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Auch Polaris-Grafikkarten stehen in den Startlöchern: AMD lädt Presse nach Macau ein

Grafik | HT4U.net
NVIDIA hat seine Pascal-Karten bereits gespielt und die Modelle GeForce GTX 1080 und 1070 auf den Tisch gelegt. Kaufen kann man diese aber erst Ende Mai bzw. Anfang Juni, und so bleibt AMD noch etwas Zeit, um seine neue Grafikrakete Polaris in Stellung zu bringen. Darauf deuten jedenfalls Einladungen zu einer Presseveranstaltung hin.

Diese Veranstaltung soll in der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macau, welche seit Ende 1999 eine Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China ist, stattfinden. Als Termin wird Ende Mai genannt, was sehr gut zum Start der Computex in Taipeh passt. AMD hatte im Vorfeld bereits einige Details über seine Polaris-Architektur verraten und in diesem Zusammenhang auch die Markteinführung für Mitte 2016 angekündigt.

Mit Polaris wird AMD die vierte Ausbaustufe der GCN-Architektur (Graphics Core Next) zünden. Die neuen GPUs werden im 14-nm-FinFET-Prozess produziert, was eine Halbierung der Strukturgröße bedeutet. Grund für diesen gewaltigen Schritt sind die Probleme des Auftragsfertigers "Taiwan Semiconductor Manufacturing Company" (TSMC), komplexe Grafikchips mit 20 nm zu fertigen. Dies bewegte AMD im Frühjahr 2015 dazu, 20 nm komplett zu überspringen und alles auf 14 nm zu setzen. Neuer Fertigungspartner für Polaris ist Globalfoundries, das Unternehmen hatte im Frühjahr 2014 eine Lizenz für Samsungs 14-nm-FinFET-Prozess erworben. NVIDIA bleibt indes TSMC treu und lässt seine Pascal-GPUs dort im 16-nm-FinFET-Prozess produzieren.

Während 14 nm eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz sowie höhere Taktraten versprechen, sieht es beim Speicher etwas anders aus: Laut AMD unterstützt Polaris neben GDDR5 auch HBM in den Versionen 1 und 2, doch die zweite Generation des Stapelspeichers HBM ist noch nicht fertig und wird erst mit dem Polaris-Nachfolger Vega kommen. Das ist schade, denn mit HBM 2 steigt das Speicherlimit von 4 auf 32 GB, während sich der maximale Speicherdurchsatz auf 1.024 GB/s verdoppelt. Auch NVIDIA liebäugelt mit HBM 2, verbaut auf seiner GeForce GTX 1080 aber erst einmal GDDR5X als Zwischenlösung. Bei GDDR5X verdoppelt sich zumindest die Anbindung der einzelnen Speicherchips von 32 auf 64 Bit.

Nachholbedarf haben AMDs aktuelle Grafiklösungen im Hinblick auf die Bildschirmanschlüsse. Hier soll Polaris mit modernen Schnittstellen wie HDMI 2.0a (bis zu 18 Gbit/s für 4.096 x 2.160 Pixel @ 60 Hz) und DisplayPort 1.3 (bis zu 32,4 Gbit/s für 5.120 x 2.880 Pixel @ 60 Hz) punkten. Die neue GPU-Generation verspricht zudem die Unterstützung von HDR-Bildschirmen (3.840 x 2.160 Bildpunkte mit 10 Bit Farbtiefe bei 60 Hz) sowie H.265-Encoding und -Decoding in 4K-Qualität. Darüber hinaus sollen die neuen Grafikprozessoren für VR-Spiele optimiert sein.

Autor: mid
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