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Zwergplanet Pluto ist größer als erwartet

Internet | HT4U.net
Die NASA-Sonde "New Horizons" konnte eine seit 1930 hitzig diskutierte Frage klären: die Größe des Zwergplaneten Pluto. Dieser hat einen Durchmesser von 2.370 km und ist damit etwas größer, als bisher angenommen. Zuletzt wurde Plutos mittlerer Äquatorialdurchmesser nur auf 2.280 bis 2.320 km geschätzt, womit er etwas kleiner als der "benachbarte" Zwergplanet Eris (2.314 bis 2.338 km) gewesen wäre.

Dass es jenseits des Neptun einen weiteren Planeten geben müsste, hatten die Astronomen schon länger vermutet, da sich kleine Bahnabweichungen der Planeten Neptun und Uranus nur so erklären ließen. Es entbrannte eine Suche, die über 25 Jahre ohne Ergebnis blieb, bis Clyde Tombaugh den neunten Planeten unseres Sonnensystems am 18. Februar 1930 entdeckte. Das Lowell-Observatorium in Flagstaff, Arizona hatte Tombaugh eigens eingestellt, um diesen Planeten zu finden. In den 1930er- und 1940er-Jahren wurde Pluto aufgrund seines Rückstrahlungsvermögens zunächst auf Erdgröße (circa 12.735 km Durchmesser) geschätzt, doch schon in den 1950er-Jahren hatte man diesen Wert halbiert. Im Jahr 1978 wurde mit Charon der größte Mond des Pluto entdeckt, welcher eine genauere Massenbestimmung möglich machte. Aufgrund dieser Beobachtungen wurde der Durchmesser des Pluto auf 2.390 km reduziert, und damit lag man näher an der Wahrheit, als jüngere Messungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop, welche nur 2.280 bis 2.320 km ergeben hatten.

Lange Zeit schien die radikale Schrumpfkur spurlos an Pluto vorbeizugehen, doch dann wurde ihm der Rang eines Planeten am 24. August 2006 durch die Internationale Astronomische Union (IAU) aberkannt – nur sieben Monate nach dem Start der Raumsonde "New Horizons" am 19. Januar 2006. Schuld war Eris, ein weiterer Himmelskörper, der seine Runden wie Pluto im Kuipergürtel dreht. Eris wurde am 29. Juli 2005 von Mike Brown, Chad Trujillo und David Rabinowitz gefunden und schien ein wenig größer und auch massereicher als Pluto zu sein. Doch statt Eris zum zehnten Planeten zu erklären, wurde er zusammen mit Pluto zum Zwergplaneten degradiert. In diese Kategorie fiel bis 2005 nur Ceres, ein am 1. Januar 1801 von Giuseppe Piazzi entdeckter Felsbrocken, welcher im Asteroiden-Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter zu finden ist und es auf gerade einmal 975 km Durchmesser bringt. Doch das Jahr 2005 brachte neben Eris mit Makemake (31. März 2005) und Haumea (28. Juli 2005) noch zwei weitere Himmelskörper, deren Größe sich zwischen Ceres und Pluto bewegt, und so musste einer inflationären Vermehrung der Planeten vorgebeugt werden.

Aber das Hubble-Weltraumteleskop hat Pluto nicht nur degradiert, sondern auch vier weitere Monde offenbart. Zunächst wurden die Monde Nix und Hydra am 15. Juni 2005 gefunden, am 20. Juli 2011 folgte Kerberos und am 11. Juli 2012 der fünfte Mond Styx. Charon, der mit Abstand größte und seit 1978 bekannte Mond, hat nach Erkenntnissen von "New Horizons" einen Durchmesser von 1.208 km, was den bisherigen Schätzungen in etwa entspricht. Hydra kommt auf rund 45 km und Nix auf 35 km. Die beiden Monde Kerberos und Styx sind noch kleiner, weshalb sich die NASA mit Schätzungen zurückhält. Man möchte zunächst die Daten des Vorbeiflugs auswerten.

Autor: mid
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