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Linux 4.5 mit Support für UEFI, AMD und Raspberry Pi

Software | HT4U.net
Trotz einer erst am Wochenende behobenen Regression hat Linus Torvalds auf einen achten Veröffentlichungskandidaten verzichtet und Linux 4.5 für stabil erklärt. Die neue Version schützt UEFI-Systeme vor ausufernden Löschorgien und verschafft AMDs aktuellen Grafikkarten mehr Dampf. Und der Raspberry Pi 2 läuft quasi "out of the box".

UEFI ist und bleibt eine Baustelle, ganz unabhängig vom Betriebssystem. Dies zeigt sich auf Linux-Maschinen, wenn der Aufruf "rm -rf /" nicht nur alle Dateien löscht, sondern gleich auch noch die Hardware schießt. Der Grund sind EFI-Variablen, die vom Kernel unter /sys ins virtuelle Dateisystem eingehängt werden. Werden diese gelöscht, sollte die Firmware sie beim Neustart wiederherstellen, doch diese Funktion scheint manchmal zu fehlen. Als Folge der fehlerhaften Firmware-Programmierung verweigern die Rechner nach dem Löschen den Start und müssen in die Werkstatt. Während Linux 4.5 den eigentlichen Fehler nicht beheben kann, bringt die neue Version zumindest Schutzmechanismen gegen ein versehentliches Löschen.

Der Grafiktreiber AMDGPU, welcher seit Linux 4.2 an Bord ist, beherrscht nun auch das Energiemanagement für die Chips der aktuellen R9-Baureihe. Damit kann auch Powerplay genutzt werden, um den Chiptakt über den garantierten Standardtakt hinaus (Turbo) anzuheben oder zum Energiesparen abzusenken. Von Hause aus ist Powerplay allerdings deaktiviert und muss erst über die Option CONFIG_DRM_AMD_POWERPLAY sowie den GRUB-Parameter amdgpu.powerplay=1 zugeschaltet werden. Was kaum ein AMD-Benutzer bemerken wird: Das UMS (User-Space Mode-Setting) wurde aus dem Treiber entfernt, schließlich ist KMS (Kernel-Mode-Setting) seit Jahren der Standard.

Der Raspberry Pi 2 wird jetzt "out of the box" unterstützt, zumindest theoretisch. Für Probleme sorgen der Kartenleser und der offizielle Touchscreen, zudem fehlt noch der neue Raspberry Pi 3. Zumindest bis Linux 4.6 sollte man daher lieber auf die gewohnten Distributionen zurückgreifen, die spezielle Anpassungen für den Minirechner enthalten. Nachdem es bereits einen DRM-Treiber für den Grafikkern (Broadcom VideoCore IV 3D) des Rasperry Pi gab, steht nun eine komplett offene Lösung für die 3D-/OpenGL-Unterstützung zur Verfügung. Der entsprechende VC4-Gallium3D-Treiber kommt von Mesa, es wird die Version 11.1.0 der Grafikbibliothek benötigt.

Autor: mid
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