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Radeon RX 480: Artikel-Update und weitere Informationen rund um die neue Grafikkarte

Grafik | HT4U.net
AMDs Neuvorstellung auf dem Grafikkartenmarkt hält uns durchaus auf Trab. Während der Hersteller für morgen Neuigkeiten zur Verletzung der PCI-Express-Spezifikationen angekündigt hat, haben wir heute ein Artikel-Update nachgetragen und vier neue Grafikkarten den Testserien hinzugefügt. Aber auch zur angesprochenen Bandbreitenproblematik gibt es Neuigkeiten, und zu guter Letzt macht AMD aktuell Schluss mit Spekulationen um die Shader-Cluster von Polaris 10.

Das Problem der PCIe-Spezifikationen

Vieles hätte einfacher werden können, vieles ist auch für den Betrachter nicht ersichtlich, warum so etwas überhaupt passieren kann. AMD schickt mit der RX 480 eine neue Grafikkarte ins Rennen, aufmerksame Testredaktionen mit entsprechenden Möglichkeiten in der Messtechnik runzeln die Stirn über eine deutlich höhere Leistungsaufnahme, als von AMD versprochen. Darüber hinaus über den Umstand, dass klar zu viel Strom über den PCI-Express-Slot fließt und damit die Spezifikationen deutlich verletzt werden. Und AMD zeigt sich über diese Rückmeldungen überrascht und verspricht, dem Problem nachzugehen. Es folgte bislang lediglich ein Statement der Presseabteilung, in welcher man von Einzelfällen spricht und laut der man am morgigen Dienstag weitere Informationen liefern möchte. Ein Treiber soll diese Probleme lösen – das ist bisher der Kenntnisstand.

Das Problem der PCI-Express-Bandbreite

Unterdessen scheint das im Artikel angesprochene Bandbreitenproblem des Pressetreibers doch größere Auswirkungen zu haben, als angenommen. Der Pressetreiber soll die Bandbreite des PCI-Express-Busses von rund 14 GByte/s auf 8 GByte/s gedrosselt haben. Während uns die Kollegen der PC Games Hardware noch signalisierten, dass der neue AMD-Treiber keine Performance-Änderungen mit sich gebracht habe, liest man nun an anderen Stellen, dass dies sehr wohl Auswirkungen hätte.

So soll der neue Treiber, der eben dieses Bandbreitenproblem löst, laut ComputerBase im Mittel einen Vorteil von 1,5 Prozent mit sich bringen, laut TweakPC seien es gar 3,4 Prozent im Mittel unter Full HD sowie 2,9 Prozent unter WQHD und UHD. Das scheint erst einmal wenig, ist es aber nicht, denn das Mittel verfälscht die Einzeldarstellung, in welcher man hätte klar besser dastehen können. Lustigerweise hat AMD diesen Treiber eben nur Redaktionen zur Verfügung gestellt, welche das Problem ansprachen, aber nicht breit die Medien informiert. Warum man sich hier selbst ein Bein stellt, bleibt ein Rätsel. Das bedeutet aber eben auch, dass die Tester eigentlich alle noch einmal ran müssten.

Die Wenigsten werden es auf Grund des aktuellen Zeitdrucks tun, wir warten definitiv auf den neuen Treiber, welchen AMD uns versprochen hat und welcher gleichzeitig das PCIe-Leistungsaufnahme-Problem lösen soll.

Der Vollausbau von Polaris 10

AMD hat der Presse gegenüber ausgeführt, dass Polaris 10 über 36 Shader-Cluster verfügt und es sich bei der RX 480 um den Chip im Vollausbau seiner Möglichkeiten handelt. ComputerBase und Golem – beide geladen zum Polaris-Techday – berichten in ihren Artikel beide, dass die RX 480 eben nicht den Polaris-10-Chip im Vollausbau darstellen würde, sondern dass im Vollausbau 40 Shader-Cluster verfügbar wären. Golem beruft sich dabei gar auf interne Aussagen von AMD-Ingenieuren. AMD dementiert diese Ausführungen nun aber offiziell. Nichts dran an den Aussagen. Polaris 10 verfügt nur über 36 Shader-Cluster und damit über maximal 2.304 Shader-Rechenwerke, wie man es mit der Radeon RX 480 präsentiert hat.

Artikel-Update mit neuen Grafikkarten im Vergleich

Wie versprochen, waren wir dann aber nicht untätig und haben inzwischen unseren Vergleichen weitere Grafikkarten hinzugefügt. Neuzugänge sind die AMD Radeon R9 Fury X und die GeForce GTX 980 Ti. Letztere hat im neuen Benchmark-Parcours nun einen durchaus schweren Stand gegenüber der Radeon R9 Fury X unter WQHD-Auflösung, unter UHD-Auflösung verliert sie den Vergleich im Mittel gar. Das könnte mitunter durchaus den DirectX-12-Titeln geschuldet sein.

Weit wichtiger sehen wir die Updates im Bereich der AMD Radeon R9 380X und der GeForce GTX 960. Letztere entpuppt sich inzwischen in eben diesen Benchmarks als obsolet, hatte sie doch eigentlich noch nie eine wirklich tolle Performance zu bieten. Für Auflösungen bis WQHD (2.560 x 1.440) hatte NVIDIA sie im letzten Jahr angekündigt. Die Lücke zwischen ihr und der GTX 970 war enorm, die WQHD-Auflösung konnte sie oft nur selten zufriedenstellend stemmen. Man darf gespannt sein, was NVIDIA hier mit der GTX 1060 nachlegt.

Viel spannender empfinden wir den nun angestellten Vergleich der Radeon R9 380X zur Radeon RX 480 – letztere ist deren Nachfolger zum attraktiven Preis. So legt die RX 480 in der Performance zwischen 30 und 37 Prozent im Mittel zu, abhängig von den Auflösungen (Full HD, WQHD). Das ist durchaus attraktiv, doch während eine R9 380X von HIS (werkseitig übertaktet) in den Diagrammen bei der Leistungsaufnahme mit 180 Watt agiert, kann der Nachfolger RX 480 hier gerade einmal mit 165 Watt Paroli bieten. Es stellt sich hier wieder einmal die Frage, warum der 14-nm-Fertigungsprozess bei AMD nicht mehr reißen kann. Aber natürlich muss man festhalten, dass der Kühler der RX-480-Referenzkarte natürlich nicht im Ansatz die Qualität des HIS-Modells mit sich bringt.

Möglicherweise hätte der RX-480-Kühler auf der R9 380X durch seine mittelmäßige Kühlleistung eine Leistungsaufnahme von 200 Watt erreicht, schlicht weil die Temperaturen deutlich schlechter sind. Aber auch dann bleibt eine verhaltene Überraschung bei der Effizienz. Das hätten wir auch gerne nachgetestet, doch die HIS R9 380X befindet sich leider nicht mehr im Haus.
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