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CeBIT 2013: Wieder rückläufige Besucherzahlen - Messeleitung zeigt sich abermals zufrieden

Wirtschaft | HT4U.net
Ein weiteres Jahr der CeBIT in Hannover neigt sich dem Ende – ein weiteres Mal sind rückläufige Besucherzahlen zu verzeichnen und abermals zieht die Messeleitung eine positive Bilanz und zeigt sich zufrieden. "Klasse statt Masse" sei das Ziel gewesen und das habe man erreicht. Was wurde aus der einst weltweit größten Messe der Computerbranche?

Die Prognosen der Messeleitung gehen von 285.000 Besuchern der diesjährigen CeBIT aus. Im letzten Jahr waren es noch 312.000 und im Jahr 2011 immerhin noch 339.000 Besucher. Finale Zahlen müssen noch abgewartet werden, doch der anhaltende Besucherschwund gibt zu denken. Frank Pörschmann – CeBIT-Vorstand – gab an, dass das diesjährige Ziel "Klasse statt Masse" gewesen sei – Schönreden kann man alles. Dieses Jahr habe die Anzahl von Managern mit Entscheidungsmacht auf der Messe zugenommen – ebenso der Anteil der Fachbesucher. Letzteres hat die CeBIT in den vergangenen Jahren meist über Freitickets, gekopplet an gebuchte Quadratmeter-Standfläche der Hersteller erreicht. Dennoch glaubt die Messe-Leitung, dass man die Schnittstelle zwischen IT und anderen betroffenen Bereichen darstellt.

Ermüdungserscheinungen

Hört man in die Runde der üblichen Partnern, mit welchen man über das Jahr kommuniziert, ist das Feedback leider ernüchternd. Waren beispielsweise Hersteller wie ASUS vor Jahren ein Paradebeispiel an Größe und Präsenz auf der Hannover Messe, fand man den Hersteller im letzten Jahr noch auf Intels Stand – in diesem Jahr gab es überhaupt kein Marketing-Team mehr vor Ort, geschweige denn einen eigenen Stand.

Das Interesse schwindet offensichtlich und andere Partner geben an: "ja, es wird immer kleiner". Wurde auf der Messe früher wesentliche Akzente der Hersteller bei der Vorstellung gesetzt, muss man aktuell nach Neuvorstellungen suchen. Selbst Samsung, welche angeblich in der kommenden Woche ihr Galaxy S4 vorstellen werden, nutzten dieses Event nicht für eine Vorstellung oder gar Präsentation. Die Highlights bleiben eben aus – damit die Besucher und das Interesse der Beobachter, Insider und der Fachpresse ebenfalls.

Umdenken der Aussteller

Veranstaltungen wie der Mobile World Congress in Barcelona, die Computex in Taipeh oder die Consumer Electronics Show in Las Vegas laufen der CeBIT als Event-Option für die Hersteller mehr und mehr die Ränge ab und die deutsche Fachpresse setzt sich offensichtlich gerne in den Flieger um dann im Ausland informiert zu werden. Die Zeiten als die ausländische Presse die Flieger besteigen musste um an der CeBIT in Deutschland präsent zu sein scheint vorüber.

Wir drücken der Deutschen Messe AG in Hannover die Daumen. Um allerdings künftig erfolgreich zu sein, braucht es keine Marketing-Abteilung, welche Dinge schön redet, sondern aggressive Konzepte und Anreize um Aussteller und Publikum zurück zu gewinnen.


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