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Raspberry Pi 3: 64 Bit, Wi-Fi und Bluetooth für nur 35 US-Dollar

Computer | HT4U.net
Pünktlich zum vierten Geburtstag des ursprünglichen Raspberry Pi Model B hat die Raspberry Pi Foundation ein neues Modell vorgestellt: den Raspberry Pi 3. Dieser bringt neue Rechenkerne, höhere Taktraten, 64-Bit-Unterstützung, Wireless LAN gemäß IEEE 802.11n, und Bluetooth 4.1. Bezüglich Preis und Kompatibilität gibt es keine Änderungen.

35 US-Dollar kostet die dritte Auflage des Ein-Platinen-Computers und ist damit genauso teuer wie ihre Vorgänger. Dabei bietet alleine die Integration von Wi-Fi und Bluetooth einen Mehrwert von rund 15 Euro. Herz des Raspberry Pi 3 ist das SoC BCM2837 von Broadcom. In diesem Chip, der speziell für die Raspberry Pi Foundation entwickelt wurde, stecken vier Rechenkerne des Typs Cortex-A53 (bisher Cortex-A7), die mit 1.200 MHz (bisher 900 MHz) takten. Aufgrund der um 33 Prozent höheren Taktrate und der leistungsstärkeren Architektur darf man im 32-Bit-Betrieb eine Leistungssteigerung um 50 bis 60 Prozent erwarten, sofern ein Raspberry Pi 2 die Vergleichswerte liefert. Zugleich ist die dritte Generation rund zehnmal schneller als ein Raspberry Pi Model B. Erfreulicherweise geht der Leistungsgewinn nicht auf Kosten der Kompatibilität: Alle bisherigen Projekte sollen auch auf dem Raspberry Pi 3 problemlos funktionieren.

Zur Kontinuität trägt auch die Grafikeinheit bei, denn es bleibt beim VideoCore IV 3D (400 MHz, 3D-Kern mit 300 MHz). Das ist positiv, denn Broadcom hat den VideoCore IV 3D vollständig dokumentiert, und das ist bei keiner anderen Grafiklösung für die ARM-Architektur der Fall. Aber diese GPU hat auch ihre Altlasten, denn sie ist nicht die schnellste und zudem ein 32-Bit-Konstrukt. Wohl auch aus diesem Grund wird es für den Raspberry Pi 3 trotz der 64-Bit-Rechenkerne vorerst beim 32-Bit-Betrieb bleiben. Ob es Sinn ergibt, Raspbian auf den 64-Bit-Betrieb umzustellen, werden die kommenden Monate zeigen. H.265 kennt der Grafikkern leider nicht, doch dank des OSMC-Projekts und der schnelleren Rechenkerne gelingt dem Raspberry Pi 3 zumindest das Dekodieren per Software. Für MPEG-2 und VC-1 kann man eine Lizenz erwerben, doch hier lohnt sich die Hardware-Beschleunigung eigentlich gar nicht mehr.

Bild: Raspberry Pi 3: 64 Bit, Wi-Fi und Bluetooth für nur 35 US-Dollar
Mit 1.024 MiB RAM liegt der Raspberry Pi 3 auf dem Niveau seines Vorgängers, auch an den vier USB-2.0-Buchsen und dem ebenfalls über USB realisierten Ethernet-Anschluss mit 10/100 Mbit/s hat sich nichts geändert. Gleiches gilt für den Micro-SDHC-Einschub, den HDMI-Ausgang (Version 1.4) und die Klinkenbuchse für analoge Audio- und Videosignale. Das Platinenlayout entspricht dem des Raspberry Pi 3, nur die Status-LED musste verlagert werden, um Platz für Wi-Fi und Bluetooth zu schaffen. Da es keinen externen Antennenanschluss gibt, sollte man ein Gehäuse aus Kunststoff einsetzen. Mit 800 mA und 4,0 W liegt der Stromverbrauch des Raspberry Pi 3 auf dem Niveau seines Vorgängers, wie gehabt reicht ein 5-Volt-USB-Ladegerät zum Betrieb aus. Wer durstige USB-Geräte anschließen möchte, sollte allerdings zu einem Netzteil mit mindestens 2,5 A greifen.

Mit mehr als 8 Millionen verkauften Einheiten ist der Raspberry Pi inzwischen der meistverkaufte Computer, der jemals in Großbritannien gebaut wurde – noch vor dem Amstrad PCW. Die dritte Generation wirkt abermals ausgereifter und alltagstauglicher und dürfte das Interesse an dem Minicomputer sogar noch weiter steigern. Oder, um es mit einem Wort zu sagen: Gekauft!

Autor: mid
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