

AMD zum Handeln gezwungen? Radeon HD 7750 mit DDR3-Speicher erreichen den Markt

Grafik | HT4U.net
AMDs Radeon HD-7700-Serie hat sicherlich in einem Preispunkt um 100 Euro den Markt zielgerecht erreicht. Nun folgen plötzlich Produkte des kleinsten Ableger – der HD 7750 – welche mit dem langsamen DDR3-Speicher ausgerüstet sind. Und der preisbewusste Käufer sollte nun auf der Hut sein, was er denn letzten Endes erwirbt. Die Leistung einer HD 7750 mit GDDR5-Speicher wird durch solche Modelle nicht im Ansatz erreicht.

Es zeichnet sich prinzipiell immer wieder das gleiche Bild ab. Die Grafik-Chip-Hersteller AMD und NVIDIA veröffentlichen eine neue GPU-Familie und beschließen dort, in welchem Spektrum man sich bewegt. Doch immer wieder scheinen Gründe aufs Tapet zu kommen, welche die Spektren plötzlich erweitern. Das neue HD-7000-Line-Up im 28-nm-Fertigungsprozess von AMD sieht als kleinste Karte die Radeon HD 7750 vor, als schnellstes Modell derzeit die Radeon HD 7970 Boost Edition.

Der Status Quo

Im Falle der 28-nm-Produktion hatte AMD sich offenbar dazu entschieden, keine kleineren Modelle als die HD 7750 anzubieten, da es auf dem Sektor der kleinen HD-6000-Modelle nichts zu bewegen gibt. Der Gedanke ist prinzipiell auch korrekt, denn weder im Bereich Performance, noch im Bereich Leistungsaufnahme könnte man in einer solchen Aufstellung wirklich deutlich glänzen. Und immerhin sprechen wir von dem "Low-Budget-Preissegment" der Grafikkarten. Dort sind Produkte zwischen 30 und 60 Euro vertreten – beispielsweise eine Radeon HD 6670 für zirka 53 Euro.

Offiziell muss man sämtliche Low-Budget-3D-Beschleuniger in diesem Preissegment als ungeeignet für moderne 3D-Spiele bezeichnen. Irgendwie kann man die eine oder andere, höherwertige 3D-Applikation zwar zum Laufen bewegen, aber auch nur mit geringsten Auflösungen und ebenfalls mit manuell weiter herabgesetzten Details – es sei denn man spielt Social- oder Windows-eigene-Games. Also entschloss sich AMD bei der aktuellen Produktlinie dagegen, noch kleinere Ableger zu präsentieren. Auch entschloss man sich gegen eine (erneute) Umbenennung älterer Produkte, um sie in das neue Produktportfolio einzugliedern.

Das Marketing braucht Blender – die DDR3-Version ist geboren

Nun erreichen aber plötzlich AMD Radeon HD 7750* den Markt, welche mit DDR3-Speicher ausgestattet sind. Meist werben diese gleich mit zwei Gigabyte dieses Hauptspeichertyps, während die bisherigen GDDR5-Modelle mit einem Gigabyte an den Start gingen. Und der Marketingschachzug wird bei vielen Laien aufgehen. 2 ist mehr als 1 und damit besser. Nichts anders dürfte sich erst einmal dahinter verbergen. Doch vielleicht ist es ein wenig mehr? NVIDIA hat seine GeForce GT 640* mehr oder minder ohne große Ankündigung in den Markt entlassen. Deren Angebot stellt ein 28-nm-Produkt mit meist 2 GByte DDR3-Hauptspeicher dar, startet aber eher ab etwa 70 Euro in den Preislistungen.

Diese Produkt hat im Marketing Vorteile: der neue Name, die neue Fertigungstechnik und die Ziffer Zwei beim Hauptspeicher. Damit wird zwar auch diese absolut beschnittene Darbietung eines 3D-Beschleunigers nicht schneller, kann aber offenbar mehr Käufer-Herzen erobern.

Somit scheint AMDs aktuelle Reaktion nachvollziehbar und darum findet sich ein weiteres, wenig leistungsfähiges Produkt im Markt ein, welches momentan zu Preisen ab rund 80 Euro gelistet wird und mit den oben genannten Marketing-Vorzügen der GeForce GT 640 gleichzieht. Ein Schachspiel zu Lasten der nicht versierten Kaufinteressenten.

Augen auf beim Hardwarekauf

Bislang durfte man unterstellen, dass DDR3-Versionen eines GDDR5-Ablegers bis zu 20 Prozent oder darüber, langsamer agieren. Dabei halten wir uns vor Augen, dass eine Radeon HD 7750 mit GDDR5-Speicher aktuell erst den Einstieg für 3D-Spiele (mit Abstrichen) bedeutet.

Aktuell sollte man also beim Grafikkartenkauf im Low-Budget-Segment wirklich die Augen aufhalten und sich nicht nur vom Preis oder Stickern auch den Packungen leiten lassen. In Kürze werden wir die kleinen NVIDIA-Kepler-Modelle mit GDDR3-Speicher und die neue HD 7750 mit DDR3-Speicher näher betrachten. Erste Benchmarkresultate der neuen, kleinen Modelle haben wir gesichtet – ernüchternd.
[]







Stichworte zur Meldung: Ddr3 7750 Hd Radeon Amd