Nachrichten

Spielermäuse müssen kabelgebunden sein - oder doch nicht?

Peripherie | HT4U.net
Es bleibt ein stetiger Zankapfel unter den Spielern. Gaming-Mäuse haben kabelgebunden zu sein – Funk ist schlecht für das Spiel. Diese Frage haben wir uns ebenfalls gestellt und wollen dem auf den Grund gehen. Mittel zum Zweck ist die teure Gamer-Maus Razer Ouroboros, welche wahlweise mit oder ohne Kabel betrieben werden kann und damit alle Optionen bietet.

Einst gab es unter den Spielern bereits die leidige Diskussion zum Thema USB- oder PS/2-angebundenen Mäusen. Diese entstand zurecht nach der Einführung der USB-Gerätschaften und hing schlicht mit schlechteren Latenzzeiten bei USB-Gerätschaften zusammen. Diesem Problem haben über die Jahre hinweg die Hersteller von Gaming-Peripherie entgegengewirkt und an der USB-Polling-Rate gearbeitet. Denn genau hier lag die Schwachstelle. Während die PS/2-Mäuse über Tools mit einer Signalrate von 1.000 Hz und damit einer Reaktionszeit von 1 Millisekunde arbeiteten, waren die neu eingeführten USB-Gerätschaften schlicht auf eine Signalrate von 125 Hz beim USB-Port und damit einer Reaktionszeit von 8 ms begrenzt.

Dieses Problem äußerte sich in der Praxis tatsächlich, und insbesondere sehr schnelle Spiele, welche auf kurze Reaktionszeiten setzten, machten den Spielern mit USB-Mäusen das Leben erst einmal zur Hölle. Doch an dem Punkt arbeiteten Spieler wie Hersteller von Gaming-Peripherie über die Jahre. Erst im kleinen mit Fummellösungen, danach perfektionierte man die Optionen, so dass heutige Spielermäuse, seien sie von ASUS, Razer oder ZOWIE, schlicht Signalraten von 1.000 Hz bieten können. Bis heute bleibt nach wie vor das Steitthema, dass kabellose Mäuse den kabelgebundenen Varianten nachstehen.

Razer Ouroboros – mal mit, mal ohne

Man muss an diesem Punkt schlicht unterscheiden, ob man es mit einem Produkt zu tun hat, welches ein Hersteller für den PC- oder Notebook-Betrieb entwickelt hat, oder ob man es mit einem Hersteller zu tun hat, welcher sich auf Hardware für Spieler konzentriert. In diesem Zusammenhang darf man sicherlich den Namen Razer nennen. Dessen Ouroboros-Gaming-Maus hatten wir bereits im Test. Auf den Umstand des kabelgebundenen oder kabellosen Betriebes sind wir allerdings nicht eingegangen, und das wollen wir mit diesem Produkt nun schlicht einmal nachholen. Der Grund ist simpel, denn Razer verspricht den reibungslosen Gaming-Betrieb mit und ohne Kabel.

Dabei bietet die Software Synapse 2.0 natürlich die Option, die USB-Polling-Rate zu verändern, auf Wunsch auf 1.000 Hz und damit eine Reaktionszeit von 1 ms. Wir haben dies in den folgenden Spielen geprüft – mit und ohne Kabel.

Gaming

Bild: Spielermäuse müssen kabelgebunden sein – oder doch nicht?
Bild: Spielermäuse müssen kabelgebunden sein – oder doch nicht?
Bild: Spielermäuse müssen kabelgebunden sein – oder doch nicht?
Quake Live TES V: Skyrim Serious Sam 3: BFE


Wir haben bei diesem Test mit Quake Live und Serious Sam 3 vorrangig auf schnelle Titel gesetzt, weil insbesondere die High-Sense-Spieler (schnelle Spiele) die kurzen Reaktionszeiten benötigen. Low-Sense-Spieler – zumeist im taktischen Segment angesiedelt – legen in der Regel mehr wert auf Präzision, doch in beiden Segmenten sollte eine solche Maus eben reibungslos ihren Dienst verrichten.

