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AMD bereitet erste Prozessoren für den Sockel AM4 vor

Prozessoren | HT4U.net
AMD hat seinen "BIOS and Kernel Developer's Guide for AMD Family 15h Models 60h-6Fh Processors", welcher bisher die Carrizo-APUs auf Basis der Excavator-Architektur dokumentierte, auf die Version 3.05 aktualisiert. Neu hinzugekommen ist der Sockel AM4, der DDR4-Unterstützung für Desktop-PCs ermöglicht und auch von den kommenden Zen-Prozessoren genutzt werden soll. Das klingt nach Bristol Ridge, was nicht weiter wundern sollte, will AMD die Vorstellung doch aller Voraussicht nach vorziehen.

Während AMD 15h als Familienbezeichnung für den Bulldozer und seine Nachfolger verwendet, werden die sehnlichst erwarteten Zen-Prozessoren das Familienkürzel 17h verwenden (16h ist Jaguar). Zen soll im weiteren Verlauf des Jahres auf den Markt kommen, doch AMD will seinen neuen Sockel schon früher etablieren – mit dem Carrizo-Nachfolger Bristol Ridge als Antrieb. Dies ergibt durchaus Sinn, denn mit Zen wird AMD zu Beginn nur die gehobene Leistungsklasse versorgen, so dass eine Alternative für preisbewusste Käufer benötigt wird. Für Endkunden ist der Sockel AM4 zukunftssicherer, und PC-Herstellern erleichtert AMD auf diese Weise den Einkauf von Arbeitsspeicher – DDR4- und DDR3-Chips bewegen sich derzeit auf einem vergleichbaren Preisniveau, doch für die absatzstärkere Intel-Plattform setzen die Hersteller bereits auf DDR4. Daher hat eine Vereinheitlichung des Speichertyps für den Einkauf der Firmen durchaus Sinn.

AMD hatte seine Carrizo-APUs von Anfang an für den Einsatz mit DDR3- sowie DDR4-Speicher konzipiert, doch abgesehen von den Embedded-Chips mit dem Codenamen "Merlin Falcon" war von DDR4 bisher nichts zu sehen. Bristol Ridge soll dies nun ändern und AMD ins DDR4-Zeitalter katapultieren – bei Desktops im uPGA-Sockel AM4 und bei Notebooks im BGA-Sockel FP4. Echte Neuerungen bietet Bristol Ridge dabei nicht: Es gibt nach wie vor maximal zwei Module bzw. vier Rechenkerne, zwei MiB L2-Cache, zwei Speicherkanäle sowie eine iGPU auf Basis der dritten GCN-Generation (GCN 1.2). Einzig ein optimierter Stromverbrauch sowie neue Chipsätze werden Bristol Ridge aufwerten. Man darf daher keine Wunder, sondern nur etwas mehr Spielraum bei den Taktraten erwarten.

Apropos Taktraten: Im Sockel AM4 bietet AMD maximal DDR4-2400, allerdings mit Einschränkungen. Sind zwei DIMM-Slots pro Kanal vorhanden, schreibt AMD für den höchsten Speichertakt einen Riegel pro Kanal sowie einseitig bestückte Module (Single Rank) vor. Doppelseitige Module werden auf DDR4-2133 gebremst, und bei zwei Modulen pro Kanal ist nur noch DDR4-1866 erlaubt. Bei SODIMMs im FP4 ist generell bei DDR4-2133 Schluss. Kurioserweise ist die ECC-Unterstützung auf den Sockel FP4 limitiert und wird vermutlich nur bei Embedded-Produkten zur Anwendung kommen. Erwähnenswert ist zudem, dass die Zahl der PCIe-Lanes nicht geändert wurde: Es bleibt bei acht Lanes der dritten Generation zur Anbindung eines Grafikprozessors plus weiteren vier Lanes der dritten Generation für andere Hardware.

Autor: mid
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