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7.800 müssen gehen: Microsoft schreibt seine Smartphones ab

Wirtschaft | HT4U.net
CEO Satya Nadella stutzt Microsoft weiter zurecht: Zusätzlich zum Abbau von 18.000 Arbeitsplätzen, welchen Nadella vor einem Jahr verkündet hatte, wird das Unternehmen weltweit weitere 7.800 Stellen streichen. Betroffen ist in erster Linie das Smartphone-Geschäft, dessen Wert das Unternehmen gänzlich abschreiben will. Genauer gesagt liegen die Kosten sogar deutlich über dem damaligen Kaufpreis.

Microsoft hatte den Kauf von Nokias Gerätesparte im September 2013 angekündigt, abgeschlossen wurde das Geschäft aber erst am 25. April 2014. Die Redmonder hatten den Finnen seinerzeit 5,44 Milliarden Euro gezahlt – 3,79 Milliarden Euro für die Gerätesparte und 1,65 Milliarden Euro für die nicht exklusive Nutzung von Patenten über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die noch unter Steve Ballmer eingefädelte Übernahme schien dem neuen CEO Satya Nadella allerdings nicht zu gefallen, denn keine drei Monate später setzte der Inder den Rotstift an und strich alleine in der Mobiltelefonsparte 12.500 Stellen.

Nun, nicht einmal 15 Monate nach Abschluss des Geschäfts, verkündet Nadella Abschreibungen in Höhe von 7,6 Milliarden US-Dollar (6,85 Milliarden Euro) in Zusammenhang mit der Übernahme von Nokias Gerätesparte. Damit liegen alleine die Abschreibungen knapp 26 Prozent über dem Kaufpreis, und das ist noch nicht alles: Microsoft plant zusätzliche 750 Millionen bis 850 Millionen US-Dollar (675,825 Millionen bis 765,935 Millionen Euro) für die Restrukturierung dieses Geschäftsbereichs ein. Nadella bekräftigt, dass Microsoft auch weiterhin Mobiltelefone anbieten will, allerdings benötige man hierfür keinen eigenständigen Geschäftsbereich. Stattdessen gehe es ihm um ein Windows-Ökosystem, zu dem dann auch diverse Geräteklassen gehören.

Zukünftig soll es weniger Modelle geben, dafür sollen diese schneller auf den Markt kommen. Als Zielgruppen nennt Nadella Geschäftskunden, preisbewusste Käufer sowie Windows-Fans. Der Geschäftswelt will der CEO die beste Sicherheit und Produktivität bieten, und den Windows-Fans verspricht er neue Flaggschiffe. Günstige Einstiegsmodelle sollen indes die Verbreitung von Windows Phone vorantreiben. Langfristig plant Microsoft zudem neue, innovative Geräteklassen für die immer wieder beschworene Mobile-first-cloud-first-Welt. Doch die ehemaligen Nokia-Beschäftigen hatten "mobile first" sicher nicht so verstanden, dass sie als erste gehen müssen.

Autor: mid
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