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PC im Eigenbau - Sinn oder Unsinn?

Computer | HT4U.net
Im Zeitalter von Smartphones und Tablets hört man immer wieder Klagelieder über das Ende des üblichen PCs. Schlechte Absatzzahlen im PC-Segment wollen dafür deutliche Anzeichen setzen, doch sind wir einmal ehrlich: Klar lassen sich E-Mails am Handy schnell checken, aber anständig beantworten? Im produktiven Arbeitseinsatz, sei es in Büros, im eigenen Heim, gegebenenfalls gar als HTPC oder als Gaming-Maschine lässt sich der PC schlicht nicht ersetzen, und alleine die Synchronisation von mobilen Gerätschaften ist über den typischen Computer noch immer am bequemsten. Da stellt sich dann aber immer noch die Frage, welches Gerät für wen in Frage kommt und ob es überhaupt noch Sinn hat, einen PC selbst zu bauen, statt schlicht einen von der Stange zu nehmen.

Der Einsatzzweck ist die alles entscheidende Frage

Um die Frage sinnvoll beantworten zu können, muss man sich über den Einsatzzweck im Klaren sein. Gibt es wenig Produktives zu tun, wenn man also nur selten E-Mails beantwortet, Briefe schreibt, Kalkulationen erstellen muss, auf hochwertige Bildbearbeitung und vor allem auf fordernde 3D-Spiele verzichtet, ist man für die einfachen Aufgaben sicherlich mit einem Notebook vernünftig bedient.

Für diese Nutzergruppen finden sich bereits die unterschiedlichsten Variationen auf dem Markt. Das geht von sehr günstig bis schick und leistungsfähig für den semiproduktiven Bereich. Der Nachteil, welcher hier natürlich bleibt: ein Aufrüsten solcher Geräte zeigt sich oft sehr schwer. Mehr als eventuell den Arbeitsspeicher zu erweitern oder einen Massenspeicher (Festplatte/SSD) auszuwechseln, wird nicht geboten. Kommen Rechenleistung von CPU und/oder Grafikkarte in die Jahre, muss ein neues Gerät her. Damit stehen die Vorteile des geringen Platzbedarfs der beschränkten Aufrüstmöglichkeit gegenüber, sind aber je nach Bedarf zu verschmerzen. Der weitere Nachteil: Je flexibler solche Notebooks sind (beispielsweise Hybriden als Tablet oder Notebook nutzbar*), desto teurer werden sie, und das bei verhältnismäßig schlechterer Leistungsfähigkeit.

Den Desktop-PC von der Stange gibt es häufiger schon deutlich günstiger, aber auch dieser bietet seine Nachteile. Greift man zu etablierten Marken wie beispielsweise Dell, HP oder Lenovo, stößt man gerade bei der als Vorteil genannten Aufrüstmöglichkeit ebenfalls gerne an seine Grenzen. Denn diese Geräte sind oftmals hinsichtlich Gehäuse, Mainboard oder gar Netzteil beschränkt, was das Nachrüsten angeht. Mal ist das Netzteil zu schwach konfiguriert oder bietet zu wenige Anschlussmöglichkeiten, um weitere Laufwerke in den Einsatz zu bringen. Mal ist Mainboard oder Gehäuse eine spezielle OEM-Fertigung, an welcher das Aufrüsten scheitern könnte.

Will man wirkliche Freiheiten oder benötigt diese gar, so bleibt einem praktisch nur der PC Marke Eigenbau. Insbesondere wenn es sich um einen HTPC (Home Theater PC) oder eine Spielemaschine handeln soll, bleibt nur der Weg zur separaten und persönlich zugeschnittenen Komponentenwahl.

HTPC und Gaming-Kiste

Die eigene Videosammlung digital auf Festplatte und dann mittels HTPC am 4K-TV abspielen? Das Ganze in schicker Gehäuseverpackung und mit richtig Leistung, dass man gar noch aktuelle Titel wie The Witcher 3 oder GTA V spielen kann? Das ist möglich! Den HTPC als TV-Empfänger und Recorder verwenden? Auch das ist möglich. Die größte Herausforderung stellen beim HTPC aber das Fachwissen und die Bastelbereitwilligkeit dar, denn gerne stößt man dort auch immer wieder an Grenzen, die häufig der Größe des Gerätes geschuldet werden.

