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Performance-Verfall - Samsung SSD 840 ebenfalls betroffen?

Storage & Speicher | HT4U.net
Dass Samsungs SSD 840 EVO große Probleme mit der Aufrechterhaltung ihrer Leseleistung hat, ist bekannt. Während fabrikneue Geräte locker auf 500 MB/s kommen, werden über längere Zeit unveränderte Daten nur noch mit einem Zehntel dieser Leistung gelesen. Weniger bekannt ist jedoch der Umstand, dass auch die Modelle der Baureihe SSD 840 sowie die OEM-Varianten SSD PM851, SSD PM841 und SSD PM843 betroffen sind. Gleiches gilt vermutlich auch für das Server-Laufwerk SSD 845DC EVO.

Das Problem bei all diesen Laufwerken ist der verwendete TLC-NAND-Speicher. Statt ein Bit (SLC) oder zwei Bit (MLC), speichern die TLC-Chips drei Bit pro Zelle. Dies spart Platz und sorgt für geringe Preise, gleichzeitig wird aber auch das Lesen der Daten komplizierter. Insbesondere bei Chips mit sehr kleinen Fertigungsstrukturen kommt es mit der Zeit zu einer Spannungsverlagerung, welche mehrere Leseversuche erfordert. Bei Samsungs SSD 840 EVO trat dieser Effekt recht zeitnah – nach rund acht Wochen – und auch sehr deutlich auf, weshalb sich zahlreiche Käufer über den Leistungseinbruch beschwerten.

Mitte Oktober 2014 besserte Samsung erstmals nach und veröffentlichte eine "Performance Restoration Software". Diese schrieb alle Daten neu, um die Spannungen der Zellen aufzufrischen, während ein Firmware-Update den Lesevorgang optimieren sollte. Gut zwei Monate später war das Problem wieder da und Samsung musste ein zweites Update hinterherschieben. Dieses sorgt anscheinend dafür, dass über längere Zeit nicht genutzte Daten in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Hierdurch steigt der Verschleiß, denn NAND-Zellen nutzen mit jedem Schreibvorgang ab, doch im Gegenzug bleibt die Leseleistung halbwegs konstant.

Im Gegensatz zur SSD 840 EVO haben OEM-Varianten wie die SSD PM851 noch kein Update erhalten. Gleiches gilt auch für die Baureihe SSD 840 und deren OEM-Abkömmlinge SSD PM841 und SSD PM843, doch es gibt hier einen wichtigen Unterschied: Laut Samsung sind diese Modelle gar nicht betroffen. Während in SSD 840 EVO und SSD PM851 aktuelle TLC-NAND-Chips mit einer Strukturgröße von 19 nm zum Einsatz kommen, finden sich in SSD 840, SSD PM841 und SSD PM843 noch TLC-NAND-Chips der 21-nm-Generation. Doch das bedeutet keinesfalls, dass diese Laufwerke nicht an Leistung verlieren – es dauert nur länger.

Messungen von TechSpot belegen einen ebenso deutlichen Abfall der Leseleistung bei Samsungs SSD 840 ohne "EVO". Dies zeigt sich insbesondere bei Daten, die praktisch nie verändert werden, wie etwa die Wiederherstellungspartition von Windows. Doch während der Effekt bei den 19-nm-Chips bereits nach acht Wochen deutlich zu spüren ist, vergehen bei Datenträgern mit 21-nm-Chips rund 40 Wochen, bevor man den Leistungseinbruch eindeutig nachweisen kann. Zudem zeigte sich ein zweiter unerwarteter Effekt: Je wärmer das Solid-State-Drive war, desto schneller konnte es die Daten lesen!

Wir verwenden seit zweieinhalb Jahren eine Samsung SSD 840 120 GB in einem Notebook, auf dem Windows 7 64-Bit läuft. Ein kurzer Durchlauf von HD Tune Pro 5.50 ergab, dass die Leseleistung im Bereich der Wiederherstellungspartition zwischen 45 und 90 MB/s pendelte, während die Windows-Partition bis auf 480 MB/s (Blocksize: 8 MB) kam. Nur der leere Bereich des Datenträgers erreichte die ursprünglich gemessenen 530 MB/s. Ergo: Das Problem betrifft auch die TLC-NAND-Chips aus der 21-nm-Generation! Was nun, Samsung?

Autor: mid
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