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Verbraucherschützer: Windows 10 macht Nutzer zur Ware

Software | HT4U.net
Windows 10 ist da, der erste Rauch um Vorabversionen ist verflogen, und erst einmal sind es nun Negativ-Schlagzeilen, welche warnen wollen – oder eben nur für Klicks sorgen möchten. Windows 10 ist schließlich durchaus spannend. Spannend findet das aktuell aber auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, welche nun erstmals Warnungen ausspricht. Eine Abhöranlage sei es, und das eigentliche Ziel von Windows 10 sei es, den Nutzer zur Ware zu machen. Gelingen soll all das eben über das Microsoft-Nutzerkonto, welches bei der Installation angelegt werden soll.

"Nutzer digitaler Geräte werden immer mehr selbst zur Ware", ist die Warnung, welche von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aktuell ausgesprochen wird, und dabei bezieht man sich auf Windows 10 und die neue Herangehensweise. In Windows 10 hat Microsoft erst einmal den üblichen Markt der letzten Jahre beobachtet und seine Entwicklung dann auf diese Verhaltensstrukturen sowie die Vermarktung an sich angepasst. Das startet mit dem Microsoft-Benutzerkonto, welches dem Anwender als unwichtiges Häppchen angeboten wird und in vielen Fällen als ein Muss wahrgenommen wird.

Microsoft spielt hier allerdings nicht mit verdeckten Karten, sondern macht eher keinen Hehl aus den Absichten. Das geht aber nur dann hervor, wenn man die Datenschutzbestimmungen des Unternehmens auch liest – und wer macht das schon? Schnell ist alles abgenickt, damit es bei der Installation weiter geht. Auf dieses Verhaltensschema kann man als Hersteller wirklich bauen. In erster Linie geht es Microsoft um die bessere Platzierung von Werbeinhalten, geknüpft mit Informationen über den notwendigen Abgleich der Daten auf verschiedenen Gerätschaften (sprich: Tablet, PC, Handy).

Nicht böser als die anderen

Dabei lehnt sich Microsoft jetzt aktuell nur an die Gebaren anderer Unternehmen an – Facebook und Google machen das Datensammeln eben vor. Die beiden Dienste sind allerdings gratis und müssen ihre Einnahmen über Werbung umsetzen – klappt ja mehr oder minder auch prima. Warum sollte Microsoft nicht den gleichen Weg beschreiten?

Nun, eigentlich ist das Windows-Betriebssystem nicht kostenlos. Nur das Upgrade auf Windows 10 wird als kostenlos verkauft, ist es aber nicht, denn es wurde schon einmal für dieses Betriebssystem gezahlt, sei es als Anschaffung bei einem Laptop oder eines Desktop-PCs. Das Upgrade von Windows 7 oder 8 ist kostenlos. Ein neuer Weg für neue Einnahmen erschließt sich.

Volle Vielfalt nur über das Microsoft-Konto

Das Microsoft-Konto ist gratis, hört sich als Dreingabe an und ist auch für den vollen Funktionsumfang von Windows 10 und den Abgleich der unterschiedlichen Gerätschaften notwendig. Die dann gesammelten Daten des Anwenderverhaltens lassen für das Unternehmen nun aber auch Rückschlüsse auf Bedürfnisse, Gewohnheiten und Kaufkraft zu. Das ist eine Herangehensweise, welche Amazon mit seinen Angeboten fast schon perfektioniert hat und andere Unternehmen gerne perfektionieren möchten. Die Auswertung startet also hier.

Will man aber die gelobten Versprechungen von Windows 10 wie den Abgleich aller Geräte (Handy, Notebook, Tablet), kommt man final um das Konto bei Microsoft nicht herum, genauso wenig aber eben um den Kraken, der Daten sammelt und auswerten möchte. Dann steckt man eben in der Misere, welche nun von den Datenschützern angesprochen wird.

Kappen geht! Und dann ist der Witz weg

Wie die Zeilen zuvor schon klargemacht haben: Ein Mittel ist es, kein MS-Konto zu eröffnen. Dann steht man praktisch aber mit keinen Vorteilen mehr da. Warum dann noch Windows 10?

Selbst wenn wir uns im Klaren darüber sind, dass Windows 10 nur darum kostenlos für Upgrader ist, weil Microsoft eben einen neuen Weg beschreiten will: Die Kosten müssen dennoch getragen werden, und der Weg ist nun relativ klar. Auch wenn es nur ein erster Ansatz ist. Andere Anstätze bietet unser "Internet ist kostenlos" nun mal nicht!

Man sollte sich langsam im Klaren darüber sein, dass persönliche Daten wichtiger werden, denn Adblocker gibt es zur Genüge. Wer seine persönlichen Dinge geheimhalten möchte, der sollte das Internet inzwischen meiden oder sich klar belesen.
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Stichworte zur Meldung: Abwenden Warnung 10 Windows Tipp