Im Zeitalter von Mini-ITX-Platinen und -Gehäusen finden sich hier aber häufig schon optische Leckerbissen im Gehäusebereich, für welche es dann gleichzeitig auch Hauptplatinen gibt, welche leistungsfähige CPUs und Grafikkarten und gar noch eine TV-Karte fassen können. Ein Hauptmanko dort: Es muss leise sein, denn keiner möchte seine Videos unter dröhnender Geräuschkulisse von Lüftern anschauen.

Einfacher wird es diesbezüglich bei der Daddelkiste. Man kann zu größeren, gar gedämmten Gehäusen greifen, sucht sich leise Gehäuse- und CPU-Lüfter sowie Grafikkarten mit leisen Lüftern heraus oder setzt vielleicht gar auf eine Wasserkühlung. Geeignete Produkte stellen wir in unseren Tests immer wieder vor und heben dabei insbesondere das Thema Lautstärke hervor. Eine nette GeForce GTX 980, einen Intel Core i5-4690K, 8 GByte Hauptspeicher, eine vernünftige SSD und vielleicht noch ein passendes MSI Gaming-Mainboard – schon ist man der gewünschten Spielerkiste für fast alle Bereiche einen gewaltigen Schritt näher.

Hier bewegen wir uns allerdings schon in Spezialbereichen, welche dann in der Konfiguration auch relativ teuer ausfallen. Sind diese beiden Einsatzgebiete nicht oder nur im geringen Maße im persönlichen Bedarf angesiedelt, gibt es auch schon wirklich günstige Angebote bei Desktop-PCs.

Selbst schrauben – viel zu kompliziert!

All unsere zuvor gemachten Ausführungen zeigen eines ganz klar auf: Will man den PC, welcher auf den persönlichen Bedarf zugeschnitten ist, muss man sich grundsätzlich auch mit der Materie etwas auseinandersetzen, sich etwas belesen und – bezieht man nur Komponenten – muss auch technisch versiert genug sein, um diese Komponenten zusammensetzen zu können, und in der Lage sein, selbstständig das Betriebssystem zu installieren. Und das wiederum ist den meisten Anwendern viel zu aufwendig, auch wenn sie gerne ein für sie perfektes System besitzen würden.

Eine Alternative für solche Anwender bieten PC-Online-Konfiguratoren mancher Händler. Diese ermöglichen eine Vorauswahl an Komponenten – je nach Anbieter mal mehr, mal weniger umfangreich und manches Mal auch mit der Option, die gewählten Komponenten auch direkt zusammenbauen zu lassen.

Sucht man ein sehr günstiges PC-Desktop-System, sollte man vielleicht einmal einen Blick in den PC-Konfigurator von Softwarebilliger.de werfen. Das dort gesetzte Ziel scheint zu sein, einen sehr günstigen Desktop-PC anzubieten, welcher dann zwar nicht auf die topaktuellen Prozessoren oder Grafikkarten zurückgreift, dafür dann aber möglichst viel Freiraum fürs Geld bieten möchte. Aktuell starten die Preise für ein Komplettsystem ohne Monitor bei rund 212 Euro.

Teurer und moderner geht natürlich immer – die belesenen Anwender bedienen sich dabei regelmäßig Preissuchmaschinen wie beispielsweise Geizhals.de, um die Preise moderner (oder auch älterer) PC-Komponenten abzugleichen. Entscheidet man sich letzten Endes für einen Maß-PC nach Einzelteilen, sollte man aber bei Preissuchmaschinen ebenfalls mit Bedacht vorgehen. Es hat meist nur wenig Sinn, sämtliche Komponenten beim jeweils günstigsten Anbieter zu ordern, denn da gilt es natürlich ebenfalls, die Versandkosten noch zu berücksichtigen, und im Falle von Reklamationen wendet man sich doch lieber an einen, statt zig Lieferanten. Auf mehr als zwei oder maximal drei Lieferanten würden wir nur im Ausnahmefall zurückgreifen.

Selbst schrauben ist nicht kompliziert

Obige Aussage darf nun erst einmal als unser Statement verstanden werden. Untermauern wollen wir diese in Kürze mit einem Artikel, welcher sich exakt mit diesen Feinheiten und Details beschäftigt und dann als Anleitung herangezogen werden kann, so dass auch der weniger versierte Anwender in der Lage ist, sich seinen eigenen PC selbst zusammenzustellen. Dabei werden wir dann auch auf Feinheiten bei Spieler- und HTPC-Kisten eingehen, selbstverständlich aber zudem den schlichten günstigen PC schildern und den Zusammenbau erklären.
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