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Facebook: Entwickler saugt massenhaft Nutzerdaten ab - und wie man es vermeiden kann

Internet | HT4U.net
Facebook gehört zu den fleißigsten Datensammlern im Netz, da tagtäglich 968 Millionen Nutzer diese Daten selbst in das soziale Netzwerk einstellen. 844 Millionen nutzen hierfür mobile Geräte, und das ist jetzt ein Problem, denn der Entwickler Reza Moaiandin hat einen einfachen Weg gefunden, die von Mobilnutzern eingestellten Informationen, Bilder und Videos in Massen abzusaugen.

Es ist Erntezeit

Die landwirtschaftlichen Maschinen auf den Feldern lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass momentan Erntezeit ist. Und das gilt auch für das soziale Netzwerk Facebook, welches einen besonders fruchtbaren Boden für Benutzerdaten aller Art bietet. Der Entwickler Reza Moaiandin ist zufällig über eine Möglichkeit gestolpert, wie man diese Benutzerdaten ohne großen Aufwand abernten kann. Er braucht dazu keinen Trecker, sondern nur die Mobiltelefonnummer des Facebook-Benutzers. Wohlgemerkt nur die Nummer und nicht etwa eine Kombination aus Nummer und Namen!

Moaiandin fragte sich, was wohl passieren würde, wenn er einen Haufen Mobiltelefonnummern generieren und über Facebooks Programmierschnittstelle an das soziale Netzwerk schicken würde. Er startete einen Versuch und erhielt als Antwort auf die richtig erratenen Nummern die dazugehörigen Benutzerprofile. Diese enthalten zwar nur öffentlich geteilte Informationen, doch auch solche Daten sollten sich nicht massenhaft abgreifen lassen. Für Geheimdienste und Polizeibehörden, aber auch für Unternehmen und die Werbebranche ist Facebooks laxer Umgang mit Benutzerdaten eine Einladung zur Selbstbedienung.

Kein Bug, sondern ein Feature

Als Moaiandin die US-Firma über die vermeintliche Schwachstelle informierte, wurde ihm mitgeteilt, dass man diese Funktion sehr wohl kenne und es sich keinesfalls um ein Sicherheitsproblem handle. Facebook erklärte weiterhin, man habe ein Auge auf die Datenabfragen und wüsste Missbrauch zu verhindern. In Anbetracht dieser nicht wirklich überraschenden Erkenntnis muss jeder für sich selbst entscheiden, ob man einer Firma, die Fremden das Auslesen von abertausenden Profilen ermöglicht, private und persönliche Daten anvertrauen sollte.

Selbsthilfe für Facebook-Benutzer

Wer Facebook nicht gleich seine blanke Hinteransicht zuwenden möchte, kann sich wie folgt helfen: In den "Privatsphäre-Einstellungen" findet sich die Option "Wer kann nach mir suchen?". Wer dort die Suche nach seiner Telefonnummer auf den Freundeskreis beschränkt, kann neugierige Datensammler aussperren. Facebooks Voreinstellung sieht natürlich vor, dass jeder nach der Telefonnummer suchen darf.

Autor: mid
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