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Windows 10: Mainboard-Wechsel mit Gratis-Upgrade möglich

Software | HT4U.net
Obschon uns ein Microsoft-Kontakt Ende März etwas anderes sagte, ist der Tausch des Mainboards im Rahmen der Gratis-Upgrade-Phase von Windows 10 offensichtlich sehr wohl möglich. In unserem Fall war hierfür nur ein kleiner Umweg nötig.

Im Netz herrscht weiterhin eine große Unsicherheit über die Lizenzpolitik Microsofts hinsichtlich des Gratis-Upgrades von Windows 10, das nur noch bis zum 29. Juli 2016 möglich sein wird. Zwar kommt Deutschland bei OEM- und System-Builder-Versionen des Betriebssystems eine höchstrichterlich bestätigte Sonderrolle zu, was eine Hardware-Bindung angeht. Doch gilt das auch für die Art kostenloser Upgrades, wie Microsoft sie bei Windows 10 anbietet? Unser Microsoft-Kontakt dementierte dies vor ein paar Monaten. Dort hieß es:

"Die kostenlosen Upgrades auf Windows 10 sind als OEM-Version zu verstehen, selbst wenn das Upgrade auf einem Windows-7- oder -8-Rechner mit Retail-Lizenz erfolgt. Auf diesen Retail-Lizenzen kann man die Hardware praktisch tauschen, wie man möchte, man muss allenfalls die Lizenz im Anschluss per Internet oder Telefon neu aktivieren. Das ist nach dem Upgrade nicht mehr möglich! Während die OEM-Versionen bei Speicher- und Grafikaufrüstungen noch keinerlei Probleme bereiten, ist der Mainboard-Tausch hingegen gleichzusetzen mit dem Ablauf der Lizenz."

Dass sich der Microsoft-Kontakt hier offensichtlich geirrt hat, ist etwa an einigen Stellen im Netz zu lesen: Nutzer berichten in Foren, dass sie ihr Gratis-Upgrade von Windows 10 nach einem Mainboard-Tausch schlicht durch die Eingabe des Windows-7/8-Codes, mit dem das Upgrade durchgeführt wurde, erneut aktivieren konnten. Bei den einen funktioniert das, bei anderen nicht. Zu Letzteren zählt auch der Autor dieser Zeilen, der kürzlich von einem ASUS Q87M-E auf ein MSI Z87 MPOWER SP wechselte und sein bestehendes Windows-10-System zunächst ohne Neuinstallation weiterverwendete. Wie zu erwarten war, verlor die Installation nach dem Mainboard-Tausch ihre Aktivierung. Der Versuch einer erneuten Online-Aktivierung ging genauso schief wie eine telefonische Aktivierung. In beiden Fällen wies ein Fehlercode darauf hin, dass die Lizenz bereits auf einem anderen PC in Verwendung sei.

Also gingen wir einen Umweg und installierten zunächst unser Windows 8.1, mit dem wir damals das Gratis-Upgrade auf Windows 10 durchführten. Die Online-Aktivierung war auch hier nicht möglich, wohl aber eine neuerliche Freischaltung via Telefon. Dann luden wir uns das Microsoft Upgrade-Tool herunter und ließen unser Windows 8.1 erneut auf Windows 10 aktualisieren. Letzteres ließ sich danach sofort online aktivieren. Die Gratislizenz wurde damit also aufgefrischt und ist nun an das MSI Z87 MPOWER SP gebunden. Eine frische Neuinstallation von Windows 10 war nun ebenfalls problemlos möglich, unter Eingabe des Windows-8.1-Codes.

Daraus ist zu schließen, dass das Gratis-Upgrade keine strenge Hardware-Bindung aufweist und selbst essenzielle Komponenten eines PCs ausgetauscht werden können, ohne die Gratislizenz einzubüßen. Dies gilt zumindest noch bis zum Ablauf des Gratisangebotes am 29. Juli 2016. Danach ist davon auszugehen, dass die Gratislizenz nach einem Mainboard-Wechsel erlischt und entweder das ältere Windows weiterverwendet oder kostenpflichtig auf Windows 10 aktualisiert werden muss. Gleichwohl sollte angesichts der intransparenten Upgrade-Lizenzpolitik bedacht werden, dass an dieser Stelle keine Erfolgsgarantie gegeben werden kann. Aber wer sowieso sein Mainboard austauschen und gerne die Gratislizenz behalten möchte, dürfte mit unserem beschriebenen Lösungsweg zumindest gute Chancen haben.
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