Und eben in diesem Test waren wir fast einem Irrtum aufgesessen. In drei Anläufen zickte die Ouroboros im kabellosen Betrieb unter Quake Live herum. Wir hatten jede Menge Aussetzer und vermeintliche Fehler, die wir auf das Verhalten der Maus zurückführen wollten, weil insbesondere der im Anschluss ausgeführte Test mit Kabel keine Probleme zeigte. Als wir dann in mehreren Anläufen in Serious Sam 3 keinerlei Schwierigkeiten feststellen konnten, waren wir dann doch überrascht und gingen den Quake-Live-Test am darauffolgenden Tag noch einmal an. In drei Anläufen war der Betrieb im kabellosen Modus dieses Mal ohne Aussetzer. Die beiden schnellen Titel Quake Live und Serious Sam 3: BFE zeigten uns zudem keinerlei Unterschiede im Betrieb – solche in der Wahrnehmung waren allenfalls subjektiver Art.

Enotus Mouse Tester

Der Mouse Tester hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, und was genau der Autor der Software damit testen wollte, hat er eigentlich nie dokumentiert. Doch immerhin war er über die Jahre ein relativ konstanter Hinweisgeber auf mögliche Probleme. Die konnten wir aber ebenfalls nicht antreffen.

Bild: Spielermäuse müssen kabelgebunden sein – oder doch nicht?
Bild: Spielermäuse müssen kabelgebunden sein – oder doch nicht?
Bild: Spielermäuse müssen kabelgebunden sein – oder doch nicht?
Bild: Spielermäuse müssen kabelgebunden sein – oder doch nicht?
Kabelgebunden – 500 Hz Kabellos – 500 Hz Kabelgebunden – 1.000 Hz Kabellos – 1.000 Hz


Im Ergebnis schafft es auch diese Herangehensweise an den Test nicht, klare Unterschiede aufzeigen zu können. Das Bild bleibt mehr oder minder konstant, und Abweichungen wären positiver Art vielleicht noch für die kabellose Variante der Razer Ouroboros zu erkennen. Das ist allerdings der Testsoftware selbst geschuldet, die allenfalls Möglichkeiten, nie aber zu 100 Prozent korrekte Resultate bietet.

Fazit

Es gibt in der Tat Unterschiede zwischen schnurlosen und kabelgebundenen Mäusen beim Spielen. Diese resultieren aber aus dem Produkt an sich und für welchen Zweck es geschaffen wurde. Es gibt nur sehr wenige, von namhaften Herstellern geschaffene Gaming-Mäuse, welche überhaupt die Option bieten, auch ohne Kabel betrieben zu werden. Hier fällt uns auf Anhieb eigentlich auch nur Razer ein. Deren Notebook-Variante Orochi mit Bluetooth-Anschluss bietet nicht im Ansatz die Optionsvielfalt der Ouroboros, und insbesondere bei der USB-Polling-Rate hat dieses Produkt Schwächen.

Diese Schwächen hat die Ouroboros eben nicht vorzuweisen. Razer hat tatsächlich unter Beweis gestellt, dass eine kabellose Maus gleich gut in Spielen agieren kann, wie eine Maus mit Kabel, und das trennt die Spreu vom Weizen. Ja: Kabellose Mäuse können klar schlechter agieren als kabelgebundene Varianten. Dies liegt dann meist aber weniger an der Funkverbindung, sondern vielmehr an der Umsetzung des Herstellers in all seinen Details. Eine Gaming-Maus, welche kabellosen Betrieb verspricht wie die hier gezeigte Ouroboros, hat jederzeit eine Chance verdient und wird überraschen.

Leider handelt es sich dabei auch um ein teures Vergnügen, denn das Razer-Produkt* schlägt momentan mit stolzen 130 Euro zu Buche. Kabelgebundene Razer-Produkte mit gleich guter Performance sind durchaus schon für die Hälfte des Preises zu haben.
[]







Stichworte zur Meldung: Spieler Gaming Kabelgebunden Funk Test Razer Ouroboros Tipp