Nachrichten

Ernüchterung: AMD startet am 16. Juni ein Rebranding mit Radeon-R300-Reihe

Grafik | HT4U.net
AMD hat offiziell bestätigt, am 16. Juni 2015 mit seiner neuen Radeon-R300-Grafikkarten-Serie zu starten. Doch langsam stellt sich bereits Ernüchterung ein, denn mehr und mehr Informationen scheinen zu bestätigen, dass hier nichts neu wird, sondern es sich tatsächlich um umbenannte Modelle bereits bekannter Grafikchips handeln wird. So wird uns dann zum dritten Mal ein Radeon-HD-7800-Chip präsentiert, dieses Mal eben unter dem Namen R7 370(X). Der einzig neue Chip – Fiji aka Fury – hingegen wird am 16. Juni wohl noch nicht gezeigt werden.

Des Kaisers neue Kleider werden am 16. Juni 2015 wohl so unsichtbar sein, wie im gleichnamigen Märchen. Die Board-Partner von AMD werden an diesem Tag die "neuen" Radeon-R300-Grafikkarten, von R7 360 bis R9 390, präsentieren, doch zeichnen sich frühe Gerüchte um schlichte Umbenennungen bereits erhältlicher Produkte nun als wahr ab. Etwaige Preisangaben finden sich ebenfalls schon in der Gerüchteküche.

Radeon-R9-390-Reihe

Mit der Radeon R9 390 und R9 390X wird AMD zwei Grafikprodukte einführen, welche mehr oder minder exakt auf der Radeon R9 290 und R9 290X (Hawaii-Chip) aufsetzen und sich lediglich durch marginal unterschiedliche Taktraten darstellen werden. Einzige Besonderheit: Nach derzeitigem Kenntnisstand wird es diese beiden Modelle ausschließlich als 8-GByte-Versionen geben. Die Preise sollen bei etwa 360 US-Dollar beziehungsweise 430 US-Dollar liegen, damit knapp höher als jene Preise der Vorstellung von R9 290 und 290X.

Radeon R9 380

Tonga aka Radeon R9 285 lässt an dieser Stelle grüßen. Interessanterweise soll es lediglich eine Radeon R9 380 geben – eine X-Version ist aktuell nicht in Sicht. Das verwundert insoweit, da die Welt seit der Vorstellung der R9 285 noch immer auf eine X-Version wartet. Selbst bei der R9 380 wird es dabei bleiben. Unterschied: Neben einer 2-GByte-Version soll es ebenfalls eine 4-GByte-Variante geben. Die bisherigen Tonga-Modelle auf dem Markt gibt es vorrangig mit 2 GByte GDDR5-Speicher. Auch hier darf man von leicht höheren Taktraten ausgehen. Die Preise sollen bei zirka 215 US-Dollar für die 2-GB-Version und 240 US-Dollar für die 4-GB-Version liegen. Die Radeon R9 285 kostete zum Start 200 US-Dollar.

Radeon-R7-370-Reihe

Hauptänderung: Wir haben es nun mit einer R7-Gruppe zu tun, während die 270(X) bislang in der R9-Gruppe segelte. Doch unter der Haube steckt offenbar der gleiche Pitcairn-Chip, den AMD erstmals mit der Vorstellung der Radeon-HD-7800-Reihe verkaufte. Wieder wird es nur Variationen beim Takt geben – beim Speicher sollen ebenfalls 2- und 4-GByte-Versionen vorgestellt werden. Preise der R7 370X wurden bislang noch nicht bekannt, jene der 370 sollen bei 155 bis 180 US-Dollar liegen – 150 US-Dollar lautete der Preis bei Einführung der R9 270.

Radeon R7 360X

Aus der Radeon R7 260X wird dann nun die Radeon R7 360X – beide setzen auf dem Bonaire-Chip auf, welcher nun ebenfalls zum dritten Mal gezeigt wird. Die 360X soll es lediglich als 2-GByte-Variante geben, die Preise sollen bei zirka 120 US-Dollar liegen; damit etwa 10 US-Dollar höher, als zur Einführung der R7 260X.

Wer sich im Moment schüttelt bei all den Namen und Bezeichnungen, der erhält in diesem Guide zur Radeon-R200-Reihe vielleicht etwas mehr Klarheit und Übersicht.

Mit wirklichen Überraschungen scheint AMD aber am 16. Juni – kommende Woche – nicht aufzutrumpfen; nach derzeitiger Sichtung der Gerüchte und Leaks eher mit Enttäuschungen. Das Never-Settle-Programm des Herstellers (Spiele-Bundles) ist aktuell ebenfalls nicht mehr in Sichtweite, Gerüchte sprechen allenfalls von Treiberüberarbeitungen, welche VSR auf mehreren Grafikmodellen ermöglichen sollen. Günstiger wird es wohl auch nicht werden, denn alles, was "neu" ist, bekommt einen Preiszuschlag. Wenn dieser dann zumindest überschaubar bleibt und dazu mehr Grafikkartenspeicher mit sich bringt, könnte das noch in Ordnung gehen.

Die wirkliche Neuerung Fury, basierend auf dem einzig neuen AMD-Chip Fiji, wird man am kommenden Dienstag hingegen noch nicht sehen. Dieser Chip soll etwa eine Woche später der Öffentlichkeit gezeigt werden. An diesem Punkt hat AMD aktuell tatsächlich noch mögliche Überraschungen in der Hinterhand – aber ob das eine neue Grafikkarten-Serie rechtfertigt, eine Radeon-R300-Reihe, in welcher der einzig neue Chip nicht einmal eine 300 im Namen haben wird? Wir sind gespannt, wie das Marketing das richten wird.
[]







Stichworte zur Meldung: Modelle Amd Rebranding Umbenannte R300 Radeon