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Ein Jahr Windows 10: Eine Bilanz kurz vor Ende der kostenlosen Upgrade-Möglichkeit

Wirtschaft | HT4U.net
Am morgigen 29. Juli 2016 läuft Microsofts Angebot an die Kunden mit Windows 7 und Windows 8 aus. Ein kostenloses Upgrade auf Windows 10 ist danach nicht mehr möglich. Ein Jahr lang hatte Microsoft Gelegenheit, den Anwendern das neue Betriebssystem schmackhaft zu machen, und tat dies mit den unterschiedlichsten Mitteln. Wo Windows 10 heute wirklich steht, will eine Auswertung erklären. Dabei gibt es Licht und natürlich auch Schatten.

Morgen läuft die kostenlose Upgrade-Möglichkeit auf Windows 10 nun endgültig aus. Wer jetzt noch nicht gewechselt hat, dem bleibt nicht mehr viel Zeit und der möchte vermutlich auch nicht mehr wechseln. Die PC-Spieler-Gemeinde hat zu großen Teilen sicherlich schon gewechselt, da Titel basierend auf der DirectX-12-Schnittstelle eben ausschließlich Windows 10 vorbehalten bleiben. Aber Microsoft hat mit dem neuen Betriebssystem auch vieles richtig gemacht, Fehler von Windows 8 korrigiert und ein gutes Desktop-Betriebssystem auf die Beine gestellt, in welchem man sich überwiegend schnell zurechtfindet. Und dennoch, ein großer Teil der Windows-7-Anwender konnte nicht überzeugt werden und blieb treu. Wahrer Verlierer ist offenbar Windows 8, aber eben auch Windows 10 Mobile, welches sich einfach nicht durchsetzen will und Microsofts Traum von dem einen Betriebssystem für alle Plattformen verhindert. Das alles hat Idealo anhand eigener Nutzerdaten auszuwerten versucht.

Windows 10 – durchaus erfolgreich

Bild: Ein Jahr Windows 10: Eine Bilanz kurz vor Ende der kostenlosen Upgrade-Möglichkeit
Auch wenn die Auswertung sicherlich nicht mehr die letzten Tage der Umstiegsmöglichkeit auf Windows 10 mit erfassen kann, zeichnet sie dennoch ein passables Bild für die Akzeptanz des neuen Betriebssystems. Immerhin ein Drittel der Anwender konnte man mit Windows 10 auf PC und Laptop ermitteln. Das scheint aber vorrangig zulasten von Windows 8 erfolgt zu sein, wohingegen Windows 7 nur relativ wenig einbüßte und sich nach wie vor als Spitzenreiter auf diesen Gerätschaften zeigt.

Immerhin noch 51 Prozent der Anwender verweilte auf Windows 7. Seit der Einführung von Windows 10 ist hier ein Rückschritt von einem ehemaligen Anteil von 67 Prozent zu Verzeichnen. Windows 8 und 8.1 hingegen, oder auch Windows Vista, nähern sich immer mehr der "Nulllinie". Windows 8.1 bewegt sich in seinen Anteilen noch knapp unterhalb von 10 Prozent, Windows Vista bewegt sich um die zwei Prozentpunkte und Windows 8 hatte das Gros der Anwender bereits mit der Vorstellung von Windows 8.1 verloren.

Nichtsdestoweniger ist Windows 10 eben nur auf Laptops und Desktops wirklich erfolgreich, und es sind möglicherweise all die Kritikpunkte am Datensammeln, welche weiteren Erfolg auf diesen Segmenten gegenüber Windows 7 vermieden haben.

Der eine Ring, sie alle zu knechten

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Der ganz große Erfolg ist Microsoft dennoch nicht gelungen, das musste der Hersteller kürzlich erst eingestehen und korrigierte Prognosen. Und das bezieht sich eben auf Windows 10 Mobile. Während das Betriebssystem Windows Phone fast schon Geschichte ist und Windows 10 Mobile nur für die wenigsten Smartphones letztlich freigegeben wurde, trägt Microsoft sein mobiles Betriebssystem offenbar langsam zu Grabe – man will sich nur noch auf Geschäftskunden konzentrieren.

Die Übernahme Nokias und die eigene Entwicklung von Smartphones in Verbindung mit dem Ziel Windows 10 waren erst einmal vielversprechend. Doch Microsoft ging keine lange Durststrecke. Obwohl sich auch Windows 10 Mobile als das bessere Betriebssystem im Vergleich zu Windows Phone zeigt und überzeugen kann, hat man nach Auswertung des eigenen Kassensturzes offensichtlich entschieden, keine weiteren Gelder in diese Bereiche zu versenken.

Die Auswertung von Idealo zeigt klar, dass 40 Prozent der mobilen Zugriffszahlen über Apples iOS- und immerhin 47 Prozent über Googles Android-Betriebssystem erfolgen. Würde man noch weitere Android- und iOS-Versionen auswerten, würde der Anteil dieser beiden Systeme vermutlich noch weiter wachsen. 1 Prozent Marktanteil soll Microsoft insgesamt weltweit mit seinen Smartphone-Betriebssystemen noch vorhalten.

Bild: Ein Jahr Windows 10: Eine Bilanz kurz vor Ende der kostenlosen Upgrade-Möglichkeit
Der Anteil dürfte auch kaum noch über passende Tablet-Computer gesteigert werden, wenngleich Microsoft die Vorgaben zum Einsatz dort klar nach unten korrigiert hat. In den allermeisten Fällen taucht auf Tablet-Computern mit Windows 10 keine mobile Variante, sondern eben eine Desktop-Variante auf, obwohl diese teils deutlich anspruchsvoller an die Hardware ist und auch für kürzere Akkulaufzeiten sorgt.

Mit Überraschungen bei Windows 10 Mobile ist damit vermutlich eher nicht mehr zu rechnen. Man muss die Hoffnung hochhalten, dass Microsoft die Entwicklung dennoch im Hinblick auf vorhandene Geräte und geplante Business-Modelle weiter vorantreiben wird. Den absoluten Fokus dürfte man bei der Weiterentwicklung von Windows 10 aber definitiv nicht mehr auf die mobile Variante gelegt haben.

Es wird weitergehen

Auch wenn Microsoft den Fokus von Windows 10 Mobile abgewendet hat, bleibt das Betriebssystem insgesamt natürlich des Herstellers Schlüssel zum Erfolg. Welche exakten Pläne Microsoft hier verfolgt und wie man versuchen möchte, mit Windows 10 – dem voraussichtlich letzten Betriebssystem, welches immer weiterentwickelt werden wird – richtig erfolgreich zu werden und die passenden Umsätze zu generieren, das muss man abwarten. Microsoft kämpft aktuell an mehreren Fronten in diesem Bereich. Man drängt Cortana stärker in den Vordergrund, man will den Windows-eigenen Store stärker involvieren und auch bei Spielen konkurrenzfähig werden. Die Arbeit am eigenen Ökosystem geht weiter. Das "Anniversary Update" kommt erwartungsgemäß kommende Woche und soll einige Änderungen im Gepäck haben.

Wir sind gespannt, welche Zahlen die üblichen Marktstatistiken kommende Woche im August 2016 vorhalten werden. Die letzten Tage des kostenlosen Upgrades auf Windows 10 werden sicherlich noch einmal ein wenig an der Prozentschraube gedreht haben. Und nebenbei: Stand heute sind praktisch alle privaten Systeme nun auf Windows 10 gewechselt, lediglich manche unserer Teststationen verharren weiterhin auf Windows 7, schlicht wegen Microsofts "OEM-Politik".
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