Nachrichten

JEDEC verabschiedet die HBM2-Spezifikationen: flexibler, schneller und bis zu 32 GByte Kapazität

Grafik | HT4U.net
High Bandwith Memory (HBM) durften wir im Grafikkarten-Sektor erstmals mit den AMD-Grafikkarten der Radeon-R9-Fury-Reihe erblicken. HBM ermöglicht dabei eine klar höhere Bandbreite als GDDR5-Speicher, bei bessererem Verhalten in der Leistungsaufnahme, ist bislang allerdings auf maximal 4 GByte Kapazität beschränkt. Die JEDEC hat nun die offiziellen Spezifikationen für HBM2-Speicher verabschiedet.

Das Standardisierungsgremium JEDEC hat nun offiziell die neuen Spezifikatonen für HBM2-Speicher veröffentlicht. Danach wird HBM 2 durchaus interessant für die verschiedensten Einsatzzwecke, im Mainstream- wie auch im High-End-Segment von Grafikkarten. Es gibt mehr Flexibilität bei den Stacks (gestapelter Speicher). Einer, zwei oder vier Stacks werden möglich, wodurch Speicherkapazitäten von 4 bis 32 GByte denkbar sind.

Während HBM in Generation 1 mit 500 MHz DDR-Speichertakt arbeitete, startet HBM 2 gleich mit 1.000 MHz. Mit einem Stack können nun 4 bis 8 GByte Speicherkapazität erreicht werden, bei einem GPU-Speicher-Interface von 1.024 Bit und einer damit maximalen Speicherbandbreite von 256 GByte pro Sekunde – die Hälfte von HBM. Damit könnten Mainstream-Grafikkarten mit einem durchaus attraktiven 4-GByte-Speicherausbau ausgerüstet werden, welcher zudem sehr performant agiert. Sicherlich spielt hier der Preis eine entscheidende Rolle für die Hersteller.

Durch den Einsatz von zwei HBM2-Speicher-Stacks werden Kapazitäten von 8 bis 16 GByte ermöglicht. Das Speicher-Interface der GPU muss dann 2.048 Bit betragen und die Speicherbandbreite steigt auf 512 GByte pro Sekunde, identisch zum bisherigen HBM1-Standard. Mit möglichen vier Speicher-Stacks erreicht HBM2-Speicher dann Kapazitäten von 16 bis 32 GByte und eine Speicherbandbreite von 1.024 GByte pro Sekunde – fast das Dreifache des bisher schnellsten GDDR5-Speichers. Das GPU-Speicher-Interface wächst auf 4.096 Bit.

Es bleibt trotz der Möglichkeiten aktuell eher unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit HBM2-Speicher auf Einsteigermodellen Einzug halten wird, denn hier, wo allzu gerne noch langsamer DDR3-Speicher mit hohem Speicherausbau als Blender zum Einsatz kommt, zählt letztlich jeder Cent, und so dürfte auf hochpreisige Lösungen verzichtet werden. Auch der Mainstream-Bereich wird wohl erst dann mit HBM2-Speicher bedient werden, sobald die Preise mit GDDR5-Lösungen vergleichbar sind. Auch das wird voraussichtlich nicht innerhalb von zwölf Monaten geschehen. So wird HBM2 vorerst wohl nur Einsatz auf High-End-Lösungen finden. Hier zeigt HBM2 dann aber den Nachteil, dass man mit 4er-Stacks arbeiten müsste, um 1.024 GByte Bandbreite pro Sekunde erreichen und damit neue Performance-Argumente bieten zu können. Das würde dann aber auch eben 16 GByte Hauptspeicher als Minimum bedeuten. Damit erschließt sich also schon, dass trotz der neuen Flexibilität auch dieses Szenario Zukunftsmusik darstellt.

Die wahrscheinlichste Akzeptanz von HBM2 wird demzufolge High End mit zwei Stacks und damit 512 GByte Speicherbandbreite sein. In diesem Falle liegt man noch immer über den Möglichkeiten vom derzeit schnellsten GDDR5-Speicher mit 384 GByte Speicherbandbreite pro Sekunde, und das erscheint als die interessantere Alternative. Doch man darf nicht vergessen, dass aktuell auch an GDDR5x-Speicher gearbeitet wird. Man sieht also schnell, dass final noch nichts entschieden ist, was den künftigen Speicherstandard auf Grafikkarten betrifft, denn wenn im Ergebnis GDDR5x eine ähnliche Speicherbandbreite bietet und möglicherweise günstiger an den Start gehen wird, dann werden Argumente wie eine mögliche bessere Leistungsaufnahme schnell ignoriert werden. Die Zukunft bleibt damit spannend.


[]







Stichworte zur Meldung: Gbyte Zu Bis Und Flexibler Schneller Hbm2-spezifikationen: Die Verabschiedet Jedec 32