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AMD veröffentlicht neuen Catalyst-Treiber 15.7 mit neuen Features (Update)

Grafik | HT4U.net
Es ist schon eine Weile her, dass AMD einen neuen offiziellen Catalyst-Treiber für seine Grafikkarten präsentiert hat. Zuletzt gab es nur Beta- beziehungsweise Game-Ready-Treiber. Der letzte offizielle Treiber ist der Omega-Treiber vom Dezember 2014. Es wurde hier nun auch auf einen neuen Omega-Treiber mit diversen Verbesserungen spekuliert – doch es wurde nur ein offizieller Catalyst in Version 15.7.

Auf einen neuen Omega-Treiber darf man weiterhin warten, doch zumindest die Performance-Verbesserungen, welche AMD für die Spiele Assassin's Creed Unity und GTA V für die Radeon-R300-Reihe eingepflegt hat, dürften nun auch anderen Kunden von AMD-Produkten geboten werden. Vermutlich auch die geschilderten Nachteile.

Bei den Neuerungen spricht AMD offiziell von FRTC (Frame Rate Target Control), VSR (Virtual Super Resolution) und SSAA (Supersampling-Antialiasing). Diese sind ab sofort im Treiber auch bei älteren Radeon-Grafikkarten zu verwenden. AMD spricht in seiner Pressemitteilung von Radeon R7 260 und höher – es gibt aber auch Berichte, nach welchen dieser Treiber die Funktionen auch bei Radeon-HD-7000-Modellen freischaltet.

Alle drei Treiberneuerungen sind aber mehr oder minder nutzlos für Besitzer kleinerer Grafikkarten.

FRTC

FRTC erlaubt durch manuellen Eingriff im Treiber, die Frameraten in Spielen kleiner zu halten. Dadurch soll Leistungsaufnahme eingespart werden. Klar, wenn ein Spiel permanent mit 200 fps läuft, könnte eine Reduktion mittels FRTC auf 60 fps Vorteile bringen. Aber man muss diesen Aufwand der Einschränkung bei jedem Spiel erneut betreiben. Und kleinere Grafikkarten erreichen ohnehin meist nie diesen Frameraten-Bereich. Dort kann man dankbar sein, wenn man einen älteren, fordernden Titel mit 60 fps spielen kann.

Erstmals präsentierte der Hersteller die Möglichkeit mit der neu vorgestellten R9 Fury X – einer High-End-Grafikkarte – und dem Wissen darum, dass man eigentlich ein wenig zu stromdurstig an den Start geht. Wer also wirklich bereit ist, seine Treibereinstellungen pro Spiel erneut anzupassen, der erhält hier einen Vorteil.

VSR

Nur Full-HD-Monitor, aber dennoch 4K-Feeling? Genau das ermöglicht VSR bei AMD, bei NVIDIA DSR genannt. Die GeForce-GTX-970-Probleme wurden möglicherweise erst über DSR erkannt. Wenn man einer Grafikkarte zu viel abverlangt, dann muss sie letzten Endes einbrechen.

Was macht VSR? Es wird ein Downsampling vorgenommen, so dass der Anwender auch im Besitz eines Full-HD-Monitors mit maximaler Auflösung von 1.920 x 1080 Pixeln eine höhere Auflösung mehr oder minder erzwingen kann. Das Ganze muss die Grafikkarte natürlich berechnen und in Bildpunkten darstellen können. Eine R7 260 kann dies im Spiel kaum im Ansatz. VSR oder DSR sind mächtige Tools für Profis und all jene, die wissen, was sie tun.

Für Besitzer der früheren High-End-Klasse HD 7900 kann das eine nette Dreingabe bedeuten. Hier kann man bei älteren, weniger fordernden Titeln noch einmal ein wenig mehr an Bildqualität herauskitzeln. Allerdings sollte man mit Bedacht vorgehen, damit der Spielfluss nicht leidet.

SSAA

Grundsätzlich ist Supersampling-Antialiasing ein alter Hut, wurde von AMD auch schon früher im Treiber geboten, frisst aber ebenfalls massig Leistung und kann keinesfalls mit kleinen Grafikkarten genutzt werden. In der diesbezüglichen Pressemitteilung von AMD liest man, dass nun auch eine Nutzung unter CrossFire – eben bei Verwendung von mehreren Grafikkarten – möglich sein soll. Das scheint die Neuerung zu sein.

Der eigentlich nicht kommunizierte Mehrwert des Treibers bleibt, wie eingangs angesprochen, wohl bei ACU und GTA V. Spieler dieser Games profitieren, Spieler von Titeln wie Metro: Last Light (Redux) dürften verlieren, da wir weiterhin annehmen, dass unsere Fehlermeldungen an AMD bislang nicht umgesetzt worden sind.

Der Download des neuen Catalyst-Treibers ist hier möglich, und zwar für die Betriebssysteme Windows 7, 8.1 und Windows 10.

Update 10. Juli 2015:

Wir hatten heute Gelegenheit, erste Gehversuche mit dem neuen Catalyst 15.7 zu unternehmen. Als erste Rückmeldung dürfen wir attestieren, dass der erwähnte Fehler in Metro: Last Light (Redux) doch beseitigt ist. Zumindest die Radeon R9 390X zeigt mit dem Treiber wieder volle Leistung. Weitere Prüfungen stehen noch an. Wir haben uns dazu entschlossen, eine komplette Benchmark-Serie mit dem Treiber zu absolvieren, da es mit dem letzten Betatreiber beispielsweise auch Probleme in Battlefield 4 mit zugeschaltetem Antialiasing gab. Zudem wollen wir feststellen, ob sich vielleicht doch noch die eine oder andere Änderung zusätzlich eingefunden hat.

Unterdessen gibt es zahlreiche Anwender-Rückmeldungen, welche den Catalyst 15.7 installiert haben, aber die versprochenen Features im Treiber nicht antreffen. MSI hatte uns im Vorfeld des Launches zu der R300-Reihe und den neuen Treibern informiert, dass AMD zwingend empfohlen hat, die alten Treiber rückstandslos zu deinstallieren, bevor man den neuen Treiber installiert. Das klappt aber mit AMDs zur Verfügung gestellten Mitteln leider nicht immer – hier dürfte das Problem liegen. Betroffenen Anwendern empfehlen wir, diese Vorgehensweise zu versuchen. Mit diesem Weg gab es zumindest auf unserem Testsystem keine Probleme.
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